Neumarkt ist "Hauptstadt des Fairen Handels 2019"

Neumarkt in der Oberpfalz darf sich ab sofort als "Hauptstadt des Fairen Handels 2019" bezeichnen. Damit gewinnt zum ersten Mal eine Kommune aus Bayern diesen Titel.

Die Stadt Neumarkt trägt viele Titel. 2018 etwa wurde sie für ihr Kunst- und Kulturangebot als „Sightsleeping®-City“ ausgezeichnet. Seit diesem Jahr ist Neumarkt auch "Hauptstadt des Fairen Handels". Foto: Dietmar Denger

Den Titel "Hauptstadt des Fairen Handels" können Städte und Gemeinden gewinnen, die durch eigene Aktivitäten vor Ort den Fairen Handel unterstützen. Dazu zählen sowohl einzelne innovative Aktionen oder Projekte, als auch kontinuierliche Maßnahmen, Leitbilder und Strategien.

„Auffällig waren dieses Mal die Maßnahmen in vielen Kommunen, die Schritte zu Fairem Handel und Fairer Beschaffung nachhaltig strukturell zu verankern", berichtet Michael Marwede von der "Servicestelle Kommunen in der Einen Welt". Diese führt den Wettbewerb seit 2003 im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) durch.

In diesem Jahr überzeugte die Stadt Neumarkt in der Oberpfalz die unabhängige Jury und setzte sich gegen 99 andere Kommunen aus ganz Deutschland durch – und wird somit zur ersten "Hauptstadt des Fairen Handels" in Bayern. Der erste Platz ist mit einem Preisgeld in Höhe von 70.000 Euro dotiert. Die Oberpfälzer Stadt ist übrigens ein treuer Teilnehmer des Wettbewerbs seit 2005. Seit 2011 belegt die Neumarkt regelmäßig einen Platz unter den Top 5: 2011 den 4. Platz, 2015 den 3. Platz, 2013 und 2017 jeweils den 2.Platz.

Dass sich nicht nur in Großstädten etwas bewegt, sondern auch in Kommunen mit einer Einwohnerzahl von 20.000 bis 100.000, habe Neumarkt eindrücklich gezeigt, so die Veranstalter. Die Stadt habe die Jury unter anderem mit ihrem starken und breit aufgestellten gesellschaftspolitischen Engagement und der festen, strategischen Verankerung des Gedankens des Fairen Handels in der bayerischen Kommune überzeugt.

Als preiswürdig erachtete die Jury auch die tiefe, regionale wie thematische Vernetzung der Kommune mit anderen Akteuren. "Ausgezeichnet werden ferner die Kontinuität der Arbeit und die Vielfältigkeit der eingereichten Projekte, darunter etwa die Vergabe von Mikrokrediten in den Globalen Süden durch Neumarkt selbst. Die sehr gute Qualität der Projekte hält mühelos den Vergleich mit größeren Kommunen stand. Außergewöhnlich gelungen ist auch die Verbindung der Idee des Fairen Handels mit anderen Querschnittsthemen wie Klima und Umwelt", so die Jury.

Die fairen Gewinner 2019
Stadt Neumarkt in der Oberpfalz (70.000 Euro); Stadt Bad Säckingen (40.000 Euro) und Stadt Münster (40.000 Euro); Stadt Nürnberg (30.000 Euro); Stadt Leipzig (20.000 Euro). Weitere Sonderpreise, mit je 10.000 Euro dotiert, gehen für gelungene Einzelprojekte an Dinslaken, Gotha, Hamburg, Lübeck und Westerstede.

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