Julia Pröll - die Meisterin der Steine

23 Jahre alt, Meisterin und Juniorchefin im Betrieb ihrer Eltern: Julia Pröll aus Schwandorf ist Steinmetzin und schlägt sich wacker in einer steinharten Männerdomäne - auch dank ihres rosa Hammers.

Der Wunsch im späteren Beruf kreatives und technisches Arbeiten zu vereinen, kam bei Julia Pröll früh auf. Bereits zu Schulzeiten, als es darum ging Schnupperpraktika in verschiedenen Unternehmen zu absolvieren, wollte Julia ihrer technischen Leidenschaft nachgehen. Das Praktikum im Betrieb ihres Vaters, war gleichzeitig Türöffner zum Traumberuf.

Die junge Frau ist sich sicher: "Einen perfekteren Job hätte ich nicht finden können. Er vereint all das, was ich immer wollte".

 

Der "Frauenhammer"

Ihr treuer Begleiter seit dem ersten Ausbildungstag ist ein rosa Hammer, den Julia von ihrem Vater geschenkt bekam - nicht ganz ohne Hintergedanken. Der "Frauenhammer", wie die Steinmetzin ihn selbst nennt, sollte ihre männlichen Kollegen davon abhalten, ihr diesen abzuluchsen. "Der rosa Hammer hat mich bei der Gesellen- und Meisterprüfung begleitet. Er war während der Ausbildung immer eine Art Glücksbringer, den ich nicht mehr hergebe."

Als junge Frau in einem Männerberuf hatte es Julia Pröll nicht immer leicht. Die Kollegen auf der Meisterschule haben die damals 20-Jährige oft nur belächelt. Doch blöde Sprüche und das Gefühl, unterschätzt zu werden, waren für sie ein Ansporn: Die junge Frau wollte es den anderen zeigen - mit Erfolg. Heute bildet sie selbst Lehrlinge aus und gibt ihnen ihr Wissen weiter. 

Autor/in
Anna-Lena Bayer Fotos, Video: Lucie Valentová