Eindruck Dinner mit Killer
Foto: Freya Fehse

OVIGO zwischen Komödie und Junkie-Märchen

Das OVIGO Theater startet schon jetzt mit Vollgas in ein neues Jahr: Im Frühjahr stehen mit „Pension Schöller“ sowie „Sid und Nancy“ zwei Neuinszenierungen auf dem Spielplan – und auch 2023 wird weiter mit dem Killer diniert.

Was für ein Geburtstagsjahr für das OVIGO Theater aus Oberviechtach: Mehr als 5.000 Zuschauer sind 2022 zu den Veranstaltungen geströmt. Mit „Eine ganz heiße Nummer“, „Emil und die Detektive“, den „Zeitreisen“ (geführte Erlebniswanderungen an sieben Standorten) und dem „Dinner mit Killer“ (Krimi-Dinner mit 4-Gänge-Menü) hat man jeweils echte Volltreffer gelandet. Doch damit nicht genug: Neben den letzten Zeitreisen der Saison und ein paar weiteren Krimi-Dinnern (fast alle ausverkauft) steht ab dem November das große Grusel-Musical „Der kleine Horrorladen“ an. Gespielt wird das Kultstück in Oberviechtach, Pfreimd und Neunburg vorm Wald.

Plakat von "Der kleine Horroladen"Das OVIGO Theater kündigt mit „Der kleine Horrorladen“ ein großes Musical für Erwachsene an. Foto: OVIGO Theater

Vorverkauf für neue Spielsaison gestartet

Doch nach der Saison ist vor der Saison und weite Teile des Spielplans für das kommende Jahr steht bereits. Der Vorverkauf für weitere Stücke und Termine ist bereits gestartet. Im Januar/Februar wagen die Theatermacher:innen wieder etwas völlig Neues und bringen „Sid & Nancy – ein Junkiemärchen“ des Schauspielers Ben Becker auf die Bühne. In dem beklemmenden Schauspiel geht es um die toxische und mörderische Liebesgeschichte zwischen Sid Vicious, dem Bassisten der Punk-Legenden Sex Pistols, um dem todessüchtigen Groupie Nancy Spungen.

Darum geht es: 1978: In Zimmer 100 des New Yorker Chelsea-Hotels verbringen der legendäre Sid Vicious, Bassist der Sex Pistols, und seine Freundin Nancy Spungen ihre letzte gemeinsame Nacht – mit Alkohol, Drogen und verloren geglaubten Träumen als destruktive Begleiter. Nancy wird am nächsten Morgen tot auf dem Badezimmerboden aufgefunden. Ein Messerstich in ihrem Bauch ließ sie verbluten. Sid wird verhaftet, nur vier Monate später stirbt auch er – an einer Überdosis Heroin. Er nimmt das Geheimnis um Nancys Tod mit ins Grab.

Plakat Sid und NancyDas OVIGO Theater inszeniert das Stück "Sid und Nancy" als atmosphärisch dichtes Kammerspiel, das ständig zwischen Rebellion und Drogen, Punk und Liebe, Poesie und Selbstzerstörung pendelt. Foto: OVIGO Theater

Nach der Premiere im W1 Regensburg wird die Produktion auch an ungewöhnlichen Spielorten zu sehen sein, z.B. im Centrum Bavaria Bohemia Schönsee, im Felsenkeller Schwandorf, in einem Hotelzimmer im Hotel Alter Pfarrhof Nabburg oder als „Punkrock Poolparty“ im Badehaus Maiersreuth (inklusive Konzert der Punkband „Erection“).

Neustart mit "Pension Schöller"

Als weitere Produktion wurde für den Zeitraum März bis Mai 2023 der Komödien- Klassiker „Pension Schöller“ angekündigt – nun ebenfalls neu im Vorverkauf. In dem durchgeknallten Evergreen geht es um ein vermeintliches Irrenhaus und die tatsächlich nicht so normalen „Insassen“. Die Komödie wird in Oberviechtach (Emil Kemmer-Haus), Neunburg vorm Wald (Schwarzachtalhalle), Pfreimd (kleine Schulturnhalle), Ursensollen (kubus), Regenstauf (Jahnhalle), Maxhütte-Haidhof (Stadthalle) und Selb (Rosenthal-Theater) gezeigt.

Darum geht es: Alfred Klapproth braucht Geld. In Aussicht gestellt wird es ihm von seinem Onkel, dem Gutsbesitzer Philipp Klapproth – allerdings nicht ohne Gegenleistung. Der Onkel ist extra nach Berlin gereist, um an der Soirée einer Nervenheilanstalt teilzunehmen – und einmal echte Irre zu erleben. Dem Neffen fehlen allerdings die entsprechenden Kontakte und so erklärt er prompt die Pension Schöller samt ihrer exzentrischen Gäste zur Irrenanstalt mit zugehörigen Patient*innen. Sehr zur Freude des Onkels, der amüsiert sich nämlich prächtig und taucht voyeuristisch in den allgemeinen Irrsinn ein. Mit fatalen Folgen: Nach seiner Abreise stehen plötzlich alle vermeintlich Irren vor dessen Haus! Und der Wahnsinn erreicht in einem hysterischen Verwechslungstreiben seinen verrückten Höhepunkt – denn:

„Sich für völlig normal zu halten, ist die mildeste Form des Verrücktseins.“

Plakat Pension SchöllerDie Uraufführung von Pension Schöller fand 1890 in Berlin statt, wurde mehrfach verfilmt und sorgt seither regelmäßig für Tränen im Theater, natürlich vor Lachen. Foto: OVIGO Theater

Wo und wann gibt es Tickets?

Der Vorverkauf  läuft bereits.

Die Karten sind jeweils über www.ovigo-theater.de und die üblichen Vorverkaufsstellen zu bekommen. „Sid und Nancy“ kostet regulär 12,00 Euro (ermäßigt 6,00 Eur0), „Pension Schöller“ 13,00 €Eur0 (ermäßigt 6,50 Euro). Die „Dinner mit Killer“ kosten pro Karte (inklusive 4-Gänge-Menü) 64,00 Euro (ermäßigt 58,00 Euro). Für die Specials ist der Preis jeweils etwas höher.

Die Daten und auch alle weiteren Informationen zum neuen Spielplan gibt es unter www.ovigo-theater.de.

OVIGO setzt auch 2023 auf "Dinner mit Killer"

2023 werden außerdem die erfolgreichen „Dinner mit Killer“ (Krimi-Dinner mit 4- Gänge-Menü) zurück auf den OVIGO-Spielplan kommen. Dieses Format ist seit Herbst 2019 im Repertoire und auch im neuen Jahr werden die beiden Stücke „Mord im Hause Doubleface“ und „Die spektakuläre Freakshow des Mister Gonzalez“ an verschiedenen Schauplätzen zu erleben sein – inklusive verschiedener Specials.

So wird am 7. Januar ein „Doubleface“-Dialekt-Special (mit verschiedenen Slangs) in der Brauerei Jacob Bodenwöhr zu sehen sein. Dort gibt es am 14. Januar und 17. Februar außerdem ein Sekt- und Popcorn-Special der „Freakshow“. Weitere Krimi-Dinner-Events steigen im Hemingway Weiden (beide Stücke, einmal in der Disco), im Café Lawendls Schwandorf, im Sporthotel Zur Post Tännesberg, im Gasthof Bodensteiner Stulln, im Thammer Haus Winklarn, im Landhotel Kastanienhof Georgenberg, im Hotel Wolfringmühle und im Landhaus Trausnitz.

Das OVIGO Theater

Das OVIGO Theater gibt es unter diesem Namen erst seit 2012 – als eingetragener Verein sogar erst seit 2016. Die Ursprünge liegen aber tatsächlich in den 70er-Jahren. 1979 wurde das „Ortenburg-Ensemble“ als Schultheater am Ortenburg-Gymnasium Oberviechtach von Kunstlehrer Wolfgang Pöhlmann gegründet. Aber auch mit dem neuen Namen gedenkt das Ensemble immer seiner Herkunft: „OVI“, kurz für Oberviechtach – und „OGO“, kurz für das Ortenburg-Gymnasium. Seitdem gehen die OVIGOs einen konsequenten Weg in Richtung Semi-Professionalisierung des Theaterbetriebs. In den kommenden Jahren möchte das OVIGO Theater, das auf verschiedensten Bühnen spielt, sesshaft werden und verfolgt das Ziel, in ein eigenes Theater-/ Kulturhaus ziehen zu können, um von einem festen Standort aus, verschiedene Projekte für die Region zu realisieren.

Nina hat den Überblick: über die Inhalte auf unserer Website und unsere Social-Media-Profile. Wenn sie dann aber doch mal genug vom Digitalen hat, genießt sie die Schönheit der Oberpfalz ganz analog – am liebsten vom Wasser aus: Die gebürtige Ambergerin paddelt leidenschaftlich gerne auf dem SUP – zusammen mit ihren beiden Söhnen.