Felix Schäffer beim Segeln

Weltklasse Trio Elf: Jazz mal anders

Sie touren durch die Welt, doch zuhause ist das Trio Elf – Gerwin Eisenhauer, Walter Lang und Sebastian Gieck – in der Oberpfalz. Das Geheimnis ihres Erfolgs: ein außergewöhnlicher Stil.

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Drumsticks fliegen in einem atemberaubenden Tempo über Trommeln, Finger flitzen über Klaviertasten und Kontrabasssaiten: So klingt und sieht es aus, wenn das Trio Elf auf der Bühne steht. Seit 15 Jahren tourt die Regensburger Band durch die ganze Welt, von Clubs in Athen, New York, Las Vegas, Mexico City über Konzerthallen in Guatemala und Istanbul bis zu großen Open Airs in Brasilien und Deutschland. Als Teil der neuen deutschen Jazzgeneration, die sich wenig um Genre-Grenzen kümmert, haben die Musiker über die Jahre einen eigenen Stil entwickelt.

Denn das blinde Zusammenspiel der drei, Gerwin Eisenhauers Breakbeats, Walter Langs oftmals elektronisch verfremdete Flügelklänge und Sebastian Giecks Basslines, vereint Gegensätze zu dem Trio-Elf-Sound.

Gerwin wird von Szenekennern als „menschgewordener Drumcomputer“ bezeichnet. „Naja, wenn man etwas fünfzehn Jahre lang macht, dann kann man es schon eingermaßen gut“, sagt Gerwin. Er sei immer ein großer Fan der Musikrichtung Drum and Bass gewesen und habe deshalb sehr viel geübt, um zu klingen, wie eine Maschine: „Im Gegensatz dazu kann ich aber reagieren und interagieren. Das ist das, was einer Maschine fehlt und das, was den Sound von Trio Elf ausmacht.“

Die Jazzmusiker kombinieren mutig Elemente aus modernen Stilrichtungen wie Hip Hop, Two Step und eben Drum and Bass. Auch Songs bekannter Rockmusiker, zum Beispiel „Down“ von Blink 182, adaptieren sie. Damit schaffen sie etwas völlig Neues in der Jazzwelt.

Für ihren außergewöhnlichen Stil werden die Drei gefeiert und mit Preisen überhäuft, zuletzt mit dem renommierten Bremer Jazzpreis. „Der Preis wurde durch das Publikum und die Jury vergeben. Das hat uns schon sehr gefreut, dass selbst die Leute im hohen Norden auf unsere Musik stehen“, sagt Walter und grinst. Seine Inspiration bezeichnet er als „Summe von all den Sachen, die ich jemals in meinem Leben gehört hab. Da ist von Volksmusik bis Latin alles dabei“.

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Fernost- und YouTube-Ruhm

Eher zufällig sei ein Video von Geff im Internet ein Hit geworden, sagt er etwas ungläubig: „Für mich war das jetzt nichts Besonderes. Ich wollte eigentlich nur ein kleines Video für meine Website machen und auf einmal ging das Ding durch die Decke und wurde auf der ganzen Welt bekannt.“ 

Mit Ruhm kennt sich auch Walter Lang aus: In Japan ist er ein gefeierter Star. Schon seit 1991 fährt der Pianist regelmäßig nach Fernost, inzwischen hat er dort zehn CDs herausgebracht und rund zwanzig Touren gespielt.

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Auch in Regensburg ist das Trio natürlich bekannt. Jeder Ort habe seinen bestimmten Klang: „Wenn man in der Heimat spielt, ist das immer etwas Besonderes. Ich bin da immer sehr konzentriert. Viel konzentrierter als wenn ich in Brasilien oder so spiele“, erzählt Gerwin. Das seien schließlich die selben Leute, die man auch am nächsten Tag beim Bäcker wieder trifft. Da möchte man selbstverständlich besonders gut spielen.

Für die Größe der Stadt sei die Jazzszene in Regensburg beachtlich, stellen die beiden fest. Vor allem sei die Domstadt eine Hochburg der Jazzgitarristen. „Es gibt hier innerhalb der Szene nochmal viele kleinere Szenen, die großartige Sachen machen“, sagt der Schlagzeugprofi, der ein gebürtiger Weidener ist.

Als Adressen für Jazzliebhaber nennen die Musiker den Jazzclub Regensburg, den Lokschuppen in der Music Academy, das Jazzweekend sowie das Landesjazzfestival. Ein vielseitiges Angebot, über das sich Walter Lang freut: „Hier in Regensburg passiert wirklich sehr, sehr viel Jazz und das wissen wir zu schätzen.“ Das Trio trägt seinen Teil dazu bei. Der Erfolg gibt ihnen Recht.

Christoph Aschenbrenner
Christoph Aschenbrenner

Vierfacher Papa, Bassist einer FolkPunk-Band, Niederbayer und Geschäftsführer beim Oberpfalz Marketing – geht nicht? Geht doch! Das ist Christoph, der von 2008 bis 2021 hier den Laden geschmissen hat. Auch wenn er inzwischen andere Wege geht, bleibt die Oberpfalz immer sein "happy place".