Regensburg
Foto: OHA!

OHA! Ostbayern handelt – für eine klimabewusste Region

Nicht nur reden, sondern handeln. Das ist die Leitlinine der Initiaitve OHA! Ostbayern handelt e. V. Was sich der Verein zu seiner Aufgabe gemacht und welche Rolle die Oberpfalz als Region für Klimaschutz spielen kann, haben wir den Initiator und Vorsitzenden Eduard B. Wagner gefragt. 

OHA! Ostbayern handelt e.V., das ist der Name eines noch relativen jungen Vereins mit Sitz in Regensburg. OHA! will den Wandel zu einer nachhaltigen und zukunftsfähigen Wirtschaft in der Region aktiv mitgestalten und Ostbayern bis 2030 zu einer vorbildlichen Klimaregion machen. Dafür bringt der Verein Unternehmen, Wissenschaft, Kommunen und Institutionen an einen Tisch – um voneinander zu lernen, gemeinsam Verantwortung zu übernehmen und konkrete Maßnahmen umzusetzen.

Ostbayern als Vorbild für nachhaltiges Handeln

Die Idee hinter OHA! ist einfach: Klimaschutz beginnt dort, wo Menschen und Betriebe Verantwortung übernehmen. Die Initiative versteht sich als Netzwerk, das zeigt, dass nachhaltiges Wirtschaften kein Widerspruch zu wirtschaftlichem Erfolg ist. Statt über Probleme zu reden, will OHA! praktische Lösungen sichtbar machen und die Region als als Innovationsraum für Klimaschutz positionieren.

Bei den Netzwerktreffen von OHA! geht es darum, sich über die neuesten Entwicklungen im Bereich Nachhaltigkeit auszutauschen und voneinander zu lernen. Bild: OHA!

OHA! konzentriert sich bei seiner Arbeit auf drei zentrale Schwerpunkte, die direkt an den Bedürfnissen der regionalen Wirtschaft anknüpfen:

1. Wissen & Bewusstsein
Der Verein hilft Unternehmen, ihren CO₂ Fußabdruck zu ermitteln und zu verstehen. Damit schaffen Betriebe die Basis, um gezielt Emissionen zu reduzieren – nicht abstrakt, sondern anhand konkreter Kennzahlen und praxisnaher Empfehlungen.
2. Vernetzung & Austausch
OHA! fördert den Dialog zwischen Unternehmen, Hochschulen und Verbänden in der Region. In regelmäßigen Veranstaltungen, Workshops und „Small Talks“ werden Best-Practice-Beispiele vorgestellt, um voneinander zu lernen und Kooperationen anzustoßen.
3. Umsetzung & Unterstützung
Mitglieder profitieren von Erstberatungen durch Energieexpert:innen, Wissenschaftskooperationen mit den Hochschulen der Region und gemeinsamen Projekten, die zeigen, wie Klimaschutz vor Ort gelingt – vom Energieeinsparen über nachhaltige Lieferketten bis hin zu innovativen Mobilitätslösungen.

Die OHA! Nachhaltigkeitsheld:innen sind Azubis, die in einem Projektjahr eigene nachhaltige Ideen umsetzen, die für das ganze Unternehmen von Bedeutung sind. Bild: OHA!

Praktische Maßnahmen mit regionalem Mehrwert

Seit der Gründung hat OHA! eine Vielzahl an Impulsen in der Region gesetzt. Zu den umgesetzten Aktivitäten gehören unter anderem die Erstellung von individuellen CO₂-Bilanzen für Unternehmen und praxisnahe Empfehlungen zur Reduktion von Emissionen, Workshops und Netzwerktreffen zum gegenseitigen Austausch sowie Kooperationen mit Hochschulen wie der OTH Regensburg oder der OTH Amberg-Weiden, um die wissenschaftliche Begleitung und Innovationskraft in die Praxis zu bringen. Kommunikationskampagnen und Erfolgsstories sollen Aufmerksamkeit schaffen und als Inspiration für andere Betriebe in der Region dienen. OHA! versteht sich dabei nicht als Beratungsfirma, sondern als Plattform, die den Klimaschutz in Ostbayern aus der Mitte der Gesellschaft und Wirtschaft heraus vorantreibt.

In Interview erzählt uns Eduard B. Wagner, Initiator und 1.Vorsitzender von OHA! Ostbayern handelt e. V., warum Reden nicht reicht, sondern nur Handeln zählt.

Eduard B. Wagner ist Gründer und Vorsitzender der OHA! Initiative. Außerdem ist er Geschäftsführer Firma INSYS icom GmbH in Regensburg. Bild: OHA!

Oberpfalz Marketing: Herr Wagner, was war Ihre persönliche Motivation, die Initiative „OHA! Ostbayern handelt“ zu gründen?

Eduard B. Wagner: Meine Motivation war die Überzeugung, dass wir als Unternehmer nicht auf staatliche Vorgaben warten dürfen, sondern selbst Verantwortung übernehmen müssen. Die Klimaziele lassen sich nur erreichen, wenn jedes Unternehmen, jede Region aktiv mitwirken. Mit OHA! wollte ich eine Plattform schaffen, auf der wir als Netzwerk von engagierten Betrieben gemeinsam handeln. Aus Überzeugung, nicht aus Zwang. Es geht darum, die unternehmerische Freiheit zu nutzen, um freiwillig und selbstverpflichtend nachhaltige Veränderungen anzustoßen und damit ein positives Beispiel zu geben.

Was macht die Zusammenarbeit zwischen Wirtschaft, Wissenschaft und Verbänden bei OHA! so besonders?

Das Besondere an OHA! ist die enge und praxisnahe Zusammenarbeit zwischen unterschiedlichen Akteuren: Unternehmen, Hochschulen, Kammern und Verbände ziehen an einem Strang. Dadurch entstehen Synergien. So fließen beispielsweise wissenschaftliche Erkenntnisse direkt in die betriebliche Praxis ein, während Unternehmen wertvolle Erfahrungen aus der Umsetzung zurückspielen. So entstehen konkrete Ergebnisse statt theoretischer Konzepte. Diese partnerschaftliche, offene Zusammenarbeit auf Augenhöhe ist der Schlüssel, um echte Fortschritte in Richtung Nachhaltigkeit zu erzielen.

Nennen Sie drei Argumente, warum es sich für jedes Unternehmen lohnt, Mitglied bei OHA! zu werden.

1. Zukunftssicherung Ostbayern: Nachhaltigkeit ist mittlerweile ein Wettbewerbsfaktor für Unternehmen. Wer frühzeitig handelt, stärkt seine Marktposition und bleibt langfristig erfolgreich.
2. Vernetzung und Austausch: Als Teil eines starken Netzwerks profitieren Unternehmerinnen und Unternehmer von Best-Practice-Beispielen, regelmäßigem Erfahrungsaustausch und der Gewissheit, mit ihren Herausforderungen nicht allein zu sein. Gleichzeitig möchten wir Antriebsimpulse vermitteln, die Mut und Motivation für eigene Maßnahmen schaffen.
3. Glaubwürdiges Engagement: OHA! steht für echte Verantwortung statt Greenwashing. Mitglieder können ihr nachhaltiges Handeln transparent zeigen und ihre Vorreiterrolle in der Region unterstreichen.

Ziel von OHA! ist, Ostbayern bis 2030 zur „vorbildlichen Klimaregion“ zu machen – ist das überhaupt in der kurzen Zeit zu schaffen?

Wenn wir gemeinsam handeln und ambitioniert bleiben, ist das nach wie vor möglich. Das Ziel ist ehrgeizig, aber genau das brauchen wir, um spürbare Veränderungen zu erreichen. OHA! setzt auf Freiwilligkeit, Motivation und konkrete Maßnahmen: Schritt für Schritt, aber mit klarer Richtung. Jede Veränderung, jeder optimierte Prozess und jedes nachhaltige Produkt bringt uns diesem Ziel näher. Entscheidend ist doch, dass wir handeln und konsequent dranbleiben. Gleichzeitig erfordert die Umsetzung aber auch einen klaren Fokus der Politik und die entsprechende Kontinuität.

Welche Rolle spielt die Oberpfalz beim Thema Klimaschutz aus Ihrer Sicht?

Die Oberpfalz spielt als industriestarke und innovative Region eine zentrale Rolle. Hier sitzen viele mittelständische Betriebe, die flexibel, kreativ und lösungsorientiert sind. Das sind ideale Voraussetzungen, um Vorreiter beim Klimaschutz zu sein. Wenn es uns gelingt, Nachhaltigkeit in die regionale Wirtschaftskultur zu integrieren, kann die Oberpfalz Modellregion für ganz Deutschland werden. Dabei ist das Zusammenspiel aller zentralen Akteure in einer Region von entscheidendem Gewicht.

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Alles neu macht Anja – in unserem News-Bereich. Neben den neuesten Neuigkeiten tippt sie Pressemitteilungen, organisiert, telefoniert, recherchiert und kümmert sich um den Oberpfalz Kalender und unsere Fotoausstellung. Als Dreifach-Mama ist sie einfach ein absolutes Organisationstalent. Singen kann sie übrigens auch noch – am liebsten im Regensburger Schottenchor.