Fabian Borkner: Die dunkle Seite der Oberpfalz

Fabian Borkner ist zwar in Oberbayern geboren, lebt aber schon seit gut 40 Jahren in der Oberpfalz. Genug Erfahrung mit der Region und den Eigenarten ihrer Bewohner also, um zwei Versicherungsdetektive hier auf Verbrecherjagd zu schicken: Agathe Viersen, aus dem hohen Norden stammend, und Gerhard Leitner, ein echtes Oberpfälzer Gewächs. Gerne lässt der Autor einen Mord direkt auf einer Oberpfälzer Traditionsveranstaltung passieren. In seinem Krimidebüt "Kirwatanz" wird die Leiche während der bekanntesten Kirchweih im Landkreis Schwandorf in einem Güllefass gefunden. In seinem aktuellen Werk wird auf den Bergfesten im Amberg-Sulzbacher Raum gemordet und ermittelt. Daher der passende Titel: „Berg, Fest, Mord“

Oberpfalz Marketing: Fabian, warum spielen Deine Bücher ausgerechnet in der Oberpfalz und nicht irgendwo anders?

Man kann am besten darüber schreiben, was man kennt. Nach etwa vierzig Jahren als Einwohner der Oberpfalz hat sich da so einiges angesammelt …

 

Was inspiriert Dich an Deiner Heimat?

Die Mischung aus Verbundenheit mit der Tradition und dem unbändigen Willen, sich trotzdem positiv weiterzuentwickeln.

 

Was ist aus Deiner Sicht das Besondere an der Oberpfalz? Warum eignet sie sich so gut als Kulisse für einen Roman?

Die Oberpfalz ist für mich in weiten Teilen noch ein Stück „heile Welt“, verglichen mit der Taktzahl in Großstädten. In eine solche Idylle einen fiesen Mord zu platzieren, bietet eine besonders gute Möglichkeit, Spannung aufzubauen. Außerdem gibt es immer wieder die typischen Oberpfälzer, die immer gut für eine knappe, aber treffsichere Pointe sind.

 

Ist es schwieriger, ein Buch zu schreiben, das in der eigenen Heimat spielt, statt an einem fiktiven oder fremden Ort? Was sind die Herausforderungen für einen Autor?

Es hat beides seine Tücken. Wenn man auch nur den kleinsten Fehler in der Beschreibung eines bestimmten Ortes macht, hört man es durchaus von den Lesern, die einen dann korrigieren. Andererseits machen fiktive Orte auf Dauer auch keinen Sinn, weil sich der Leser gerne mit dem identifiziert, was er selber kennt.

 

Über welches Oberpfälzer Phänomen sollte man unbedingt noch ein Buch schreiben?

Die Oberpfälzer Mundart ermöglicht so viele Ausdrucksmöglichkeiten, dass man aus einem schier unerschöpflichen Brunnen Formulierungen und Beschreibungen ziehen kann. Leider funktioniert sie in Schriftsprache nur bedingt. Das heißt, sie funktioniert, nutzt aber dem Leser nichts, der das Idiom nicht kennt, und man will ja auch in München Bücher verkaufen, wo sowieso fast niemand mehr Dialekt spricht …

Mehr zum Autor

Fabian Borkner, Jahrgang 1976, kam in Rosenheim zur Welt. Die erste Klasse besuchte er jedoch bereits in der Grundschule Schwarzenfeld in der Oberpfalz. Nach dem Abitur ging Borkner mit seiner Gitarre auf die Bühne und begann eine Karriere als Unterhaltungskünstler. Noch heute tritt er als Sänger und Conférencier auf. Auf Radio Charivari schrieb und produzierte er die beliebte Comedy-Serie "Mane & Alfons erklären die Welt", die vier Jahre täglich erfolgreich lief. Fabian Borkner lebt mit seiner Familie in Schwandorf. Nach "Kirwatanz" und "Berg, Fest, Mord" erscheint sein dritter Oberpfalz-Krimi "A Hochzeit und a Leich" im September 2019.

Fabians Lesetipp: 

Die Romane von Bernd Flessner sind sehr unterhaltsam. Und wer Regensburg mag, kommt bei Sonja Silberhorn auf seine Kosten. 

Autor/in
Autor/in Nina Schellkopf
Warum Nina jeden Tag aufs Neue ins Büro kommt? Gute Frage! Sicher ist, dass wir ohne sie nur schwer überlebensfähig wären. Oft gibt sie uns (unbemerkt) Struktur und fast „nebenbei“ produziert sie auch noch jede Menge Inhalte. Da beides nicht immer leicht