Der Karpfen ist Kulturerbe

Die bayerische Karpfenteichwirtschaft ist in die deutschlandweite Liste des Immateriellen Kulturerbes der UNESCO aufgenommen worden. Darüber freut sich auch die Oberpfalz: Immerhin nennt sich der Landkreis Tirschenreuth auch "Land der 1.000 Teiche". Karpfenteichwirtschaft wird hier groß geschrieben.

Abfischen im Stiftland: Der Landkreis Tirschenreuth ist berühmt für seine Teichwirtschaft Foto: Thomas Kujat

Wer kennt sie nicht, die großen, bunt bemalten Karpfen, die überall im Landkreis Tirschenreuth zu finden sind. Ein Zeugnis davon, dass der Karpfen hier eine große Rolle spielt. Die Karpfenteichwirtschaft hat in Tirschenreuth, aber auch in der Mittleren Oberpfalz eine lange Tradition. Und dass diese Tradition deutschlandweit von Bedeutung sowie schützenswert ist, gibt es jetzt schwarz auf weiß: Die Karpfenteichwirtschaft steht seit diesem Frühjahr im bundesweiten Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes der UNESCO.

Kleinteilige Kulturlandschaft

"In Bayern entstanden bereits im Mittelalter kleinteilige Teichlandschaften, deren traditionelle Bewirtschaftung durch Fischereibetriebe eine artenreiche Kulturlandschaft entstehen ließ" – so ist es auf der Website der Deutschen UNESCO-Kommission zu lesen. Ein Blick über die Tirschenreuther Teichpfanne zeigt eindrucksvoll, was damit gemeint ist. Kein Wunder also, dass viele Naturliebhaber hier Ruhe und Erholung suchen.

Der Karpfen auf der Speisekarte

Der Oberpfälzer Karpfen wird auch auf den Speisekarten hiesiger Lokale immer beliebter. Die Nachfrage nach nachhaltig und naturnah erzeugten Produkten steigt bei den Verbrauchern. "Fangfrisch auf den Tisch" gilt also nicht nur für die Norddeutsche Küste, sondern auch für die Oberpfalz. Und dass Karpfen blau nicht die einzige Zubereitungsart ist, zeigt die Rezeptsammlung der ARGE Fisch. Stiftländer Pfefferkarpfen oder Saltimbocca vom Karpfen sind nur zwei Rezepte, die zum Nachkochen einladen.

Teichwirtschaft in Bayern

Bayern ist Deutschlands größtes Karpfenland. Von bundesweit 40.000 Hektar Karpfenteichen liegen etwa 20.000 Hektar im Freistaat. Schwerpunkt sind die Oberpfalz und Mittelfranken. Da die Karpfenerzeugung stark flächenbezogen ist, nehmen die bayerischen Speisekarpfen mit jährlich etwa 6.000 Tonnen auch ziemlich genau die Hälfte der deutschen Produktion ein. Überwiegend sind es kleine Familienbetriebe (die Hälfte davon im Nebenwerwerb), die die Karpfenteiche in Bayern bewirtschaften (www.erlebnis-fisch.de).

Übrigens: Im Fischhofpark Tirschenreuth stellen sich die deutschen Fischwirtschaftsgebiete auf informativen Tafeln kurz vor, auch das Land der 1.000 Teiche und das Karpfenland Mittlere Oberpfalz.

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