„Vom Brett’l grutscht“ – Kulturtour mit Geschichten über die Totenbretter & Marterl zum Kolmstein mit Einkehr

Freitag, 17.05.2019
Lamer Strasse 78, 93474 Arrach
13:30 - 17:00 Uhr

Totenbretter ... man findet sie gerade in unserer Gegend, sehr oft am Ortsausgang platziert. Welche Geschichten sich dahinter wohl verbergen? Dies alles und noch viel mehr erfahren Sie von unserer Wanderführerin, die sie auf dieser interessanten Wanderung zum Kolmstein begleitet.

Die Teilnahme erfolgt auf eigenes Risiko und Gefahr, keine Haftung für die Veranstalter!

Wichtige Informationen:

Wegbeschreibung:

Zunächst gehen wir in Richtung Ortsmitte Haibühl. Wir überqueren die Straße und folgen

dem Pilgerweg über die Schwarzhölzlstraße nach Hinterhaibühl .

Wir machen einen kurzen Halt an den "Totenbrettern" und erfahren von der Führerin Interessantes über deren Geschichte. Meist steht auch ein "Marterl" inmitten der Bretter.

Auch hierzu erfahren Sie geschichtliches über dessen Tradition.


Weiter führt uns der Weg Richtung Kolmstein. Nach einiger Zeit erreichen wir die Kreuzwegstationen.

"Der Bauer Josef Aschenbrenner von Stadlern hat 1886 von der Haibühl-Ottenzeller Seite her, die letzten zweihundert Meter bergan, einen Kreuzweg errichten lassen. Die vierzehn Säulen waren aus Eichenholz, gut behauen, etwa vier Fuß (1,20 m) über dem Erdboden hervorstehend. An der oberen Frontseite waren die vierzehn Kreuzwegtafeln aus Blech befestigt. Die Tafeln waren vom hiesigen Maler Jakob Stoiber, oder von seinem Sohn Josef, bemalt. Die Säulen waren ohne Anstrich. Auf den Säulen waren die vierzehn Kreuze, gleichfalls aus Eichenholz und schwarz angestrichen. Die Säulen waren voneinander 50 Fuß (=15m) entfernt."

(Dies steht in einem Schreiben des Pfarramts Lam an das Bischöfliche Ordinariat in Regensburg.)

1944 ließ die Familie Altmann von Stadlern von Haibühl-Ottenzell her einen neuen Kreuzweg aufstellen. Karl Stoiber von Haibühl hat 32x35 cm große Blechtafeln mit den Bildern des Fugel'schen Kreuzweges bemalt. Diese Blechtafeln wurden durch Gitter und Glas geschützt. Am 17. September 1944 wurde der neu errichtete Kreuzweg durch einen Franziskanerpater von Neukirchen benediziert.

Da der Kreuzweg von Haibühl-Ottenzell her, den Karl Stoiber von Haibühl 1944 gemalt hat, stark beschädigt war, ließ die Familie Altmann von Stadlern 1971 einen neuen Kreuzweg aus 14 Steinsäulen mit Abdruckfiguren errichten. 

Bald erreichen wir das malerisch gelegene Wallfahrtskircherl in Kolmstein - Denkmal der Gottes- und Nächstenliebe und Heiligtum Mariens.

Wir stärken uns nach dem Aufstieg bei Kaffee, Kuchen oder einer Brotzeit in der Gaststätte

“Kolmsteiner Hof”.

Anschließend besichtigen wir das Wallfahrtskircherl mit dem berühmten Gnadenbild der

schmerzhaften Mutter Gottes von Kolmstein und hören Geschichten vom ehemaligen

Pestfriedhof am Kolmstein und der Erbauerin des Kircherl “ Klara Wartner”, die auch im

Seitenanbau des Kircherls begraben wurde.

Wir wandern über den idylisch gelegenen "Oasiedlabrunn" quer durch den Wald zum Ausgangspunkt Haibühl zurück .


Dort haben wir in der St. Wolfgangskirche noch die Möglichkeit, die Hinterglasbilder u.a. auch der bekannten Volksmaler- und Bildhauerfamilien Stoiber aus Haibühl, zu besichtigen. 


Gesamtkilometer ca. 8 km, leichte Tour


DER "WOLFGANGWEG"

Der Pilgerweg führt von Böbrach nach Neukirchen/Hl. Blut: über Drachselsried, Arnbruck, Arrach, Haibühl und Kolmstein. 

Weitere Wegstrecken:

Viechtach-Böbrach (Herzstück)

Neukirchen/Hl. Blut nach Regensburg (St. Emmeram): über den Hohen Bogen nach Kötzting, Chamerau, Chammünster, Cham, Roding, Walderbach und Reichenbach (Klöster Reichenbach u. Walderbach).

Böbrach/Viechtach nach St. Wolfgang (Oberösterreich): über Kollnburg, St. Englmar (Wolfgangskirche Rettenbach), Kostenz (Kloster), Grandsberg, Metten. Von dort aus auf dem Via Nova nach St. Wolfgang (Oberösterreich am Wolfgangsee).


Pilgern - als Grunderfahrung des Menschen

Pilger stammt vom lateinischen Wort peregrinus (oder peregrinari, in der Fremde sein) ab, was Fremdling bedeutet. Im Kirchenlatein als pelegrinus abgewandelt, bezeichnet es eine Person, die aus religiösen Gründen in die Fremde geht, zumeist eine Wallfahrt zu einem Pilgerort unternimmt, zu Fuß oder unter Verwendung eines Verkehrsmittels. Der Anlass kann eine auferlegte Buße sein und das Bemühen, einen Sündenablass zu erhalten, die Erfüllung eines Gelübdes, die Hoffnung auf Gebetserhörung in einem bestimmten Anliegen oder auf Heilung von einer Krankheit, religiöse Vertiefung oder Abstattung von Dank. Ziel ist ein als heilig betrachteter Ort, etwa eine Wallfahrtskirche, ein Tempel, ein Baumheiligtum usw.


Näheres zur Etymologie

Wortwörtlich ist der Pilger einer, der "per agrum", also von "über Land", von jenseits des "ager romanus" kommt, wobei mit ager nicht unser Acker, eben bebautes Feld gemeint ist, sondern das besessene, zur Civitas gehörige Land. Insofern ist Fremdling eine angemessene Übersetzung des Begriffes. 


Der Weg

Einmal zur Reise aufgebrochen, mit Licht in der Seele, mit fröhlichem Herzen, die Gedanken auf das Ziel gerichtet, muss man auch durchhalten. Der Weg ist lang, und es liegen viele Berge auf ihm. Im Angesicht von Schwierigkeiten kann die Versuchung aufkommen, sich dem Verlangen nach Leichtigkeit hinzugeben und den Weg zu verlassen. Doch man darf nicht aufgeben, sich nicht beschweren, und nicht aufhören zu lächeln, das Ziel ist den Einsatz wert, und der Pfad wird dadurch auch angenehmer für andere.

Es ist klar, dass diese die wandern, müde werden. Das Licht des Ziels ist anziehend und ermuntert uns weiterzugehen, doch es ist unverzichtbar unsere Kräfte wieder aufzufüllen wenn wir dies mit Haltung machen wollen. Die heilige Josemaria lehrte, dass wir die Nahrung die wir brauchen um voran zu kommen, in unseren Begegnungen mit Gott erlangen: In der Eucharistie und dem Gebet. Dort füllen wir uns auf, mit spiritueller Energie um fortzuschreiten, mit der Stärke die es uns erlaubt uns sicher zu fühlen, und geliebt von Gott.


Aufbruch

Ebenso wie ihre Vorfahren in Krisenzeiten früherer Jahrhunderte machen die Pilger sich auf den Weg zu heiligen Stätten und Orten der Kraft, der Hoffnung und des Glaubens.

Unterwegs erleben Sie als Pilger die Natur und ihre Elemente unmittelbar und im Ganzen

können Sie Ausgleich und Entspannung in der Bewegung finden

kommen Sie als Pilger mit dem einfachen Leben und überraschenden Situationen in Kontakt

begegnen Sie anderen, zwar verschiedenen Menschen, jedoch mit ähnlichem Antrieb und gleicher Zielrichtung

können Sie das Tempo und den Rhythmus wiederfinden, die Ihnen gut tun

entdecken Sie Ihre eigenen Wurzeln in der Natur und Ihre Zugehörigkeit in der Kultur und Geschichte spüren Sie eine Erweiterung Ihres geistigen und seelischen Horizontes


Ankunft

Wenn der Pilger am Ziel ankommt, hat er eine Wandlung durchlebt. Die Bewegung und Erfahrung im Gehen hat ihn auch im Innersten bewegt. Er kann jetzt - zuhause - beginnen, die Weichen in seinem Leben neu zu stellen und diesem eine andere Richtung geben. Er schöpft aus der Energiequelle seiner Pilgererfahrung.

Der VereinBischof WolfgangWolfgangswegePilgernKünstler am WegHistorischesVeranstaltungenKontaktImpressumLinksPilgerweg St. Wolfgang e.V. 


Der Pilgerweg St. Wolfgang e.V. hat es sich zum Ziel gesetzt, Künstler entlang des Wolfgangsweges zu fördern.


Dori Stuffer, Malerin und Bildhauerin, Atelieradresse:

Kreuzbergstraße 11, 94234 Viechtach, Tel.. 09942 3565 

Die Künstlerin Dori Stuffer - Schäfchen zählen auf dem Pilgerweg

"Es geht nicht um Vollkommenes".

Ein Stück Blech, zwei Blechscheren und ein Hammer. Dazu

eine kleine Garage als Werkstatt, ausreichend Phantasie und eine riesige

Portion handwerkliches Geschick. Schon ist das Kunstwerk fertig. Mehr

braucht Dorothea Stuffer nicht, um die süßen Blechschafe herzustellen, die

Viechtachern und Gästen der Stadt wahrscheinlich sofort auffallen, wenn sie

in den Ort hineinfahren. Mit einfachsten Mitteln werkelt die 53-jährige

Künstlerin an ihren Skulpturen, die bei Jung und Alt Entzücken hervorrufen.

Liebevoll wird jede einzelne verziert, so dass keine dem anderen gleicht.

Aber was machen denn all die Blechschafe am Wegesrand? Diese Frage wird sich

wohl schon so mancher Besucher irritiert gestellt haben. Klein, groß, in der

Herde, allein, bunt, einfarbig ­ in allen Variationen sind die Blechtiere zu

bestaunen. Bei genauerem Betrachten fällt auf, dass einige der Schafe mit

dem Aufdruck “Pilgerweg“ beschriftet sind.

Die Schäfchen markieren also einen Weg: den Pilgerweg Sankt Wolfgang. Dieser

Pilgerweg ist ein Projekt, das sich als Ziel einen grenzüberschreitenden Weg

zu Ehren des Heiligen Wolfgang gesetzt hat. Das Herzstück führt von

Viechtach zur Wallfahrtskapelle Sankt Wolfgang in Böbrach. “Es ist ein

Selbstläufer, erklärt Dorothea Stuffer begeistert. Die Idee des Pilgerweges

sei sehr gut angekommen und ziehe immer weitere Kreise. Und warum

ausgerechnet Schafe als Markierung des Weges? “Es war zunächst Intuition,

erzählt die sympathische Künstlerin. Später habe sich die Intuition als

richtig herausgestellt: “Der Heilige Wolfgang wird schließlich als Hirte

dargestellt. Und Hirte und Schafe gehören zusammen.

Auch wenn Dorothea Stuffer im Moment viel Zeit damit verbringt, Blechtiere ­

unter anderem zum Beispiel auch Blechreiter, die den Kötztinger

Pfingstreiterweg weisen ­ herzustellen, so ist das nicht das einzige

Arbeitsgebiet. Neben der Blechkunst ist die Malerei das zweite Standbein der

Künstlerin. Dabei geht es Dorothea Stuffer, die an der Münchner Akademie der

Bildenden Künste Bildhauerei und Kunsterziehung studiert hat, nicht um

fertige Bildobjekte, sondern um die Kunst als Lebenshaltung. Für sie stellt

Kunst einen Dialog dar. Nichts Endgültiges, Vollkommenes: “Man muss etwas

bewegen. So könne es Jahre dauern, bis ein Bild fertig sei, erzählt

Dorothea Stuffer. Sie verändere ihre Bilder ständig, es könne zum Beispiel

passieren, dass aus einem hochformatigen plötzlich ein querformatiges Bild

werde. Oder dass eine sitzende Frau zu einer liegenden Gebärenden werde.

Deshalb benenne sie ihre Bilder auch ständig um.

“Ich hab kein fertiges Bild im Kopf, bevor ich mit dem Malen beginne,

erklärt die Künstlerin. Das Bild entstehe erst nach und nach während des

Malprozesses. Und auch wenn sie es nicht plane, so entstünden doch häufig

christliche Motive.

Dass sie eine große Tierliebhabern ist, kommt nicht nur bei ihren

Blechskulpturen zum Ausdruck: Auch auf ihren Bildern sind neben menschlichen

Figuren immer wieder Tiere zu sehen: “Ich setze sie in Landschaften und

erzähle, was ich erlebe und was meine Wirklichkeit ist. So verwundert es

nicht, dass bei Dorothea Stuffer, ihrem Mann und ihren Kindern Tiere auch

privat eine große Rolle spielen: Ein Hund, sieben Schafe und ein Pferd

gehören zur Familie.

Einen anderen Beruf als Künstlerin kann sich Dorothea Stuffer nicht

vorstellen: “Schon als kleines Mädchen habe ich gemerkt, dass ich zum

Bildermachen bestimmt bin.

(Quelle: "Viechtach aktuell" vom 10.05.2007; Bericht: Stefanie Huber )


Weitere Informationen unter: www.wolfgangsweg.de

Kosten: Teilnahme kostenlos für Gäste mit Gästekarte

und Einheimische aus Arrach,Lam und Lohberg)

(Auswärtige Feriengäste/Einheimische zahlen 5,-- €) - Kinder frei!


Anmeldung unbedingt 1 Tag vorher in der TI-Arrach erforderlich!

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