Sonja Silberhorn: Auf Verbrecherjagd

Sonja Silberhorn schreibt klassische Krimis: Ein Verbrechen geschieht, eine Ermittlerin sucht den Täter. Was die gebürtige Regensburgerin daran aber besonders interessiert, sind die menschlichen Abgründe: Was bewegt jemanden dazu, ein Verbrechen zu begehen? Was muss geschehen, damit aus einem Menschen ein Mörder wird? 2011 erscheint ihr Debütkrimi "Herzstich" beim Kölner Emons Verlag. Seither schickt sie ihre Ermittler erbarmungslos durchs Oberpfälzer – und vor allem das Regensburger – Verbrecherdickicht. Ihr neuester Krimi "Naabtalblues" erschien im Mai 2019 und führt Kommissarin Lene Wagenbach nach Kallmünz. Dort ermittelt sie bald in zwei Mordfällen und muss feststellen, dass der Ort tief gespalten ist: Tradition steht gegen Gentrifizierung. 

Oberpfalz Marketing: Sonja, warum spielen Deine Bücher ausgerechnet in der Oberpfalz und nicht irgendwo anders?

All meine Geschichten, auch die unveröffentlichten und noch nicht geschriebenen, haben gemeinsam, dass sie an Orten spielen, die mich berühren. Heimat tut das, wenigstens aus meiner Sicht, auf ganz besonders intensive Art und Weise. Insofern ist es eine logische Konsequenz, dass der Großteil meiner Geschichten eben dort angesiedelt ist.

  

Was inspiriert Dich an Deiner Heimat?

Die Vielschichtigkeit. Allein der Kontrast zwischen meinem Wohnort Regensburg mit der historischen Altstadt und den Touristenströmen einerseits und abgelegenen kleinen Dörfern im weiteren Umland andererseits könnte ganze Bücher füllen.

  

Was ist aus Deiner Sicht das Besondere an der Oberpfalz?

Warum eignet sie sich so gut als Kulisse für einen Roman? Die Atmosphäre ist für mich vielerorts einfach stimmig, aber auch die Mentalität des „typischen Oberpfälzers“, so es ihn denn gibt, spielt eine Rolle. Eher wortkarg, zurückgenommen und ein bisschen grantig, nach Möglichkeit aber mit einem Augenzwinkern: Das lässt sich aus literarischer Sicht natürlich wunderbar verarbeiten.

  

Ist es schwieriger, ein Buch zu schreiben, das in der eigenen Heimat spielt, statt an einem fiktiven oder fremden Ort? Was sind die Herausforderungen für einen Autor?

Ich glaube, zunächst ist es leichter, weil man ja bereits ein Gefühl für diesen Ort hat. Die Herausforderung stellt man sich als Autor dann wahrscheinlich selbst, weil man noch größeren Wert darauf legt, dem ortsfremden Leser die Gegend so nahe zu bringen wie man sie selbst empfindet.

Mehr zur Autorin

Sonja Silberhorn, Jahrgang 1979, ist in Regensburg geboren und aufgewachsen. Sie arbeitete mehrere Jahre in der Hotellerie, unter anderem auf den Kanaren und in Berlin, doch dann überwog die Liebe zu ihrer Heimatstadt. Heute lebt sie dort mit ihrer Familie und schickt seit 2011 ihre Kriminalkommissare erbarmungslos durchs lokale Verbrecherdickicht. Im Mai 2019 erschien ihr neues Buch "Naabtalblues".

 

zur Leseprobe "Naabtalblues"

Sonjas Lesetipp:

Gerne empfehle ich die Krimis meiner Verlagskollegen Hilde Artmeier und Fabian Borkner: Spannend, hintergründig, unterhaltsam und sehr lesenswert!

Autor/in
Autor/in Nina Schellkopf
Warum Nina jeden Tag aufs Neue ins Büro kommt? Gute Frage! Sicher ist, dass wir ohne sie nur schwer überlebensfähig wären. Oft gibt sie uns (unbemerkt) Struktur und fast „nebenbei“ produziert sie auch noch jede Menge Inhalte. Da beides nicht immer leicht