"to go": In Amberg geht das jetzt auch umweltfreundlich

Essen und Trinken zum Mitnehmen boomt in der Corona-Krise, doch das sorgt auch für viel Müll. In Amberg will man daran etwas ändern. Denn: Mehrwegbehälter sind nicht nur umweltfreundlicher, sondern oft auch günstiger. Eine großangelegte Kooperation bietet dazu jetzt Informationen und Beratung an.

Bereits am 1. Juli 2017 ging die Aktion „To go green“ der städtischen Abfallberatung und das Stadtmarketing an den Start, jetzt soll die Amberger Gastronomie auch beim Essen auf ein Mehrwegsystem setzen. Foto: Thomas Graml | Stadt Amberg

Gerade jetzt in einer Zeit, in der Wirtshäuser und Cafés geschlossen sind, boomt das Mitnehmgeschäft. Leider fällt durch den Transport meist zusätzlicher Abfall an, der sich aber vermeiden ließe. Und genau das ist das erklärte Ziel einer großen Kooperation aus Vertretern der Stadt Amberg, des Stadtmarketingvereins, der Wirtschaftsförderung Gewerbebau und der Fairtrade-Stadt Amberg. Die Gruppe setzt sich für eine Umstellung von Ein- auf Mehrwegbehälter ein und bietet Interessierten an, sie dabei zu beraten.

Immer mehr Amberger Gastronomiebetriebe und Kund:innen suchen nach umweltfreundlicheren Lösungen, da in der aktuellen Situation viel Müll durch To-Go- und Lieferangebote entsteht. Die Mehrwegbehälter sind aber nicht nur umweltfreundlicher, sondern helfen auch, Kosten zu sparen. Schon ab vier ausgegebenen Essen pro Tag sind einige Mehrwegsysteme günstiger als Einwegverpackungen.

Das Einweggeschirr habe bereits zu vielen Diskussionen unter den Amberger:innen geführt, berichtet Heike Eyb von der Fairtrade-Stadt Amberg und Unterstützerin der Kooperation. So hätten die Kooperationspartner die Beiträge auf der Facebook-Seite „Amberg liefert“ aufmerksam verfolgt und arbeiten jetzt mit ihr zusammen, um die Betriebe bei einer Umstellung zu unterstützen und zu beraten. Mit dem Ziel, den Gastronom:innen eigenen Rechercheaufwand zu ersparen und ihnen den großen Vorteil eines einheitlichen Mehrwegsystems für die Stadt Amberg zu zeigen, haben sie zwei führende Anbieter von Mehrwegsystemen vorgestellt.

Aktiver Beitrag zur Müllvermeidung

Dabei wurden Informationen in Hinblick auf die Größe, die Kosten und das Material zur Verfügung gestellt. „Selbstverständlich bleibt die Auswahl des Anbieters aber jedem Betrieb selbst überlassen“, stellt Eyb klar. Beide Anbieter bieten verschiedene Größen an auslaufsicheren Behältern mit und ohne Trennwänden an. Sie halten Speisen warm und sind mikrowellen- sowie spülmaschinentauglich. Zudem gibt es einen optionalen Spülservice und eine Rückgabeoption an Pfandautomaten, was den Einsatz auch für Supermärkte attraktiv macht.

„Die Mehrwegbehälter sind ein aktiver Beitrag zur Müllvermeidung in unserer Region“, stellt Heike Eyb zusammenfassend fest. Derzeit ist die Umstellung zwar noch freiwillig, aber ab 2023 verpflichtet eine neue deutsche Gesetzeslage alle Restaurants, Bistros und Cafés, die Essen oder Getränke zum Mitnehmen anbieten, zu einer Mehrwegalternative. Bereits ab dem 3. Juli 2021 sind Teller, Besteck, Trinkhalme und Rührstäbchen aus Kunststoff sowie To-Go-Getränkebecher, Fast-Food-Verpackungen und Wegwerf-Essensbehälter aus Styropor landesweit verboten.

Die Stadt Amberg hat schon vor mehreren Jahren in Zusammenarbeit mit dem Stadtmarketingverein die To-Go-Green Becher für Heißgetränke eingeführt, die aktuell von rund 20 Betrieben ausgegeben und wieder angenommen werden. Nähere Infos können auf der Webseite des Stadtmarketings nachgelesen werden. Auch der Winkler Bräuwirt zeigt, wie es geht: Hier hat man vor ein paar Wochen Mehrwegbehälter für die Essensabholung eingeführt.

Für weitere Informationen und Rückfragen, aber auch neue Ideen und Anregungen können sich Interessierte gerne bei Verena Fitzgerald von der Wirtschaftsförderung Gewerbebau Amberg melden, die unter der E-Mail-Adresse verena.fitzgerald(at)gewerbebau-amberg.de erreichbar ist. Die Kooperationspartner:innen freuen sich schon jetzt über alle Betriebe, die frühzeitig handeln und aktiv zur Müllvermeidung in Amberg beitragen wollen.