Wissenschaft und Wirtschaft innovativ im Kampf gegen Corona

Blutplasma-Therapie an der Uniklinik Regensburg, Kartuschen für Virus-Testgeräte, Spuckschutz für die Supermarktkasse oder Atemschutzmasken statt Fahrzeuge: Die Wissenschaft und Wirtschaft der Oberpfalz passen Produktionen sowie Forschungsprojekte im Kampf gegen das Coronavirus an.

Im Kampf gegen Corona: Auch die Oberpfälzer Wissenschaft und Wirtschaft forscht und produziert zur Eindämmung des Virus. Foto: Pixabay

Es gibt Hoffnung im Kampf gegen Corona: Antikörper im Blutplasma von bereits genesenen COVID-19-Patient*innen könnten schwer erkrankten Menschen das Leben retten. Auf diesen vielversprechenden Therapieansatz setzt das Uniklinikum Regensburg – und produziert als eines der ersten bayerischen Unikliniken aus dem Blut von bereits genesenen COVID-19-Patient*innen Rekonvaleszenten-Plasma, also reines Blutplasma – mit den hoffentlich vorhandenen Antikörpern, die das Virus angreifen sollen. Am 6. April 2020 wurde die erste Plasmaspende entnommen, in vier Therapieeinheiten aufgeteilt und nach der pharmazeutischen Freigabe noch am gleichen Abend an zwei Schwerkranke transfundiert. Nun ist das UKR auf der Suche nach weiteren potenziellen Spender*innen.

Die Uniklinik in der Oberpfalz, eine der besten in ganz Deutschland, hat extrem schnell reagiert und sich getraut, neue innovative Wege im Kampf gegen die Pandemie zu beschreiten. Da ist sie aber bei Weitem nicht das einzige Unternehmen in der Oberpfalz – ganz im Gegenteil. Zahlreiche Firmen und Wissenschaftler*innen aus der Region reagieren extrem flexibel und passen ihre Produktionsketten sowie Forschungsprojekte der aktuellen Situation an, um Seite an Seite, gemeinsam mit dem Rest der Welt gegen das Virus zu kämpfen:

  • #esbewegtsichweiter: Mutmacher Heimatunternehmen: Mit der Kampagne #esbewegtsichweiter zeigt sich die Initiative HeimatUnternehmen Tirschenreuth in der Corona-Krisenzeit unter dem Motto „Regionales Netzwerk gegen globale Krise“ von seiner Macher-Seite. Auf der Website weiter.esbewegtsich.de und den entsprechenden sozialen Kanälen präsentieren die Unternehmer kreative Lösungen, wie sie auf die Krise reagieren. #MutMacher, #FrohMacher und #SattMacher dazu entwickeln. Hier geht's zu den kreativen Unternehmer >>>
  • Regensburger Firma entwickelt virenabtötende Masken: Die LI-EX GmbH aus Pentling ist auf Lichttechnik spezialisiert, LED und auch UV. Dieses Know-how hat Geschäftsführer und Inhaber Marco Friedrich genutzt, um eine Mund- und Nasenschutzmaske zu entwickeln, die Viren mittels UV abtöten soll. Seit 14. April liegt das Konzeot dem Patentamt vor. Weitere Infos >>>
  • Antikörper-Therapie am Uniklinikum Regensburg: Im Kampf gegen das Coronavirus SARS-CoV-2 setzt das Universitätsklinikum Regensburg nun bei schweren Krankheitsverläufen Blutplasma von genesenen COVID-19-Patient*innen ein. Hierfür werden Menschen gesucht, die ihre Erkrankung überstanden und schützende Antikörper gebildet haben. Potentielle Blutplasmaspender*innen können sich ab sofort unter der Telefonnummer 0941 944-5000 melden. Weitere Infos >

  • OTH Regensburg – Beatmung und 3D-Druck: Wie kann man sich beim Beatmen eines COVID-19-Patienten am besten vor einer Ansteckung schützen? Daran forschen aktuell Wissenschaftler*innen der OTH Regensburg. Und am Technologie-Campus Parsberg-Lupburg werden hunderte Gesichtsvisiere (Face Shields) im 3D-Druckverfahren produziert.  Weitere Infos >

  • Schnelltest von Bosch mit Oberpfälzer Know-how: An der Entwicklung des Corona-Schnelltests von Bosch war der gebürtige Weidener Franz Lärmer maßgeblich beteiligt. Weitere Infos >

  • Impfstoffforschung BioRegio Regensburg: Im Kampf gegen Corona haben die globale Entwicklung eines Impfstoffes und die Suche nach therapeutischen Wirkstoffen gegen das Virus höchste Priorität. An der Entwicklung beteilgt sind auch diese Unternehmen aus dem Cluster BioRegio Regensburg: Thermo Fisher Scientific GENEART GmbH, Davids Biotechnolgie GmbH, PAN-Biotech GmbH. Weitere Infos >

  • BMW produziert Masken mit Maschinen aus Amberg: BMW produziert aktuell keine Fahrzeuge, sondern bald schon täglich 300.000 Atemschutzmasken in Wackersdorf. Die dafür benötigten Maschinen baut laut BR die PIA-Automation in Amberg. Weitere Infos >

  • Gedruckte Masken aus Cham: Der Chamer Christian Reil produziert mit 3D-Druckern seit neuestem medizinische Hilfsmittel statt Maschinenbauteile. Weitere Infos >

  • Masken-Druck in Regensburg: Auch die Firma Gramm aus Regensburg hat ihre Arbeitsabläufe umgestellt und fertigt während der Corona-Krise Masken aus dem 3D-Drucker an. Weitere Infos >

  • RKT baut Kartusche für Virus-Testgerät: Der Corona-Schnelltest der Firma Spindiag GmbH aus Freiburg soll in etwa 30 Minuten Aufschluss über eine mögliche Corona-Infektion geben. Die Kartuschen für das Testgerät produziert die Rodinger Firma RKT.  Weitere Infos >

  • Desinfektionsmittel der Aquagroup aus Weiden: Bislang produzierte das Unternehmen für Wasserhygiene aus Weiden Elektrolyseanlagen. Seit Corona stellt die Firma mehr als 30.000 Liter Desinfektionsmittel wöchentlich her.
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