Im Schnellzug von Schwandorf nach Prag: EU fordert Ausbau der Bahnstrecke

Wer mit der Bahn von München nach Prag reist, sollte viel Zeit einplanen. Denn auf dieser Strecke fährt kein ICE. Nun scheint allerdings wieder Bewegung in den längst überfälligen Trassenausbau zu kommen: Laut EU-Verkehrskoordinatorin Karla Pejis fordert die Europäische Union den Ausbau der Bahnverbindung von München nach Prag über Schwandorf und Furth im Wald.

Es gent voran: Jetzt fordert auch die EU den baldigen Ausbau der Bahnstrecke von München nach Prag über Schwandorf und Furth im Wald. Foto: Pixabay

Diese klare Botschaft teilte Karla Pejis, EU-Verkehrskoordinatorin für den Rhein-Donau-Korridor einer Delegation aus der Oberpfalz und Pilsen mit. Die Gruppe um Bezirkstagspräsident Franz Löffler hatte sich mit Pejis in der Generaldirektion für Mobilität und Verkehr (DG Move) der Europäischen Kommission in Brüssel getroffen, um den Trassenausbau zu besprechen.

Bereits seit 2017 ist die Strecke in den vordringlichen Bedarf des Bundesverkehrswegeplanes aufgenommen worden und hat sowohl für die wirtschaftliche Entwicklung der Region Oberpfalz-Pilsen als auch für das transeuropäische Verkehrsnetz enorme Bedeutung. Nach einer Modernisierung und Elektrifizierung der Strecke könnte der Güter- sowie Personentransport deutlich ausgeweitet und die Fahrzeit zwischen München und Prag von derzeit sechs auf vier Stunden reduziert werden.

Auch die bayerische Regierung weiß um die dringliche Notwendigkeit dieser Sanierung: Laut Bezirkstagspräsident Franz Löffler hält der Freistaat seine Planungszusage in Höhe von sechs Millionen Euro fest aufrecht und im Bundesverkehrsministerin sollen bald die Planungen für den Ausbau starten. Ein schnelles Handeln sei umso mehr erforderlich, so Löffler, als auf der tschechischen Seite bereits konkret an der Elektrifizierung und Erweiterung der Strecke zwischen Prag, Pilsen und der Landesgrenze geplant werde.

Kreishauptmann Josef Bernard aus Pilsen und sein Kollege Pavel Čížek betonten bei dem Treffen in Brüssel, das große Interesse an dieser Verbindung, da sie wirtschaftlich und ökologisch die beste Lösung biete. Man warte jedoch auf entsprechende Signale von der deutschen Seite, dass dort der Ausbau ebenfalls vorangehe.

Auch aus Sicht von Karla Pejis verfüge die Strecke über optimale Voraussetzungen, um den wachsenden Verkehrsströmen gerecht zu werden und gezielt Akzente für den Klimaschutz zu setzen. Sie sicherte ihre volle Unterstützung für den Ausbau über Furth im Wald zu, für den auch EU-Fördermittel aus dem Programm Connecting Europe Facility (CEF) genutzt werden könnten. Voraussetzung dafür sei, dass die Strecke vollständig elektrifiziert werde.

„Die Aussage von Frau Pejis ist ein klares Signal an unsere Region, dass das Projekt auch bei der EU höchste Priorität genießt“, sagte Löffler. „Für uns heißt es jetzt, schnellstmöglich in die Planung und Umsetzung zu gehen“.