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Standortumfrage: Oberpfalz mit guten Noten

Modehaus Frühauf FreystadtAußenansicht des Modehauses Frühauf in Freystadt in der Oberpfalz, Symbol für den regionalen Einzelhandel und den Wirtschaftsstandort. Foto: Alexander Fuchs

Die Oberpfalz und der Landkreis Kelheim schneiden in der aktuellen IHK-Standortumfrage 2025 mit der Note „gut“ ab. Doch die Zahlen zeigen auch: Die Investitionsbereitschaft der Unternehmen geht deutlich zurück. Bürokratie und hohe Kosten bremsen die Wirtschaft.

Rund 730 Unternehmen aus allen Branchen haben sich an der IHK-Standortumfrage 2025 beteiligt und ihren Standort bewertet. Mit einer Gesamtnote von 2,5 fällt die Bewertung des Wirtschaftsstandorts Oberpfalz positiv aus. 11 Prozent der befragten Unternehmen vergeben die Bestnote, fast die Hälfte ein „gut“.

Bei den Investitionsplänen zeigt sich eine veränderte Situation: Seit 2020 hat sich der Anteil der Unternehmen mit konkreten Erweiterungsplänen halbiert. 28 Prozent planen aktuell, ihren Standort auszubauen. Acht Prozent der befragten Betriebe gaben an, eine Betriebsschließung in Erwägung zu ziehen.

Positiv bewertete Standortfaktoren

Die befragten Unternehmen bewerten mehrere Faktoren überdurchschnittlich positiv. Dazu gehört die Zuverlässigkeit und Qualität der Energieversorgung. Ebenfalls gut bewertet werden die Loyalität und Motivation der Mitarbeitenden.

Die Umwelt- und Lebensqualität sowie das Sport-, Kultur- und Freizeitangebot erhalten positive Bewertungen. Diese Faktoren werden in der Umfrage im Zusammenhang mit der Gewinnung und Bindung von Fachkräften genannt.

Die Erreichbarkeit per Straße wird von den Unternehmen als Standortvorteil bewertet. Auch die Nähe zu Zulieferern und Geschäftspartnern in der Region wird in der Umfrage positiv erwähnt.

Kritisch bewertete Bereiche

Mehrere Bereiche werden von den befragten Unternehmen kritisch bewertet. An erster Stelle steht die Dauer von Genehmigungsverfahren. Die Unternehmen nennen dabei lange Wartezeiten, komplexe Abläufe und Planungsunsicherheit als problematisch.

Der Mangel an beruflich Qualifizierten wird als weiteres Problem genannt. Die Unternehmen berichten von Schwierigkeiten bei der Besetzung offener Stellen.
Die digitalen Verwaltungsverfahren erhalten ebenfalls kritische Bewertungen. Die Betriebe wünschen sich laut Umfrage vereinfachte digitale Prozesse.
Der Strompreis wird von den Unternehmen als Belastungsfaktor genannt, insbesondere von energieintensiven Betrieben.

Steinbruch PaintenSteinbruch Painten Foto: RYGOL Baustoffwerk GmbH und Co. KG

IHK fordert Maßnahmen vor der Kommunalwahl 2026

IHK-Hauptgeschäftsführer Dr. Jürgen Helmes bezeichnet die Entwicklung bei der Investitionsbereitschaft als „ernstes Alarmsignal“. Die IHK formuliert mit Blick auf die Kommunalwahl 2026 Forderungen an die Kommunen: Beschleunigung von Genehmigungsverfahren, Digitalisierung der Verwaltung, Sicherung von Fachkräften und Kostenkontrolle. Helmes appelliert an Kandidatinnen und Kandidaten, bereits jetzt zu handeln.

Die IHK plant, die regional aufgeschlüsselten Ergebnisse in den Gremienbezirken Amberg-Sulzbach, Cham, Kelheim, Neumarkt, Regensburg und der Nordoberpfalz mit Kandidatinnen und Kandidaten zu diskutieren.

Zusammenfassung der Umfrageergebnisse

Die Standortumfrage 2025 zeigt unterschiedliche Entwicklungen für die Oberpfalz. Die Bewertung des Standorts fällt mit der Note 2,5 weiterhin positiv aus. Gleichzeitig hat sich die Investitionsbereitschaft der Unternehmen in den vergangenen Jahren deutlich verändert.

Die Unternehmen bewerten Faktoren wie Energieversorgung, Mitarbeiterloyalität und Lebensqualität positiv. Kritik gibt es an der Dauer von Genehmigungsverfahren, dem Fachkräftemangel, digitalen Verwaltungsverfahren und den Strompreisen.

Die IHK sieht in den Ergebnissen Handlungsbedarf und will die Themen im Vorfeld der Kommunalwahl 2026 mit politischen Akteur:innen erörtern.

Über die IHK-Standortumfrage 2025

Teilnehmer: 730 Unternehmen (repräsentativ)

Gesamtnote: 2,5 (11 Prozent „sehr gut“, 49 Prozent „gut“)

Top-Stärken:

  • Zuverlässigkeit der Energieversorgung
  • Loyalität und Motivation der Mitarbeiter
  • Lebensqualität (wichtig für Fachkräfte)

Top-Schwächen (Handlungsfelder für die Politik):

  • Dauer von Genehmigungsverfahren
  • Verfügbarkeit von beruflich qualifizierten Fachkräften
  • Mangelnde digitale Verwaltungsverfahren
  • Strompreis

Investitionsklima:

  • Erweiterungsabsichten seit 2020 halbiert
  • Nur 28 Prozent der Betriebe planen Erweiterungen
  • 8 Prozent planen Betriebsschließungen

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