Hans Kistler, KlarinetteThomas Kaes, ViolineUlrike Straub, ViolineMaria Anna Feldmeier Zeidler, Viola Ute Sommer, Violoncello Wolfgang Amadeus Mozart und Johannes Brahms schrieben beide zum Ende ihres Schaffens hin noch Quintette. Mozarts Quintett bestätigt in jedem Takt den “unerhörten Reiz von Mozarts Melodie und seine Grazi”, wie es Richard Strauss nannte. Dabei birgt es aber unter der Oberfläche „melancholischer Heiterkeit” die „ganze Skala des Ausdrucks menschlichen Empfindens”, um ein weiteres Strauss-Wort zu zitieren. Ebenso reif und von vollendeter Meisterhaftigkeit gekennzeichnet ist Brahms‘ Quintett. Nachdem er bereits mit dem Komponieren abgeschlossen hatte, schrieb er doch noch letzte Werke, in denen er die Klarinette in den Vordergrund stellte. Richard Mühlfeld, Klarinettist im Meininger Hoforchester, hatte durch sein Spiel Brahms dazu bewogen. So schuf Brahms ein Quintett, das direkt Bezug auf Mozarts Werk nimmt: Den Charakter des Quintetts hat schon der Brahms-Biograph Max Kalbeck als einen „Abschied von der schönen Welt“ interpretiert, ein Eindruck, der sich angesichts seiner gefühlssatten Harmonik und Klanglichkeit unwillkürlich aufdrängt. Im Vergleich zu Mozarts Werk ist dieses Quintett noch mehr vom Gedanken an den Abschied von der Welt geprägt und davon, ein verzweifeltes Vermächtnis zu hinterlassen.
