Süße Nostalgie: Zuckerhasen aus der Oberpfalz

Schokoladenhasen gehören zu Ostern wie die Ostereier. Doch das war nicht immer so. Früher waren die Hasen nämlich aus rotem Zucker. Nur noch wenige Konditoren beherrschen die Herstellung solcher Zuckerhasen. Peter Segerer aus Neumarkt ist einer davon. Für das Oberpfalz Marketing hat er etwas tiefer in die Farbkiste gegriffen...

Rot als christliches Symbol

Blau und gelb sind die Zuckerhasen also normalerweise nicht. Die urspüngliche und immer noch verwendete Farbe für die Figuren ist rot. Nur wenige Zutaten braucht es, um die kleinen Kunstwerke herzustellen: Isomaltzucker (laut Peter Segerer die zahnfreundliche Variante des Zuckers), roten Farbstoff und natürliches Himbeeraroma.

Gekocht und in Formen gegossen gestaltet der Neumarkter Konditormeister daraus Häschen auf Wippen, Häschen mit Osterkorb, kleine Häschen, große Häschen, Häschenlollies und und und. Eines haben sie aber gemeinsam: die rote Farbe.

Denn das "Rot" hat eine christliche Bedeutung. Es leitet sich von der Farbe des Blutes Jesu Christi ab und symbolisiert die Auferstehung. Die ersten roten Ostereier wurden übrigens in der orthodoxen Kirche verschenkt.

Von der Leidenschaft gepackt

Erstmals lernte der Konditor das Zuckerhasengießen in Baden Württemberg bei seiner ersten Meisterstelle kennen. Und dann hat ihn die Leidenschaft gepackt. Er begann, die Formen zu sammeln. Sein Fundus umfasst mittlerweile rund 1000 Model. Dabei haben es ihm vor allem der Detailreichtum und die Vielfalt der Formen angetan, erzählt er. Die ältesten Formen aus Eisen stammen etwa aus den 1850er Jahren, von 1920 bis etwa 1950 wurden die Formen in Alugusstechnik hergestellt. Nur diese Formen verwendet der Zuckerhasenkünstler heute noch zum Gießen. Gesammelt hat sie Peter Segerer auf Flohmärkten, aus Nachlässen und sogar aus Müllcontainern.

Online hoppelt der Hase

Mit seiner Frau Rita betreibt er jetzt, nachdem er seine Konditorei in der Neumarkter Innenstadt verkauft hat, einen Online-Shop für Zuckerhasen. Von Februar bis Ostern ist in seiner kleinen Werkstatt Hochbetrieb, denn die nostalgischen Figuren finden reißenden Absatz in ganz Europa. Dabei hat Rita Segerer weniger mit der Produktion der Hasen zu tun – sie hat ihre Leidenschaft für alte Geschichten, Bücher und Briefe entdeckt. Und ergänzt das Zuckerhasensortiment mit Anekdoten aus vergangenen Tagen. Viele schwelgen mit dem Kauf der Zuckerhasen in Erinnerungen von anno dazumal, als das rote Langohr noch etwas ganz Besonderes im Osternest war und kein Massenprodukt, das am Ende doch zu oft im Müll anstatt im Kindermund landet. Weniger ist mehr: ein Trend, der bei vielen heute wieder angekommen ist. Vielleicht sind die Zuckerhasen deshalb nicht nur nostalgisch-schön, sondern auch wieder ein bisschen modern.

Zuckerhasen auf Oberpfälzisch

Natürlich muss ein klassischer Zuckerhase rot sein, gerade noch bräunlich-gelb, wenn es sich um seinen Kameraden, den Karamellhasen handelt. Doch wenn Peter Segerer schon in der Oberpfalz die Tradition des Zuckerhasengießens hochhält, wollten wir wissen, ob er uns nicht eine "Sonderausgabe" der Hasen herstellen kann. Neben roter Farbe kommen diesmal auch blaue und gelbe in den geschmolzenen Zucker (zusammen mit Heidelbeer- und Ananasaroma) - und tada - ein Hasentrio in rot - gelb - blau kommt sicher und unverletzt aus den Formen. Frohe Ostern, liebe Oberpfalz!

Zuckerhasenwerkstatt

Zuckerhasen in allen möglichen Größen, aber auch Zuckerlämmer, verschiedene Karamellhasen oder kleine Geschenkpakete vertreiben Rita und Peter Segerer in ihrer Zuckerhasenwerkstatt. Der Onlineshop hat Hochkonjunktur zwischen Februar und Ostern - dann können sich Liebhaber die Zuckerfiguren europaweit nach Hause schicken lassen. Alle Infos dazu gibt es unter www.zuckerhasenwerkstatt.de.

Isomalt

Der Konditormeister Peter Segerer nimmt für seine Zuckerfiguren keinen normalen Haushaltszucker her, sondern Isomalt. Das ist ein fast kalorienfreier und zahnfreundlicher Zuckeraustauschstoff, der beispielsweise auch in Kaugummis und anderen Süßigkeiten verwendet wird. Er ist zwar teurer als normaler Zucker, dafür auch gesünder und für Diabetiker geeignet.
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