Happy End in Steinach? Schnapsbrennerin Monika Bernhard und die große Liebe

Teure Mieten und Anstellungsverhältnisse – nach zehn Jahren hat Monika Bernhard genug von Oberbayern. Die Fruchtsaftexpertin kehrt zurück in die Oberpfalz und steigt in die Mosterei ihrer Eltern ein. Ideen und Know-how sind ihr berufliches Erfolgsrezept. Was aber ist mit der großen Liebe? Die hat sie nämlich in Rosenheim kennengelernt ...

 

 

Hinter den Kulissen

Monika Bernhard aus Steinach im Landskreis Neustadt an der Waldnaab ist aus Überzeugung in die Oberpfalz zurückgekehrt. Mit ihren Erfahrungen und ihrem Know-How als Fruchtsaftexpertin und Schnapsbrennerin macht sie die Region zu einem bunteren und vielseitigeren Ort. Ihr Schnaps ist prämiert und über die Grenzen der Region hinaus bekannt.

Wir haben die 27-Jährige mit der Kamera bei der Apfelernte, dem Mosten und dem Brennen begleitet. Es gibt allerdings einen Wermutstropfen: Ihr Freund Hansi lebt aktuell noch in Rosenheim und kommt nur am Wochenende nach Steinach. Wird es trotzdem ein Happy End geben? Das alles erfährst Du im Video oben. Wenn Du unten weiterliest, kannst Du außerdem einen Blick hinter die Kulissen werfen. Wir erzählen Dir, wie so ein Interview-Dreh mit Oberpfalz Marketing ablaufen kann.

Monika in der Nahaufnahme

"Alles war aber nicht schlecht in Oberbayern, oder?", fragt Hansi Hirtreiter seine Freundin Monika Bernhard. Die beiden sitzen ganz dicht nebeneinander, hinter ihnen eine Wand aus Flaschen. Noch bevor die Fruchtsaftexpertin aus Steinach antworten kann, gibt es ein lautes „Stopp!“ von Kameramann Phil. „Irgendwas stimmt bei Hansi mit dem Ton nicht, wartet mal kurz.“ Er nimmt seinen Kopfhörer ab und kontrolliert das Mikrofon, das am Sweatshirt-Kragen des jungen Mannes versteckt ist. Phil reißt ein Stück Tape ab und fixiert das kleine Gerät.

Währenddessen schaue ich durch den Vorschaumonitor der ersten Kamera, kontrolliere das Setting für dieses Interview. Der Ausschnitt passt. Er zeigt die junge Frau und den Mann mit Käppi in einer halbnahen Einstellung, von Kopf bis Oberkörper inklusive Hintergrund. Diesen haben wir übrigens erst bauen müssen. Die Saftkisten stapelten wir über- und nebeneinander, so dass eine Art Raum aus Flaschen um die beiden entstand. Dahinter platzierten wir die Lichttechnik und richteten die Scheinwerfer direkt auf die Flaschen. So sollten die grünen und braunen Behälter richtig strahlen.

Unsere zweite Kamera ist nur auf Moni gerichtet, nimmt ihr Gesicht in der Nahaufnahme auf. Denn sie wird mehr sprechen als ihr Freund Hansi, sie ist die Hauptdarstellerin dieser Rückkehrer-Folge. Mittlerweile ist Phil mit dem Ton zufrieden und begibt sich wieder hinter die beiden „Sony FS7“-Kameras. „Und Go!“ sagt er. Ich stelle die nächste Frage.

Während Moni erklärt, dass Fruchtsaftexpertin seit einem Schulpraktikum in Österreich ihr absoluter Traumberuf war und sie deswegen direkt nach dem Schulabschluss zur Ausbildung nach Weihenstephan zog, hört man ihre Mutter in der Küche klappern. Sie bereitet das Essen für den OWV Leuchtenberg vor. Der Waldverein hat sich nämlich für heute zu einem Show-Brennen mit Verköstigung angemeldet. In etwa einer Stunde soll es los gehen. Wir müssen uns mit dem Interview beeilen. „Nach der Ausbildung in Freising bin ich 2012 für ein Jahr nach Rohrdorf nahe Rosenheim, um bei einer großen Mosterei zu arbeiten. Anschließend war ich fünf Jahre am Chiemsee“, mit diesem O-Ton erläutert Moni kurz und knapp ihre zehn Jahre fernab der Oberpfalz.

"Und Action!"

„Sorry, ich muss dringend den Brennofen anschüren, der muss aufheizen“, sagt sie und springt auf. Wir warten und blicken nervös auf die Uhr. Nicht nur das Show-Brennen steht an, auch die Sonne macht unserem Bild zu schaffen. Denn die Schatten werden immer länger, die Sonne immer greller. Moni ist zurück. „Eins, zwo, eins, zwo“, Philipp checkt den Ton, ich achte darauf, dass Moni auch wirklich wieder genau dort Platz nimmt, wo sie vorher saß.

„Das Schnapsbrennen habe ich am Chiemsee für mich entdeckt“, sagt sie. Dort habe sie fünf Jahre gebrannt und sogar die Möglichkeit gehabt, ihre eigenen Produkte zu kreieren. Das hat ihr gefallen, aber mit Oberbayern ist sie nie richtig warm geworden. „Die Leute waren nicht so offen, die Oberpfälzer sind da anders“, erläutert sie ihre Erfahrungen. „Meine Nachbarn habe ich nie kennengelernt, obwohl ich fünf Jahre dort gewohnt habe.“

Auch die hohen Lebenshaltungskosten haben ihr zu schaffen gemacht, für ein Mini-Zimmer habe sie knapp 500 Euro berappen müssen, für ein Bier in München knapp vier Euro. „Hier gehst Du zum Zoigl und bekommst super Bier für nicht mal zwei Euro.“ All diese Faktoren und die Möglichkeit, selbstständig im Familienbetrieb zu arbeiten, haben Monika letztlich schnell überzeugt, nach zehn Jahren  zurück in die Oberpfalz zu ziehen.

Happy End in Steinach?

"Alles war aber nicht schlecht an Oberbayern, oder?“, wiederholt Hansi seine Frage vom Anfang des Interviews und lächelt Monika an. „Na, wenigstens habe ich dich da kennengelernt“, erwidert sie und lacht. Noch führen Monika und Hansi aber eine Fernbeziehung...

Wie es mit den beiden weitergeht, welche Ideen Monika in den Familienbetrieb einbringt, was bei der Schnapsverköstigung so alles passiert  oder wie eine Apfelernte von oben aussieht, erfährst Du im Video ganz oben.

Dessert mit Umdrehungen: Schokocreme auf beschwipstem Fruchtspiegel

Rezept mit Schnaps

Dir ist das Wasser im Munde zusammengelaufen, als dieses Dessert im Video serviert wurde? Wir haben das Rezept für Dich. 

Für die Creme:
200 Gramm Schokolade
in einem 1/2 Becher Schlagsahne schmelzen und anschließend kaltstellen.
1 Becher Sahne
mit Sahnesteif aufschlagen und gekühlte  Creme vorsichtig unterheben. Danach erneut kühl stellen.

Für den Fruchtspiegel:

1 Glas Kornelkirschen-Fruchtaufstrich  (ca 210 gr) mit 3 cl Zwetschgenbrand verrühren und in Gläser füllen.

Zum Schluss die Creme auf den Fruchtspiegel spritzen und servieren.

 

 

Mosterei Bernhard

Die Mosterei war ursprünglich nur ein Hobby von Monikas Vater Josef und ihrem Großvater. Die beiden Männer haben die erste Saftpresse gekauft und in ihrem damaligen Wohnsitz Moosbach angefangen für die eigene Familie zu pressen. Schnell expandierte die Mosterei, der Platz wurde knapp. In Steinach fanden die Bernhards im Jahr 2001 ein Anwesen mit der perfekten Größe, um Beruf und Privatleben zu kombinieren. Mittlerweile misst die Streuobstwiese der Mosterei vier Hektar. Neben eineinhalb Hektar Aroniabeeren haben die Bernhards nämlich rund 400 Apfelbäume angepflanzt, der Fokus auf alten Sorten wie Boskop oder Goldparmäne. Weitere Infos zum Unternehmen, den Produkten oder Monikas Show-Brennen, gibt es auf der Facebookseite der Mosterei.

Zum Glück (zurück)

Fruchtsaftexpertin Monika Bernhard ist Teil des Projekts "Zum Glück (zurück)". In dieser 18-teiligen Serie stellen wir Oberpfälzer vor, die ganz bewusst nach einem Blick über den Tellerrand und einer Zeit außerhalb der Region zurückgekehrt sind.

Möchtest Du auch ein Teil dieser Serie werden? Dann erfährst Du hier mehr zur Serie!

Autor/in
Autor/in Cindy Michel
Cindy ist eine gebürtige Oberpfälzerin mit Sinn für schöne Worte und Rollenspiele. Nach mehreren Jahren in Berlin ist sie in ihre Heimatstadt Amberg zurückgekehrt - und frönt dort ihrer Leidenschaft fürs Schreiben und Filmen. Und wenn sie nicht gerade auf

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