25. Kurzfilmwoche Regensburg: Diese 5 Filme solltest Du nicht verpassen

Über 330 Shorts laufen bei der Kurzfilmwoche Regensburg von 13. bis 24. März. Da kann man als Festivalbesucher bei der eigenen Filmauswahl schon mal ins Schwitzen kommen. Aber nicht mit uns. Denn wir haben die Insider-Tipps. Festivalleiterin Insa Wiese und Team verraten ihre Favoriten. Spoiler: sogar ein Oscargewinner ist dabei.

DAS Filmfestival in der Hauptstadt der Oberpfalz - die Internationale Kurzfilmwoche Regensburg zeigt über 330 Shorts aus der Oberpfalz, Deutschland und der ganzen Welt. Foto: Internationale Kurzfilmwoche Regensburg

Immer wenn die bunten Fahnen vor dem Regensburger Bahnhof mit dem Logo der Kurzfilmwoche gehisst werden, weht Berlinale-Flair durch die Hauptstadt der Oberpfalz. Denn während dieser Tage steht Regensburg ganz im Zeichen der Filmkunst. In diesem Jahr feiert das renommierte Filmfestival, das Cineasten aus ganz Deutschland in die Oberpfalz lockt, sein 25. Jubiläum.

Knapp 2.500 Kurzfilme haben Festivalleiterin Insa Wiese und Team gesichtet, um das hohe Niveau der Internationalen Kurzfilmwoche Regensburg zu garantieren: 119 aktuelle Produktionen laufen verteilt auf fünf Wettbewerbe. Daneben finden über 200 weitere Shorts ihren Weg auf Leinwände und Häuserfassaden. Eine ganze Menge an cineastischen Perlen. Und wer die Wahl hat, hat bekanntlich auch die Qual...

Da nur wenige Festivalbesucher den zeitlichen Luxus haben, alle rund 330 Shorts zu sehen, wird das Programmheft und YouTube für sie im Vorfeld zur Pflichtlektüre. Stundenlang werden Synopsen gewälzt und Trailer geschaut, um die Filme zu finden, die dem eigenen Geschmack entsprechen. Das geht aber auch einfacher – und zwar mit Insider-Tipps.

Wir haben Festivalleiterin Insa Wiese und Teamkollegen nach Empfehlungen und Festival-Highlights gefragt, die man nicht verpassen sollte.

Insa Wiese empfiehlt: "Bigger than Life" (Mazedonien, Deutschland, Italien)

"Bigger Than Life" ist ein Musikfilm in vier Akten. Skopje 2014 heißt der monumentale Bauplan der mazedonischen Regierung, die ihre Hauptstadt als Wiege der antiken Hochkultur und als Ursprung Europas inszenieren möchte. Ist das etwas Neues?

Insa Wiese: „Mich reizt bei diesem Short vor allem, wie der Filmemacher die verschiedenen hohen Künste Oper, Architektur und Poesie kombiniert. So stellt er dar, wie eine Stadt versucht, eine kollektive Identität zu schaffen. Durch überhöhte Bilder und einen übertriebenen Ton erreicht diese Darstellung ironische Brüche und Humor, die dem Publikum einfach Freude bereiten und dennoch die Tragödie der Situation verdeutlichen.“

Bei der Kurzfilmwoche Regensburg zu sehen im Architekturfenster am Samstag, 16. März, 21 Uhr im Wintergarten im Andreasstadel und am Montag, 18. März, um 19 Uhr im W1 – Zentrum für junge Kultur.


Insa Wiese leitet die Internationale Kurzfilmwoche Regensburg in diesem Jahr zum zehnten Mal – und das mit viel Liebe. Denn das mittlerweile international bekannte Festival ist und bleibt eine Herzensangelegenheit für die gebürtige Ostfriesin und Wahl-Bayerin.  

Michael Fleig empfiehlt: "Skin" (USA)

Im oscarprämierten Drama "Skin" beginnt alles in einem kleinen Supermarkt in einer Arbeiterstadt in den USA: Ein schwarzer Mann lächelt einen zehnjährigen weißen Jungen an der Kasse an. Dieser harmlose Moment schickt zwei Lager in einen rücksichtslosen Krieg, der mit einem schockierenden Gegenschlag endet.

Michael Fleig: "Oscar-Filme berücksichtigten wir selten in unserem Wettbewerb, da sie in der Regel zwar über Production Value verfügen, dramaturgisch aber sehr konventionell sind. 'Skin' ist da eine wirklich gelungene Ausnahme, ein Film so eindringlich wie eine Tätowiernadel!"

Bei der Kurzfilmwoche Regensburg zu sehen im Internationalen Wettbewerb 5 (IW5) am Freitag, 15. März um 19 Uhr im Wintergarten im Andreasstadel und am Samstag, 16. März, im Ostentor-Kino.


Medienwissenschaftler Dr. Michael Fleig ist seit 2009 bei der Internationalen Kurzfilmwoche Regensburg und Leiter der Programmheft-Redaktion. Außerdem ist er Teil des Auswahlkomitees der Wettbewerbs- und Sonderprogramme.   

Christian Sailer empfiehlt: "Swatted" (Frankreich)

Der französische Kurzfilm "Swatted" thematisiert das Swatting. Dabei handelte es sich ursprünglich um einen Telefonstreich, bei dem ein Notfall vorgetäuscht und infolgedessen etwa Polizei oder sogar eine Spezialeinheit (SWAT) zu einem Opfer geschickt wird. Der Filmemacher Ismael Joffroy Chandoutis untersucht das Mobbing-Phänomen in der Welt der Online-Gamer.

Christian Sailer: "Das ist eine granatenstarke Mischung aus Doku und Animation, die sich hervorragend auf großer Leinwand macht!"

Bei der Kurzfilmwoche Regensburg zu sehen im Internationalen Wettbewerb 7 (IW7) am Samstag, 16. März, um 21 Uhr und am Montag, 18. März, um 21 Uhr, jeweils im Ostentor-Kino.


Christian Sailer hat viele Aufgaben bei der Kurzfilmwoche, eine davon ist die Organisation des Regionalfensters. Dort laufen Shorts von regionalen Filmemachern.

"Not my Type" (Deuschland / Schweiz)

Bei dem gerade mal dreiminütigen Short "Not My Type" handelt es sich um eine experimentelle Animation über die Geschichte der Typographie, der Drucktechnik und die Erfahrungen eines Moskito mit Shakespeares wohl bekanntestem Zitat …

Gabriel Fieger: "Rhythmisch und humorvolle Animation. Sounddesign und Bilder weisen eine überaus stimmige Harmonie auf."

Bei der Kurzfilmwoche Regensburg zu sehen im Deutschen Wettbewerb 4 (DW4) am Freitag, 15. März, um 20 Uhr und am Montag, 18. März, um 21 Uhr jeweils in der Filmgalerie – Leerer Beutel.


Gabriel Fieger ist an der Orga des Deutschen Wettbewerbs beteiligt, aus dem auch seine Empfehlung stammt.  

"Sen Toe" (Japan)

Eigentlich ist Sento ein japanisches Bad. In diesem Siebenminüter wird sich aber nicht darin gewaschen, sondern zwei Mädchen und ihre Großmutter waschen das Bad selbst. Letztere verfällt in einen Traum und das Bad wird zu einer herrlich skurrilen Bühne für einen Tanz mit gelben Plastikschalen vor einem riesigen Druck des Mount Fuji.

Jona Manow: "Diesen Film muss man einfach sehen, weil er nicht nur großartig skurril und wunderbar rührend ist, sondern auch voller Spielfreude."

Bei der Kurzfilmwoche Regensburg zu sehen im Sonderprogramm Japan 3 am Sonntag, 17. März, um 19 Uhr und am Mittwoch, 21 Uhr, jeweils im Wintergarten im Andreasstadel.


Jona Manow war an der Organisation für das Sonderprogramm Japan beteiligt. Es werden historische und aktuelle Produktionen gezeigt sowie eine Werkschau zu Takashi Makino.