Jakob entdeckt die Oberpfalz: Auf Zeitreise im Flederwisch

In Furth im Wald bauen die Gebrüder Schüler seit 15 Jahren ihre ganz eigene Welt auf - eine Abenteuerlandschaft, die die Bücher von Jules Verne mit der industriellen Vergangenheit des Bayerischen Waldes verknüpft. Kinder können hier ihrer Phantasie wieder freien Lauf lassen. Unser Oberpfalz-Entdecker Jakob war Feuer und Flamme - im wahrsten Sinne des Wortes.

 

Vorsichtig drückt Jakob die schwere Holztüre auf und späht in den düsteren Raum dahinter. Es dauert eine Weile, bis sich seine Augen an die Dunkelheit gewöhnt haben. Edelsteine blitzen ihm entgegen, Schwerter hängen von der Decke, Totenschädel starren ihn aus leeren Augenhöhlen an. Schnell huscht der Junge vorbei an Drachen und Trollen, bis er schließlich die Tür zu dem verwunschenen Garten erreicht. Hier warten viele Abenteuer auf ihn - ein U-Boot, mit dem er zum Mittelpunkt der Erde reisen kann, ein Hafen für Luftschiffe, die dicke Elisabeth und vieles, vieles mehr...

Die Erlebniswelt Flederwisch

Wer die Erlebniswerkstatt Flederwisch betritt, muss erst einmal durch das "Haus der 1000 Geschenke". Und schon hier fühlt man sich so, als würde er in eine andere Welt eintauchen. Auf dem ehemaligen Reichsbahngelände in Furth im Wald haben die Gebrüder Schüler ihrer Phantasie freien Lauf gelassen und Kinderträume wahr gemacht.

Alles begann Ende der Neunziger Jahre mit einem alten Backsteinhaus. Als die beiden es auf dem verwahrlosten Grundstück entdeckten, wollten sie es zunächst abreißen lassen. Aber im Inneren schien die Zeit stehen geblieben zu sein: Werkstatt, Druckerei und Setzerei - alles war noch so, wie es einer der Vorbesitzer vor 120 Jahren verlassen hat. Statt die Abrissbirne zu schwingen, haben die Schülers dem alten Haus wieder Leben eingehaucht. Seitdem entstehen rund herum immer neue Installationen, die die Bücher von Jules Verne mit der industriellen Vergangenheit des Bayerischen Waldes verbinden sollen. Längst vergessene Maschinen finden hier ein Zuhause, wie die Dicke Elisabeth, die größte Dampfmaschine Bayerns. Auf dem "Pfad der Technik" können die Kinder Goldwaschen und Edelsteine schürfen. In der Erlebniswerkstatt wird mit Feuer gespielt und Papier geschöpft.

Denn das ist das Prinzip des Flederwisch: Anfassen und ausprobieren ist ausdrücklich erlaubt! "Wir wollen, dass die Kinder hier wieder lernen, ihre Phantasie zu benutzen", sagt Rolf Schüler, der mit seiner Schlappmütze und der Erfinderbrille um den Hals, tatsächlich so aussieht, als wäre er mal eben aus dem 19. Jahrhundert ins Hier und Jetzt gereist. Geschichte erlebbar machen, aber kein Museum sein, das ist seine Mission. Und das gelingt ihm.

Jakob hat schwarze Flecken im Gesicht. Zusammen mit Rolf und Otto Schüler hat er in der riesigen, dunklen Ausstellungshalle am anderen Ende des Gartens die "dicke Elisabeth" mit Kohlen gefüttert. Schnaufende und zischend hatte sich die alte Dampfmaschine in Bewegung gesetzt. Ein echtes Spektakel.

Jakobs Geheimtipp

"Hier sollte man unbedingt eine Führung mitmachen", sagt Jakob. In der Hauptsaison führen die Schülers und ihre Helfer mehrmals die Woche Besuchergruppen durch ihre Erlebniswelt. Dabei erschließt sich nicht nur das Konzept des Phantasiegartens, die Kinder werden an jeder Station auch aktiv einbezogen: sie dürfen mithelfen, wenn aus Wasser Feuer wird oder aus einer schleimigen Suppe Papier. 

Von Mitte Juni bis Mitte September sowie in den Pfingstferien findet jeden Mittwoch ein Kunst- und Handwerkermarkt statt. Auch hier ist mitmachen angesagt, wenn Glasbläser, Buchbinder und Specksteinschnitzer den Flederwisch bevölkern. 

Wer schon mal in Furth im Wald ist, der kann gleich noch einen Besuch in den Felsengängen einplanen. Unter der Stadt erstreckt sich das steinerne Labyrinth. Die Gänge dienten seit dem späten Mittelalter als Bierkeller, Verstecke, Luftschutzkeller, Winterquartier für Fledermäuse und natürlich auch als Lebensraum für allerlei „Geister und Gespenster”. Die kann man bei einem Besuch dort sogar persönlich kennenlernen. Auch im Further Wildgarten geht es unter die Oberfläche - unter die Wasseroberfläche. In der Unterwasser-Station können die Besucher einen natürlichen Teich aus einer ganz besonderen Perspektive beobachten und in die Geheimnisse der Wildnis eintauchen. 

Öffnungszeiten

Sommer (1. April - 8. November)

Geöffnet täglich (Montag-Sonntag) von 10-17 Uhr. Feste Führungen am Montag um 11.30 Uhr und jeweils am Mittwoch, Freitag, Sonntag um 14.00 Uhr. Weitere Führungen nach telefonischer Vereinbarung (ab 10 Personen).

Winter (9. November bis 31. März)

Geöffnet am Sonntag von 10-17 Uhr. Feste Führung am Sonntag um 14 Uhr. Weitere Führungen nach telefonischer Vereinbarung (ab 10 Personen).

"Drachenladen / Haus der 1000 Geschenke"

Ganzjährig geöffnet Montag-Freitag von 10-12 Uhr und von 13-17 Uhr.

Info

Kunst- und Handwerkermark:

Mitte Juni bis Mitte September sowie in den Pfingstferien: jeden Mittwoch, 10 bis 17 Uhr. Aktionstag zum Mitmachen und Ausprobieren, es finden mehrere Führungen statt.

Ferienprogramm:

In den Wehnachts-, Oster- und Pfingsferien gelten besondere Öffnungszeiten und Führungstermine. Bitte informieren Sie sich auf der Webseite.

Eintritt, inklusive Führung, ab 6 Jahren: 4 Euro/Person, bis 6 Jahre freier Eintritt

Autor/in
Nina Schellkopf

Zur Reihe "Jakob entdeckt die Oberpfalz"

Beim Landestheater Oberpfalz steht Jakob als Kinderschauspieler regelmäßig vor großem Publikum. Für uns entdeckt der Junge aus Neustadt an der Waldnaab die Freizeitmöglichkeiten der Oberpfalz - von Tirschenreuth bis Regensburg. Was ist hier für Familien mit Kindern geboten? Wo solltet Ihr unbedingt einmal zusammen hinfahren? Und was gibt es vor Ort zu beachten? Der Oberpfalz-Entdecker verrät es euch!

Auf dieser Karte findest Du alle Stationen von Jakobs Entdecker-Tour. Fahre mit dem Cursor oder dem Finger über die Karte und klicke auf die Icons um zu den Erfahrungsberichten zu gelangen: 

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