IN dies "Kille Wau und Tscheimitschi Tscheng – wer hod an neuen Kaiser g´seng?"

Einmal im Jahr liegt China mitten in der Oberpfalz: In Dietfurt im Landkreis Neumarkt wird an den närrischen Tagen seit vielen Jahrzehnten Chinesenfasching gefeiert. In diesem Jahr ganz ohne Kaiser, dafür mit einer geheimnisvollen Drachenprinzessin...

Einmal im Jahr liegt China in der Oberpfalz: Dann wird in Dietfurt wieder Chinesenfasching gefeiert. Foto: Tourist Info Dietfurt

Der Chinesenfasching in Dietfurt a.d. Altmühl ist ein Kuriosum. 1928 trat die Dietfurter Blaskapelle erstmals in einem Chinesenkostüm beim Faschingszug auf, mit der Wahl des ersten Kaisers beim Festzug im Jahr 1954 wurde der Dietfurter Fasching, wie er traditionell am Unsinnigen Donnerstag gefeiert wird, gegründet. " "Kille Wau und Tscheimitschi Tscheng – wer hod an neuen Kaiser g´seng?" lautet das Motto für den Chinesenfasching in diesem Jahr. Denn in diesem Jahr findet der Chinesenfasching ohne die Leitfigur eines Kaisers oder einer Kaiserin statt. Dies bedeutet jedoch nicht, dass die Bayrischen Chinesen und ihre Gäste nicht genauso feiern können! Der große Drachenwagen zieht beim Umzug trotzdem durch die Stadt, er wird gelenkt von der geheimnisvollen Drachenprinzessin und ihren getreuen Mönchen, die uns für den nächsten Unsinnigen im Jahr 2021 einen neuen Kaiser oder Kaiserin von den Ahnen erbitten möchte.

Der Ablauf des "Nationalfeiertages" ist genau festgelegt: Bereits ab 13.00 Uhr stimmt DJ Mike Checkoff von der monumentalen Stufenbühne am Rathaus die Zuschauer ein. Ab 14.00 Uhr zieht der große Gaudiwurm mit 45 Gruppen durch die Stadt. Dieses Jahr steht natürlich ganz unter dem Motto der Kaisersuche: „Kille Wau und Tscheimitschi Tscheng – wer hod an neuen Kaiser g’seng?“. Nach dem Umzug, etwa gegen 15.30 Uhr, beginnt am Rathaus die große Podiumsgaudi, die sich ebenfalls um die Suche nach einem neuen Regenten oder einer Regentin dreht.