
Die Jagd nach Geld und Punkten
Job und Studium: Harte Zeiten Taxi-fahrende oder kellnernde Studenten
"Studenten müssen sehr vorsichtig sein, während des Studiums intensiv zu arbeiten", warnt Heinrich Scherm, Studienberater der Arbeitsagentur Weiden. "Man hat ein sehr dichtes Fächer- und Prüfungsspektrum – mehr als 15 Stunden im Monat sind kaum machbar." Auch hinsichtlich Kindergeld und BAföG seien Obergrenzen der Zuverdienstmöglichkeit zu beachten.
Scherm spricht aus eigener Erfahrung, schließlich muss auch sein Sohn jedes Semester 30 Leistungspunkte ergattern: "Um den Abschluss in der Regelstudienzeit von sieben Semestern hinzubekommen, braucht man am Ende 210 Punkte – das schaffen nicht viele, die meisten brauchen länger. Im Schnitt dürften es so acht bis neun Semester sein."
Dennoch weiß natürlich auch Scherm, dass nicht alle Studenten finanziell auf Rosen gebettet sind, und am Monatsanfang die Überweisung der Eltern das Konto prall füllt. Um dennoch über die Runden zu kommen, rät er zu studienverträglichen Lösungen: "Es gibt beispielsweise duale Studiengänge im Bereich BWL oder Handels- und Dienstleistungsmanagement – die Studenten bekommen da von der Sparkasse Nord oder der Volksbank Weiden reguläre Ausbildungsvergütungen."
Zunächste absolviere man ein studienfreies Ausbildungsjahr. Ab dem ersten Semester verbringt man dann die vorlesungsfreie Zeit in die Bank: "Es gibt dabei auch immer eine Einstiegsoption, aber in der Regel auch eine Bindungsklausel – der Student verpflichtet sich, mindestens drei bis fünf Jahre zu arbeiten, ansonsten muss er die Fördergelder zurückzahlen." Relativ neu sei die Möglichkeit eines Job-Studien-Arrangements auch in sozialen Bereich: "Pflegewissenschaft in dualer Form soll an der Hochschule Regensburg jetzt kommen", sagt Scherm.
Studenten, die bereits vorher in der Produktion gearbeitet hätten, würden den Kontakt ebenfalls nutzen: "Ein Kumpel meines Sohnes studiert Maschinenbau und arbeitet in den Semesterferien im Betrieb, wo er Konstrukteur gelernt hat." Ganz ohne Vitamin B sei es allerdings oft schwierig, an die begehrten Ferienjobs heranzukommen: "Die Firmen werden oft überschwemmt mit Anfragen, das geht oft nur über persönliche Kontakte."
Jobbörse im Internet
"Studentische Nebenjobs laufen an uns meist vorbei", bedauert Harald Melzer, Teamleiter Akademische Berufe der Arbeitsagentur in Regensburg. Zum einen würden längst nicht mehr so viele Jobs angeboten wie früher – die Krise nach dem Bankencrash habe sich eben doch auch auf dem Arbeitsmarkt bemerkbar gemacht. Außerdem werde es für die Studierenden immer schwieriger, Job und Studium unter einen Hut zu bringen: "Das bringt die Einführung der Bachelor- und Master-Studiengänge mit sich mit einem sehr engen Stundenplan."
Wer dennoch auf eine bezahlte Nebentätigkeit angewiesen sei, der habe die Möglichkeit, die etwas versteckte Jobbörse auf der Homepage der Agentur zu besuchen: "Dort findet man auch alle möglichen Angebote für Aushilfstätigkeiten nach Städten geordnet."
Weitere Informationen unter www.jobboerse.arbeitsagentur.de
Quelle und Foto: Beilage des Medienhauses "Der neue Tag"
