Teller in einem Spitzenrestaurant
Foto: envato

Michelin-Sterne über der Oberpfalz: Wer die Tester überzeugt hat

Der neue Guide Michelin ist da und zeigt: Die Oberpfalz hält ihr hohes kulinarisches Niveau. Sieben Restaurants in der Region glänzen im neuen Führer mit den begehrten Sternen. Während in Neunburg vorm Wald der Generationswechsel am Herd reibungslos geklappt hat, sorgt ein Umzug in Regensburg für ein verändertes Bild auf der Gastro-Landkarte.

Sebastian Obendorfer hält die zwei Sterne im „Eisvogel“

Wer in der Oberpfalz nach der absoluten kulinarischen Spitze sucht, landet schnell in Neunburg vorm Wald. Im Restaurant Eisvogel gab es am Herd eine Wachablösung: Sebastian Obendorfer führt das Erbe seines Vaters Hubert fort und hat die zwei Michelin-Sterne souverän verteidigt.

Er kombiniert asiatische Kniffe mit Zutaten, die direkt vor Deiner Haustür wachsen. Da landet dann Hirsch aus den heimischen Wäldern oder Fenchellauch vom Nachbarfeld auf dem Teller. Wer vorher Bescheid gibt, bekommt das komplette Menü auch vegetarisch. Durch die großen Glasfronten blickst Du beim Essen direkt über die Hügellandschaft.

Sebastian Obendorfer ist der Küchenchef im Eisvogel. Erfolgreich verteidigt er 2026 zwei Michelin Sterne. Foto: German Popp

Skandinavien und Japan im Goliathhaus: Storstad und Aska

Ein echter Fels in der Brandung bleibt das Storstad im fünften Stock des Regensburger Turmtheaters. Anton Schmaus und Küchenchef Josef Weig schicken jeden Abend ein klassisches und ein fleischloses Menü aus der Küche. Wer im Sommer einen Platz auf der Dachterrasse ergattert, schaut beim Essen direkt auf die Domtürme.

Gleich nebenan, im selben Gebäude, teilt sich das Aska den Platz, schlägt aber ganz andere Töne an. In dem bewusst dunkel gehaltenen Sushi-Restaurant sitzen die Gäste direkt an der Theke. Meister Atsushi Sugimoto verarbeitet hier Top-Produkte zu authentischem Sushi. Das Aska hat seinen Stern völlig zurecht verteidigt.

Das Aska in Regensburg war die erste Sushi-Bar in Deutschland mit Stern. Der Guide Michelin zeichnete die authentische Küche des Sushi-Meisters Atsushi Sugimoto aus. Foto: michaelkrugphotography

Verlust durch Umzug und Konstante im TechSquare

Ansonsten rührt sich einiges in der Domstadt. Der Rote Hahn taucht in der aktuellen Michelin-Ausgabe nicht mehr mit einem Stern auf. Der Grund ist ein simpler Umzug: Da Sterne immer fest an eine bestimmte Küche und deren Räume gebunden sind, erlischt die Auszeichnung beim Kofferpacken automatisch. Küchenchef Maximilian Schmidt muss am neuen Standort also erst wieder von den Prüfer:inen getestet werden.

Dafür behauptet sich ein moderner kulinarischer Hotspot im TechSquare: Ontra’s Gourmetstube. Küchenchef Peter Grasmeier beweist, dass gehobene Küche kein historisches Altstadt-Gemäuer braucht. Er kocht modern, bringt internationale Ideen auf den Teller und überzeugte die Tester mit handwerklicher Präzision.

Handwerk in der siebten Generation: Das Cheval Blanc

Ein Paradebeispiel für Oberpfälzer Tradition, die sich mutig weiterentwickelt, findest Du im Landkreis Amberg-Sulzbach. In Illschwang führen Katharina und Christian Fleischmann das geschichtsträchtige Weiße Roß bereits in der siebten Generation. In der kleinen Gourmet-Stube des Hauses, dem Cheval Blanc, verbindet das Team tiefe Heimatwurzeln mit moderner Kochkunst.

Die Verbindung zu den Erzeuger:innen aus der Nachbarschaft schmeckt man: Das Fleisch stammt direkt aus der hauseigenen Metzgerei. Christian Fleischmann stellt eine aufwändige, detailreiche klassische Küche auf die Beine, die mit modernen Akzenten überrascht – wie die punktgenau gegarte Challans-Ente, die in mehreren durchdachten Varianten serviert wird. Chefin Katharina Fleischmann sorgt dafür, dass sich jeder Gast sofort wohlfühlt.

christian_fleischmann-cheval_blanc_illschwangChristian Fleischmann, Küchenchef vom "Cheval Blanc" in Illschwang in der Oberpfalz wird von den Restaurantkritiker:innen als neuer Stern am Küchenhimmel gefeiert. Foto: Cheval Blanc

Vier Tische im Bayerwald: Das Leos in Bad Kötzting

Ein Blick in den Landkreis Cham führt uns nach Liebenstein. Im Wellnesshotel „Bayerwaldhof“ bietet die kleine Gourmet-Stube Leos Platz für gerade einmal vier Tische. Rustikales Holz trifft hier auf geradliniges Design.

Küchenchef Stephan Brandl setzt auf klare Strukturen auf dem Teller. Ein Beispiel: zarter skandinavischer Zander mit saurem Sauerkraut, Topinambur und einer schäumigen Rieslingsauce. Du hast die Wahl zwischen einem Fünf- oder Sieben-Gänge-Menü. Sommelière Lena Nowack leitet den Service aufmerksam und berät Dich direkt am Tisch zu den passenden Weinen.

Kulinarische Wurzeln im Naabtal: Die Gourmet Stube in Duggendorf

Ein echtes Glanzlicht im Naabtal hält seinen Stern ebenfalls fest in der Hand: Die Gourmet Stube im 100 Jahre alten „Gasthaus Hummel“ in Duggendorf.

Hier erhaschen die Gästen sofort beim Reinspazieren einen Blick in die Küche. Dort zaubert Stefan Hummel ein saisonales Fünf-Gänge-Menü aus regionalen Zutaten. Auf den Teller kommt exakt gearbeitete Marktküche zu einem fairen Preis. Wer nach dem Menü nicht mehr nach Hause fahren möchte, fällt einfach in eines der vier Gästezimmer im Haus. 

Klare Linien finden sich in der Gourmetstube Hummel nicht nur in der Inneneinrichtung wieder, sondern auch im Essen. Foto: Florian Hammerich

Asiatischer Wind am Auerbacher Rathaus: Das SoulFood

Direkt neben dem Auerbacher Rathaus beweisen Christine Heß und Michael Laus im SoulFood, dass Spitzenküche ganz ohne steife Etikette funktioniert. Der Chef bringt die ersten Snacks persönlich an Deinen Tisch, während Christine Heß den Service so herzlich leitet, dass Du Dich sofort wie bei Freunden fühlst.

Michael Laus kocht kreativ und mit handfester Kraft: Er kombiniert zum Beispiel Dim Sum vom Ibérico-Schwein mit Butternut-Kürbis und einem würzigen Thai-Curry. Du hast die Wahl zwischen den Menüs „DasEine“ oder „DasAndere“, kannst Gänge flexibel tauschen oder komplett fleischlos bestellen. Die Qualität der Zutaten ist hoch, die Preise bleiben bodenständig – ein modernes Lokal, in dem es einfach schmeckt.

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Nina hat den Überblick: über die Inhalte auf unserer Website, unsere Social-Media-Profile und das ideencluster.opf. Sie liebt es, mit KI zu experimentieren und dem Look der Oberpfalz ein frisches Design zu verpassen. Den perfekten Ausgleich zur Pixelwelt findet die gebürtige Ambergerin in der echten Natur: Entweder ist sie als stolze Baseball-Mom am Spielfeldrand ihrer Söhne zu finden oder sie paddelt auf dem SUP – am liebsten gemeinsam mit ihrem Vierbeiner Strike.