Fasching in der Oberpfalz 2018

Die närrischen Tage rücken immer näher: Da wird auch in der Oberpfalz gefeiert, was das Zeug hält! In Dietfurt regiert wieder ein Kaiser und in Amberg sind die Hexen los. Aber das ist noch längst nicht alles...

Einmal im Jahr liegt China in der Oberpfalz: Dann wird in Dietfurt wieder Chinesenfasching gefeiert. Foto: Tourist Info Dietfurt

Fasching im Oberpfälzer Wald:
Nascha Pfinsta und Faschingausackern

Am "Naschn Pfinsta" (Närrischer Donnerstag) befindet sich der beschauliche Markt Moosbach alljährlich im Ausnahmezustand. Der Moosbacher Weiberfasching, in diesem Jahr am 8. Februar, ist über die Landkreisgrenze hinaus bekannt und beliebt. Tausende "Maschkerer" in phantasievollen Kostümen sind bis in die Morgenstunden unterwegs. Sie feiern in den Landgasthöfen und auf der Open-Air-Faschingsparty mit Megabühne, riesiger Musikanlage und Lasershow. Die Narren kommen mit Bussen, Taxen oder auch in Wohnwägen und schlagen sich in Moosbach die Nacht um die Ohren.

Weniger Party, dafür mehr Tradition gibt es beim Faschingausackern. In Pullenried bei Oberviechtach wird der Fasching in althergebrachter Zeremonie von "Gaudibursch’n" und geschwärzten "Rußerern" mit Pferd und Drehpflug ausgeackert. Mit Kanonenknall und einer Windmaschine zieht der Zug von Wirtshaus zu Wirtshaus. Mittels Sämaschine wird Frohsinn und Heiterkeit in die Herzen der vielen Zuschauer gesät.

 

Schmidmühlener Fischzug im Amberg-Sulzbacher Land

Belege für den Schmidmühlener Fischzug, einen Aschermittwochsbrauch aus dem Amberg-Sulzbacher Land, reichen bis ins 19. Jahrhundert zurück. Bei dem mehrstündigen Zeremoniell wird der Fasching "beerdigt" und so tragen alle Teilnehmer schwarze Anzüge und Zylinder. Auf ihrem Trauermarsch durch Schmidmühlen kehren die Männer in die Dorfwirtshäuser ein, wo sie Fisch, Schwarzbrot und reichlich Freibier bereits erwarten. Höhepunkt der Traditionsveranstaltung ist das mitternächtliche Geldbeuteleingraben, laute Klagen über den desolaten Zustand der finanziellen Lage gehören selbstverständlich dazu.

 

"90 Jahre Bayrisch China, alles feiert – ois is prima!"

Der Chinesenfasching in Dietfurt a.d. Altmühl ist ein Kuriosum. 1928 trat die Dietfurter Blaskapelle erstmals in einem Chinesenkostüm beim Faschingszug auf, mit der Wahl des ersten Kaisers beim Festzug im Jahr 1954 wurde der Dietfurter Fasching, wie er traditionell am Unsinnigen Donnerstag gefeiert wird, gegründet. "90 Jahre Bayrisch China, alles feiert – ois is prima!" lautet das Motto für den Chinesenfasching in diesem Jahr. Der Ablauf des "Nationalfeiertages" ist genau festgelegt: Die Dietfurter werden um 2 Uhr morgens mit einem Weckruf aus dem Bett geholt. Mittags stimmen sie sich auf der großen Stufenbühne in der Altstadt mit Musik auf den Chinesenfasching ein, bevor ab 13.61 Uhr der riesige Maskenzug mit aufwendig dekorierten, rund 50 Wagen- und Fußgruppen sowie fünf Musikkapellen die Straßen des Städtchens in Ausnahmezustand versetzt. Mit der feierlichen Ausrufung des Kaiser Ko-Houang-Di auf dem Stadtplatz ist der offizielle Teil der Feierlichkeiten beendet, in den Gaststätten und Kneipen sind aber bis in die Morgenstunden die Narren los.

 

Bei der Rötzer Fasenacht wirds althistorisch

Die Geschichte des Faschings in Rötz (Landkreis Cham) geht bis ins Jahr 1860 zurück. Und auch in diesem Jahr wird am Faschingsdienstag (13. Februar) bereits frühmorgens von den "Zädungsdandla" die Rötzer Faschingszeitung mit viel an "Eigenwilligem und Merkwürdigem" verteilt. Der große Gaudiwurm mit rund 50 Gruppen und Mottowägen zieht ab 14 Uhr durch die Straßen. Das anschließende "Ausspielen" ist jedoch das Kernstück der Althistorischen Rötzer Fasenacht. Dabei werden originelle Begebenheiten innerhalb der Bürgerschaft dargestellt und zum Besten gegeben. Man übertreibt dabei natürlich maßlos und bedient sich mitunter einer derben Ausdrucksweise - nicht immer zur Freude der Betroffenen. Zum Abschluss der Althistorischen Rötzer Fasenacht trifft man sich im Rötzer Fürstenkasten bei Live-Musik und weiteren  Auftritten zum Kehraus.

 

Open-Air-Faschingsparty: Amberger Hexennacht

Faschings- und Partyfreunde aufgepasst: Am Unsinnigen Donnerstag, 8. Februar, steigt am Amberger Marktplatz mit der Hexennacht wieder die überregional bekannte Open-Air-Faschingsparty. Bereits am Nachmittag haben die Hexen den Oberbürgermeister im Visier und stürmen das Amberger Rathaus, bei passendem Wetter nehmen sie auch den Rathausbalkon in Beschlag. Im Anschluss ziehen alle Hexen durch die Innenstadt, wo sie ihr Unwesen treiben und sich ab 17.30 Uhr zum Hexentanz formieren. Nach ihrem Hexenreigen beziehen sie auch die Kinder in ihre Runde ein. Um 18 Uhr wird dann die Hexennacht eröffnet, bei der die Partyband D’Quertreiber dem Faschingsvolk bis 23 Uhr einheizt.

 

Ostbayerischer Faschingszug in Regensburg

Der größte Gaudiwurm der Oberpfalz schlängelt sich in diesem Jahr durch die Hauptstadt. Viele Jahre mussten die Regensburger auf einen Faschingsumzug verzichten, dafür fällt er heuer gleich ein bisschen größer aus: Am 4. Februar zieht der Ostbayerische Faschingszug durch die Domstadt. Organisiert wird das bunte Treiben von der Faschingsgesellschaft Narragonia, die in diesem Jahr ihr 170-jähriges Jubiläum feiert - und damit der älteste Karnevalsverein Bayerns ist. Da geben sich nicht nur Teilnehmer aus ganz Ostbayern die Ehre. Das Spektakel lockt auch immer wieder Tausende von Zuschauern an. Los geht es pünktlich um 13:13 Uhr 
 

Kehraus-Party vor dem Alten Rathaus in Weiden

Den Fasching mit einem bunten Faschingstreiben am Oberen Markt ausklingen zu lassen, ist in Weiden bereits eine feste Tradition. Aber in diesem Jahr kommt wieder etwas mehr Schwung in die Sache: Die Stadt Weiden hat zusammen mit der Narrhalla Weiden e. V. eine neue Kehraus-Party aus der Taufe gehoben. Am Faschingsdienstag um 14:30 Uhr beginnt das bunte Programm mit dem Kinderfasching am Oberen Markt. Ab etwa 18 Uhr startet die Party für die jungen und junggebliebenen Faschingsfreunde mit DJ Vadim und den besten Hits aller Zeiten. Um 21.30 Uhr lebt ein alter Brauch wieder auf: Spektakulär wird der Fasching eingegraben.