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Krippentradition aus Tirschenreuth wird Immaterielles Kulturerbe Bayerns

Blick auf den MariahilfbergDie Krippentradition Tirschenreuth ist ins Bayerische Landesverzeichnis des Immateriellen Kulturerbes aufgenommen worden. Foto: Museumsquartier Tirschenreuth Foto: Wolfgang Fischotter

Große Anerkennung für gelebtes Brauchtum: Die Krippentradition in Tirschenreuth ist in das Bayerische Landesverzeichnis des Immateriellen Kulturerbes aufgenommen worden. Damit wird ein jahrhundertealtes Zusammenspiel aus Handwerk, Glauben und regionaler Identität gewürdigt.

Die Krippentradition aus Tirschenreuth gehört seit März 2026 offiziell zum Bayerischen Landesverzeichnis des Immateriellen Kulturerbes. Die Aufnahme erfolgte im Rahmen einer Erweiterung des Verzeichnisses um insgesamt 19 kulturelle Ausdrucksformen, die von der Bayerischen Staatsregierung auf Empfehlung eines Expertengremiums beschlossen wurde.

Die Bedeutung solcher Traditionen hob Bayerns Finanz- und Heimatminister Albert Füracker im Zuge der Neuaufnahmen besonders hervor. So heißt es in der offiziellen Mitteilung:

„Das immaterielle kulturelle Erbe Bayerns symbolisiert Heimat und vermittelt ein Gefühl von Identität, Zugehörigkeit und Gemeinschaft.“Albert Füracker, Bayerischer Finanz- und Heimatminister

Auf der Internetseite des Immateriellen Kulturerbes Bayerns kann man genau nachlesen, was die Tradition für das Gremium so besonders macht:

„Die geschnitzten Krippen in Tirschenreuth stellen eine spezielle Ausprägung der seit dem frühen 19. Jahrhundert verbreiteten Krippentraditionen dar. Die regionaltypisch in drei Ebenen gestalteten Krippenberge werden in der Weihnachtszeit in Familien, kirchlichen und städtischen Einrichtungen sowie im städtischen Museumsquartier aufgestellt. Neben der Darstellung biblischer Szenen sind vor allem die lokalen Bezüge bei der Gestaltung der Krippenfiguren und -landschaften hervorzuheben. Zur Tradition gehört das gegenseitige ‚Krippenschauen‘ in der Nachbarschaft.“

In Tirschenreuth selbst wird die Krippenkultur vor allem durch engagierte Vereine wie die Krippenfreunde Tirschenreuth bewahrt und mit neuem Leben gefüllt. Sie organisieren Ausstellungen, bieten Kurse im Krippenbau an und geben ihr Wissen an jüngere Generationen weiter. So bleibt das Brauchtum nicht nur erhalten, sondern entwickelt sich stetig weiter.

Krippenausstellung

Die nur alle fünf Jahre stattfindende Krippenausstellung der Krippenfreunde gilt dabei als kulturelles Highlight in der Region. Sie vereint historische und zeitgenössische Krippen aus mehreren Jahrhunderten, die vielfach aus Privatbesitz stammen und eigens für die Schau zusammengetragen werden. Mit ihren detailreichen Landschaftsdarstellungen, regionaltypischen Figuren und einem umfangreichen Begleitprogramm geht die Ausstellung weit über eine klassische Präsentation hinaus.

Weitere Einträge im Bayerischen Landesverzeichnis aus der Oberpfalz sind zum Beispiel der Further Drachenstich, der Chinesenfasching Dietfurt, die Kirwa im Amberg-Sulzbacher Land oder die Oberpfälzer Zoiglkultur.

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Anja managt Förderprojekte, schreibt unseren Newsletter, recherchiert, koordiniert Abläufe und behält auch bei komplexen Themen den Überblick. Als Dreifach-Mama weiß sie genau, wie man Kinder und Jugendliche erreicht – und hat beim Oberpfalz Marketing besonders die junge Zielgruppe im Blick. Singen kann sie übrigens auch noch – am liebsten im Regensburger Schottenchor.