Die Oberpfalz hat jetzt ein Zentrum für Erinnerungskultur

Die lange und intensive Zusammenarbeit zwischen der Universität Regensburg und der KZ-Gedenkstätte Flossenbürg trägt neue Früchte: in Regensburg gibt es jetzt ein Zetrum für Erinnerungskultur – eine Schnittstelle zwischen Theorie und Praxis. Thematisch liegt ein Schwerpunkt in der Auseinandersetzung mit der NS-Zeit.

Bildcollage zum Zentrum für Erinnerungskultur – rechts das Außengelände der KZ-Gedenkstätte Flossenbürg (Bild: KZ-Gedenkstätte Flossenbürg / Foto: Thomas Dashuber); in der Mitte Studierende an der Universität Regensburg (Foto: Daniel Braun); links das Sammelgebäude der Universität Regensburg (Bild: Universität Regensburg, Foto: Antonia Pröls). Foto: Universität Regensburg

Die Universität Regensburg hat ein neuartiges Zentrum für Erinnerungskultur gegründet. Das Zentrum, das seine Arbeit Anfang 2021 aufnehmen wird, basiert auf der Intensivierung der langjährigen erfolgreichen Zusammenarbeit der Universität Regensburg mit der KZ-Gedenkstätte Flossenbürg. Im Januar 2020 hatte der Bayerische Ministerrat das Zentrum für Erinnerungskultur in sein Gesamtkonzept zur Erinnerungsarbeit an die Opfer des Nationalsozialismus sowie zum Kampf gegen Rassismus und Antisemitismus aufgenommen.


Als offener Denk- und Gestaltungsraum wird das Zentrums für Erinnerungskultur (ZE) von zwei Säulen getragen: Von der Universität Regensburg als wissenschaftlichem Forschungs-, Lehr- und Begegnungsort und vom konkreten historischen Ort Flossenbürg mit seinem Steinbruch und der zum Teil erhalten gebliebenen Architektur des NS-Konzentrationslagers. Thematisch liegt ein Schwerpunkt des Zentrums in der Auseinandersetzung mit der NS-Zeit; darüber hinaus wird das ZE jedoch auch weiter zurückliegende Entwicklungen und geschichtspolitische Strukturen in den Blick nehmen.

Aus einer Vision wird Wirklichkeit

Zentrale Aufgabe des Zentrums, das sich als Schnittstelle zwischen Theorie und Praxis begreift, ist der Wissenstransfer: Neben der Öffentlichkeitsarbeit und der Zusammenarbeit mit Gedenk- und Welterbestätten, Dokumentationszentren und Museen strebt das Zentrum für Erinnerungskultur auch eine Einbindung der Lehramtsausbildung an.

„Innerhalb kürzester Zeit ist es uns gelungen, die Vision eines Zentrums für Erinnerungskultur Wirklichkeit werden zu lassen“, sagt Prof. Dr. Udo Hebel, Präsident der Universität Regensburg: „Gerade in diesen Zeiten stehen wir als Universität in der Verantwortung, deutlich unsere Stimme gegen Rechtspopulismus, Rassismus, Diskriminierung und besonders auch gegen Geschichtsvergessenheit und Erinnerungsleugnung zu erheben."
Institutionell kann das Zentrum für Erinnerungskultur an der Universität an den interdisziplinären Master-Studiengang „Public History und Kulturvermittlung“ anknüpfen, der seit 2018 geschichts- und kulturwissenschaftliche Perspektiven mit Akzenten der Informationswissenschaft und der Digital Humanities verbindet.

In der Startphase kann das Zentrum für Erinnerungskultur bereits auf konkreten, teilweise drittmittelfinanzierten Projekten aufbauen. Kooperationsvorhaben mit namhaften Stiftungen sind in Vorbereitung. Die feierliche Eröffnung des Zentrums für Erinnerungskultur ist für das Frühjahr 2021 – im zeitlichen Kontext zum 23. April, dem Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers Flossenbürg – geplant.

 

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