10 verblüffende Fakten über den Landkreis Tirschenreuth

Der Landkreis Tirschenreuth ist der flächen- und bevölkerungsmäßig kleinste Landkreis der Oberpfalz. Dafür gibt es hier überproportional viele Teiche - und Karpfen. In der ältesten Whiskey-Destille Deutschlands werden edle Tröpfchen gebrannt. Und ein kleiner Ort im Landkreis zieht Pilger und Touristen aus aller Welt magisch an. Wir zeigen Dir zehn Fakten über den Landkreis, die Du unbedingt wissen solltest.

73.300: So viele Menschen leben insgesamt in den Tirschenreuther Gemeinden. Die größten Orte sind die Kreisstadt Tirschenreuth (8.899 Einwohner), Waldsassen (6.741 Einwohner), Mitterteich (6.634 Einwohner), Kemnath (5.399 Einwohner) und Erbendorf (5.150 Einwohner).

 

Von Gebirge zu Gebirge: Der Landkreis erstreckt sich mit einer Fläche von 1.084 Quadratkilometern zwischen dem Fichtelgebirge im Westen und dem Oberpfälzer Wald und Böhmerwald im Osten. Der höchste Punkt im Landkreis Tirschenreuth liegt im Steinwald. Und zwar auf der "Platte" (946 Meter NN). Dort liegt der Oberpfalzturm – ein beliebtes Ziel für Wanderer.

 

Den Landkreis Tirschenreuth gibt es in seiner heutigen Form erst seit 1972. Er setzt sich aus den früheren Landkreisen Tirschenreuth und Kemnath zusammen. Die Region ist durch die Grenzlage zu Böhmen geprägt. Das brachte auch durchaus Kurioses hervor: In der sogenannten "Fraisch", ein kleiner Landstrich bei Neualbenreuth, wechselte aufgrund von Besitzstreitigkeiten zwischen der Stadt Eger und dem Kloster Waldsassen fast drei Jahrhunderte lang jährlich am 10. August die Staatsangehörigkeit der Einwohner. Erst 1862 wurde die Fraisch von den Königreichen Bayern und Böhmen aufgeteilt. 

 

Früher war’s hier heiß. Der Landkreis ist vom früheren Vulkanismus geprägt. Deshalb beherbergt die Region nicht nur zahlreiche Bodenschätze wie Granite, Basalte, Kaolin oder Ton, sondern auch die Heilquellen in Kondrau, König-Otto-Bad bei Wiesau, Reuth bei Erbendorf und Neualbenreuth. Besonderes Aushängeschild des Landkreises ist das Sibyllenbad in Neualbenreuth, der einzige staatlich anerkannte Heilquellenkurbetrieb der Oberpfalz. Achtung! In der Gegend um Neualbenreuth bereitet sich übrigens in rund 30 Kilometer Tiefe eine Magmakammer auf den nächsten Vulkanausbruch vor ...

Der Landkreis wird auch "Land der 1000 Teiche" genannt. Korrekt wäre aber "Land der über 4600 Teiche" - so viele sind es nämlich wirklich. Würde man die Teiche aneinander reihen, wären sie zusammen dreimal so groß wie der Tegernsee oder zweimal so groß wie der Wolfgangssee! Die Tirschenreuther Teichpfanne hat übrigens eine fast tausendjährige Tradition. Die Spezialität des Landkreises ist somit auch klar: Karpfen. Der Großteil der in Deutschland verspeisten Karpfen kommt aus der Tirschenreuther Teichwirtschaft. Rund 2.000 Tonnen Karpfen liefern die Tirschenreuther jährlich.

 

Max Reger wurde in einer kleine Gemeinde im Landkreis Tirschenreuth geboren. Der Komponist und Dirigent kam am 19. März 1873 in Brand zur Welt. Noch heute kannst Du dort sein Geburtshaus sehen. Es liegt direkt gegenüber des Rathauses, in dem anlässlich des 100. Geburtstag des berühmten Ehrenbürgers ein extra Gedächtniszimmer eingerichtet worden ist. Dort finden sich Fotografien, Notenbeispiele und die Todesmaske Regers. Auch ein wildromantischer Wanderweg und ein Park wurde nach dem Komponisten benannt. 

Therese Neumann oder auch "Resl von Konnersreuth" ist weit über die Grenzen der Oberpfalz hinaus bekannt. Geboren 1898 in dem kleinen Örtchen im Landkreis Tirschenreuth ist sie für viele längst eine Heilige. Man sagt der Oberpfälzer Bauernmagd nach, sie habe viele Wunder gewirkt, ein heiligmäßiges Leben geführt und über 30 Jahre als Nahrung nur den Leib Christi, die Hostie, empfangen. Am Karfreitag – so beschwören ihre Anhänger – sollen sich Wundmale an ihren Händen und Füßen gezeigt haben. Blut sei aus ihren Augen. Tausende strömten bis zu ihrem Tod 1962 in die nördliche Oberpfalz, um das Phänomen mit eigenen Augen zu sehen. Bis heute ist ihr Grab Ziel für zahlreiche Pilger und Touristen aus aller Welt.

 

In der Kreisstadt Tirschenreuth fand im Jahr 2013 die kleine Landesgartenschau statt. 260.000 Besucher strömten in das neu gestaltete Fischhof-Gelände, auf dem übrigens eine Nachbildung der Steinernen Brücke in Regensburg steht. Für das Event wurden 250 Bäume, 7.500 Sträucher, 25.000 Stauden und 20.000 Sommerblumen gepflanzt. Zudem wurden 10.000 Blumenzwiebeln gesetzt sowie 50.000 Quadratmeter Rasen und 6.000 Quadratmeter Blumenwiese gesät und gepflegt.

 

In der ältesten Whiskey-Destille Deutschlands wird in Erbendorf Whiskey vom Feinsten hergestellt - ein edler Tropfen made in der Oberpfalz. 1818 hat der gelernte Bäcker Johann Baptist Schraml das Brennrecht von den Bayerischen Behörden erhalten. Das Spitzenprodukt der Familie Schraml ist der "Stonewood 1818", ein "Bavarian Single Grain Whiskey". Das Rezept ist weit über 100 Jahre alt. Davon werden pro Jahr allerdings nur 300 Flaschen abgefüllt. 

 

Teufelsküche liegt im Landkreis Tirschenreuth. Eine beeindruckende wie bizarre Granitformation wird so genannt. Die kleine Teufelsküche liegt südöstlich des Rothenburger Weihers, die große einen Kilometer weiter im Süden. Die Granitblöcke erreichen hier eine Höhe von bis zu 15 Metern. Das Gebiet ist vulkanisch aktiv. Vor 10.000 Jahren fand nicht weit entfernt der letzte große Vulkanausbruch statt.

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