donumenta-Aktion: Neuer Name für die Eiserne Brücke

Der Künstler Dušan Zahoranský hat Regensburg bei seinem Aufenthalt 2019 als Stadt der Seenotrettung erkannt. Für den Platz nördlich des Museums der Bayerischen Geschichte und die Eiserne Brücke hat der Artist-in-Residence der donumenta jetzt neue Namen entwickelt.

donumenta-Künstler Dušan Zahoranský liefert Diskussionsstoff für Regensburg - mit der „Michael Buschheuer Brücke“ und dem „Alan & Ghalib Kurdi Hafen“. Foto: Fotomontage: Dušan Zahoranský

Die Eiserne Brücke in Regensburg wird zur „MICHAEL-BUSCHHEUER-BRÜCKE“. Und der Platz vor dem Museum der Bayerischen Geschichte wird zum „ALAN & GHALIB KURDI HAFEN“ - zumindest für kurze Zeit. Die symbolische Umbenennung ist eine Kunstaktion des donumenta-Künstlers Dušan Zahoranský. Der Artist-in-Residence hat bei seinem Aufenthalt 2019 in Regensburg die Stadt als Stadt der Seenotrettung erkannt. Zahoranský fand, dass nicht nur die Gesandten beim Immerwährenden Reichstag, Könige und Patrizier aus längst vergangenen Jahrhunderten Paten für Straßen und Plätze sein sollten, sondern ebenso Vorbilder des 21. Jahrhunderts. Diese Idee wird jetzt in die Tat umgesetzt.

Enthüllung am 3. September

Riesige Lettern werden die Umbenennung der beiden Örtlichkeiten in Kürze für alle sichtbar machen. Die Enthüllung erfolgt am 3. September im Beisein von Oberbürgermeisterin Gertrud Maltz-Schwarzfischer und Stadträtin Kerstin Radler (Freie Wähler). Beide haben sich für die Umsetzung dieser symbolischen Neubenennung eingesetzt. Sie würdigen damit sowohl das Engagement des Sea-Eye-Gründers Michael Buschheuer als auch die künstlerische Arbeit des donumenta e.V..

Michael Buschheuer startete 2015 die Seenotrettungs-Initiative „Sea-Eye“. Anfang September 2015 ging das Bild des am Strand liegenden toten Alan Kurdi um die Welt. Der Zweijährige wurde zur Symbolfigur für die humanitäre Not der Flüchtenden im Mittelmeer. Alans Bruder Ghalib, damals vier Jahre alt, wurde mit der ebenfalls bei der Flucht aus Syrien umgekommenen Mutter in unmittelbarer Nähe in den Klippen gefunden. Von Ghalib gibt es kein Bild. Um auch an den Bruder zu erinnern, widmet Zahoranský seinen Hafen den beiden Brüdern.

Bis etwa zum 3. Dezember 2020 werden die Namen von Retter und Opfern an den sich gegenüberliegenden Donauufern zu sehen sein. Sie erinnern an Millionen von Menschen auf der Flucht nach Europa.

Zum Künstler und zum Projekt

Dušan Zahoranský studierte in Bratislava und Nottingham. Heute lebt und arbeitet er in Prag, lehrt an der dortigen Kunstakademie und gehört zu den bedeutendsten Künstlern Tschechiens. Zahoranský ist ein Meister der Typografie im öffentlichen Raum. „Wörter in einer öffentlichen demokratischen Umgebung fördern die Diskussion“, sagt er. Auf einer Art Teppichstange aus betonierten Stützen hat er Buchstaben aufgefädelt. Wer vorbeikommt, setzt sie zu neuen Worten zusammen und kommt so mit anderen ins Gespräch. Jetzt versorgt der tschechische Künstler auch Regensburg mit Diskussionsstoff.

Im Projekt „HERITAGE TODAY/TOMORROW“ des donumenta e.V. arbeiten Künstler*innen aus allen Donauländern am Brückenschlag zwischen dem reichen kulturellen Erbe der historischen Reichstadt und der Bedeutung dieses Erbes für Gegenwart und Zukunft. 


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