Nach der Wahl: Ostbayerns Wirtschaft stellt Forderungen an Politik

Die Bayern haben am 14. Oktober ihre Stimme für den Landtag abgegeben. Bald steht fest, welche Koalition das Land regieren wird. Von den regionalen Firmen gibt es schon jetzt ein paar Hausaufgaben für die künftige Regierung.

Bayrische Wähler geben am 14.10.2018 ihre Stimme für den Landtag ab.

"Mehr Digitalisierung, weniger Bürokratie, Wettbewerbsfähigkeit stärken" - das sind die wichtigsten Forderungen der ostbayerischen Wirtschaft an die künftige Landesregierung. „Es zeichnete sich in den vergangenen Monaten ja bereits ab, dass Bayerns Wähler eine Koalitionsregierung anstreben“, kommentiert Dr. Jürgen Helmes, Hauptgeschäftsführer der IHK Regensburg für Oberpfalz / Kelheim das Wahlergebnis von Sonntag. „Wir gratulieren den gewählten Volksvertretern und geben ihnen gleichzeitig die Hausaufgaben der ostbayerischen Wirtschaft mit auf den Weg in den Landtag."

Die Forderungen ergeben sich aus einer aktuellen Konjunkturumfrage der IHK. Über 300 Firmen aus der Region wurden dabei auch zu ihrer Zufriedenheit mit der Landespolitik und den Erwartungen an das neue bayerische Kabinett befragt. Der Wettbewerbsfähigkeit des Standorts stellen die regionalen Unternehmerinnen und Unternehmer ein gutes Zeugnis aus. Dass dieses gute Ergebnis allerdings kein Ruhekissen für die Politik sein kann, zeigt die Frage nach den Themenfeldern, bei denen die Unternehmen großen Handlungsbedarf in der bayerischen Politik sehen.

Unternehmer wollen den Bürokratieabbau

Die Staatsregierung auf Bundes- und Landesebene solle demnach Schwerpunkte insbesondere bei der Förderung der Digitalisierung, beim Bürokratieabbau, dem Ausbau der Verkehrsinfrastruktur und mehr Engagement für die Fachkräftesicherung setzen. Für 91,7 Prozent der Befragten ist es wichtig oder sogar sehr wichtig, dass der Freistaat sie bei der Bürokratie entlastet. „Es herrscht zwar parteiübergreifend Einigkeit darüber, dass Bürokratie abgebaut werden muss, davon gesehen haben die Firmen in der vergangenen Legislaturperiode allerdings recht wenig“, stellt IHK-Hauptgeschäftsführer Helmes fest.

Dicht gefolgt (91,4%) ist die Forderung nach besseren Rahmenbedingungen bei der Digitalisierung. „Ganz konkret gesagt: Fehlt eine flächendeckende und schnelle Funk- und Breitbandversorgung, sind das für die Firmen massive Wettbewerbsnachteile“, so Helmes. Eine leistungsfähige Verkehrsinfrastruktur und die Unterstützung bei der Fachkräftesicherung sind für vier von fünf Befragten wichtig und sehr wichtig. Auch in Sachen "Wettbewerbsfähigkeit" erhofft sich die Wirtschaft mehr Unterstützung und konkrete Maßnahmen von der Politik.