Studium der Mechatronik am Technologie-Campus Cham

Vom Roboter bis zum Flugzeug

"Unser Auftrag: Wir müssen es in fünf Jahren schaffen, kostendeckend zu arbeiten", beschreibt Professor Peter Firsching seine Mission beim Gang durch die noch leere Hochschule. "Wir kommen damit dem Wunsch aus der Region nach, für die jungen Menschen und für die Unternehmen hier einen Studienbetrieb einzurichten."

Wer in Cham Mechatronik studieren möchte, wird nicht in die Verlegenheit kommen, nebenbei seine Brötchen sauer beim Jobben in Kneipen oder beim Taxifahren verdienen zu müssen: "Keiner muss sich um Praktika oder Jobs kümmern", verspricht Firsching, "das duale Studium garantiert eine praxisnahe Ausbildung und das Auskommen."

Die Studienbedingungen der künftigen Jungakademiker muten geradezu familiär an: Fünf Professoren werden die theoretischen Grundlagen in Mathematik, Physik und Werkstofftechnik legen. "Natürlich müssen wir auch Synergien nutzen, etwa indem Professoren der FH Deggendorf zu uns kommen und Blockunterricht halten." Außerdem würden Vorlesungen im niederbayerischen Stammhaus aufgezeichnet: "Dort praktizieren wir bereits sehr erfolgreich das Konzept des virtuellen Unterrichts mit Online-Veranstaltungen und einem Whiteboard, das ist ein active board mit Beamer, bei dem man interaktiv mitgestalten kann."

Wo heute im Werkstattbereich noch Umzugsstimmung herrscht – mit Kartons und gestapelten Möbeln – da werden schon bald junge Mechatroniker am Versuchsfahrzeug, einem Prius Hybrid, erste Erfahrungen mit einem Elektroantrieb sammeln. "Das Lenkrad ist bei diesem Demonstrationsfahrzeug rechts, den haben wir von der Insel bekommen", erzählt der Professor begeistert, blickt in den Innenraum und sieht sofort die Eigenheiten: "Vom Getriebe ist da auch wenig übriggeblieben, da sitzen überall elektronische Maschinen drin."

Auto: 35 Prozent Software

Womit wir beim Kern des Studiums wären: "Salopp gesagt ist die Mechatronik eine Kombination aus Elektrotechnik, Maschinenbau und Informatik", doziert der gebürtige Würzburger. „Ein Auto besteht heute zu 35 Prozent aus Software – Steuergeräte, Wegfahrsperre, Bussysteme.“ Aber auch industrielle Produktionssysteme wie Roboter, die sich nach Software-Algorithmen bewegen, oder die Handhabungsanlage zur Umsetzung von Produkten sind Unterrichtsgegenstand. "Von der Optik in der Kamera über den Schiffsbau bis zum Flugzeugbau brauchen Sie Mechatroniker – ich habe gerade eine Diplomarbeit auf dem Tisch liegen, die sich mit dem Materialprüfverfahren für Helikopter auseinandersetzt."

Quelle und Foto: Beilage des Medienhauses "Der neue Tag"

 

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