Göttliches Wunder oder dreister Schwindel? LTO spielt die Konnersreuther Resl

Die Konnerseuther Resl - kennst Du auch, oder? Das Landestheater Oberpfalz bringt im neuen Stück "Resl unser" eine Geschichte hinter der Geschichte auf die Bühne.

Doris Hofmann gibt in "Resl unser" den Stummfilmstar Lillian Gish. Sie reist nach Konnersreuth, um sich von der echten Resl Inspiration für ihren Film zu holen. Bild: LTO

Die Konnersreuther Resl - eine Frau, die das Leiden Christi selbst Woche für Woche in ihren Visionen erlebt hat. Dabei blutete sie aus Wundmalen an Kopf, Händen und Füßen. Dieses Phänomen der Bauernmagd Therese Neumann hat den Ort Konnersreuth im Landkreis Tirschenreuth in der Oberpfalz überregional bekannt gemacht. Hatte doch jeder Interesse an dieser wundersamen Geschichte, an der sich bis heute die Geister scheiden.

Den Stoff greift in dieser Spielsaison das Landestheater Oberpfalz in der Produktion "Resl unser" auf. Doch das LTO bringt nicht die Geschichte an sich auf die Bühne, sondern erzählt die Geschichte hinter der Geschichte. Premiere ist am 14. März in der Regionalbibliothek Weiden.

Um was es geht

1927: Der berühmte jüdische Theaterregisseur Max Reinhardt will einen Stummfilm über das Mirakel von Konnersreuth drehen. Hauptfigur: Die Konnersreuther Resl. Deshalb macht er sich zusammen mit Stummfilmstar Lilian Gish aus Hollywood, die die Resl spielen soll, auf den Weg in die Oberpfalz. Dort wollen die beiden wichtige Erkenntnisse für den Dreh des Film erlangen. Aber um zu Resl vorgelassen zu werden, gilt es zunächst einmal, den örtlichen Pfarrer Joseph Naber von der Unbedenklichkeit des Unternehmens zu überzeugen. Autor Bernhard Setzwein macht daraus für das LTO das Bühnenstück "Resl unser", das an sechs Terminen in Weiden zu sehen ist. Regie führt Till Rickelt.

Historischer Hintergrund

Realität an der Geschichte ist, dass Max Reinhardt tatsächlich einen Stummfilm plante, der erkennbar von den Konnersreuther Ereignissen inspiriert war. Reinhards Agent Rudolf Kommer hatte für das Projekt Joseph Scheck von United Artists als Produzenten gewonnen und Lilian Gish, einer der größten weiblichen Hollywoodstars der Stummfilmära, war für die Hauptrolle vorgesehen, während Hugo von Hofmannsthal mit dem Entwurf des Drehbuchs beauftragt wurde. Im Mai 1928 reiste Lilian Gish tatsächlich nach Europa. In Konnersreuth traf sie laut ihrer Biografie auch Therese Neumann und erlebte eine ihrer Visionen. Der Durchbruch des Tonfilms bedeutete damals das Ende des Projekts noch vor Beginn der Dreharbeiten, weil weder Reinhardt noch Gish sich in der kurzen Zeit in der Lage sagen, den Stoff kurzfristig an die Erfordernisse der neuen Technik anzupassen.

Doris Hofmann spielt den Stummfilmstar Lillian Gish. Foto: LTO

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