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Herzblut und Handarbeit: Das sind die Kulturpreisträger 2026

Dulce Dolor150 Jugendliche zwischen 14 und 21 Jahren wählten sich die „Künstlerin des Schmerzes“ Frida Kahlo zum Vorbild und gaben in verschiedenen Aktionen über zwei Jahre hinweg dem eine Bühne, was in unserer Leistungsgesellschaft oft keinen Platz hat: Schmerz. Der Kreativität waren dabei keine Grenzen gesetzt – entstanden sind berührende Fotostrecken, Gemälde, Tanz-, Gesangsaufführungen und mehr. Foto: photostudio68

Zahlreiche hochkarätige Bewerbungen machten die Auswahl für Fachjury und Bezirksräte schwer. Doch jetzt stehen die neun Preisträger fest. Sie kommen aus allen Ecken der Oberpfalz.

Wenn im Bezirkstag über Kultur debattiert wird, geht es selten so lebhaft zu wie bei der Auswahl der diesjährigen Preisträger. Die Köpfe rauchten im Kulturausschuss in Flossenbürg, denn die Auswahl war riesig. Bezirkstagspräsident Franz Löffler brachte es auf den Punkt: Die Menge und vor allem die Qualität der Einreichungen zeigen einfach, wie lebendig die Oberpfalz ist.

Ausgelobt waren auch heuer wieder drei Preise in den Bereichen Kultur – 2026 fiel die Wahl auf die Sparten „Holzbildhauerei“, „Gemeinschaftsorte“ sowie „Singer-Songwriter“, dotiert mit jeweils 3500 Euro, sowie drei Preise im Bereich der Denkmalpflege, mit denen ein Preisgeld von jeweils 4000 Euro einhergeht. Hinzu kommt der Jugendkulturförderpreis, den der Bezirk Oberpfalz gemeinsam mit dem Bezirksjugendring verleiht. Er würdigt ebenfalls drei Kunstschaffende für ihr Engagement in den Bereichen Kunst, Gesellschaft sowie der Mischkategorie Kunst und Gesellschaft – mit jeweils 1500 Euro.

Holzbildhauerei: Hier setzte sich Franz Weidinger aus Deining-Kleinalfalterbach gegen 12 Mitbewerber durch. Seine Figuren bringen den Werkstoff Holz zum Sprechen.

Gemeinschaftsorte: Der Preis geht an die Freunde Kooperatorenhaus Beidl e.V. aus Plößberg. Sie haben einen alten Treffpunkt mit neuem Leben gefüllt. 

Singer-Songwriter: Unter stolzen 34 Einsendungen machten Die Zweiten aus Regensburg das Rennen. Das junge Duo, bestehend aus Jacob Habermann und Benno Schurig, schreibt deutsche Texte, die hängenbleiben, zum Nachdenken anregen und bei jedem Hören neue Kniffe offenbaren.

Retter der alten Steine: Die Denkmalpreise

Wer schon einmal ein altes Haus saniert hat, weiß: Da stecken unzählige Stunden Arbeit, Nerven und eine Menge Herzblut drin. Der Bezirk würdigt diesen Einsatz für unsere Wurzeln mit drei Denkmalpreisen und jeweils 4.000 Euro Preisgeld.

In Amberg haben Karin und Hans-Jürgen Arbogast ein sogenanntes „Füllhaus“ aus dem 16. Jahrhundert mitten in der Altstadt behutsam auf Vordermann gebracht. Im Landkreis Cham packten die Mitglieder des Trägervereins Grenzwaldkirche Jägershof Schulkirche Zur Heiligen Familie e.V. selbst kräftig an. Sie haben das „Jägershofer Kircherl“ in Warzenried in echter Gemeinschaftsleistung wieder zu einem Schmuckstück gemacht, das man im Dorf stolz herzeigt.

Der dritte Preis geht in den Landkreis Tirschenreuth: Das Katholische Pfarramt Wernersreuth sanierte den ehemaligen Pfarrhof nicht nur denkmalgerecht, sondern öffnete die Türen für alle. Heute ist das Haus ein lebendiger Treffpunkt, bei dem die Dorfgemeinschaft zusammenkommt und an einem Tisch sitzt.

Füllhaus AMbergKarin und Hans-Jürgen Arbogast haben 2016 ein sogenanntes „Füllhaus“ am Paradeplatz in Amberg, dessen Geschichte bis ins Jahr 1587 reicht, erworben und bis 2021 behutsam saniert, um sich dort ihren Wohnsitz zu erschaffen. Foto: Karin Abogast

Demokratie und ehrliche Gefühle: Der Jugend-Kulturförderpreis

Auch der Nachwuchs zeigt heuer eindrucksvoll, was in ihm steckt. Zusammen mit dem Bezirksjugendring verleiht der Bezirk drei Preise (je 1.500 Euro) an junge Kreative, die anpacken und sich einmischen:

Gesellschaft & Soziokultur: Die Mittelschule Waldsassen holt den Preis mit dem Projekt „Demokratie zum Anfassen“. Hier wird nicht nur theoretisch gelernt, sondern praktisch im echten Leben getestet, wie Mitbestimmung funktioniert.

Kunst: Das Jugendzentrum PlanB aus Weiden überzeugte mit dem Projekt „Dulce Dolor“. Zwei Jahre lang haben sich Jugendliche hier intensiv mit den schweren Momenten und Rückschlägen im Leben auseinandergesetzt – und diese durch Malerei, Musik und Theater verarbeitet.

Kunst und Gesellschaft: Die Projektgruppe „Todesmärsche“ der Mittelschule Bruck leistet wichtige Erinnerungsarbeit vor Ort. Zum 80. Jahrestag der Todesmärsche haben die Schüler im Ort geforscht, mit Zeitzeugen gesprochen und ein echtes Denkmal für die Gemeinde Bruck auf die Beine gestellt – ein Gemeinschaftsprojekt von Schule und Bürgern, das im Gedächtnis bleibt.

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