
Initiative „Oberpfalz lernt Tschechisch“ geht in die zweite Runde
Sprachkompetenz in der Oberpfalz immer wichtiger
27. April 2009
Neustadt (rmo). Unter dem Motto „Kajne Angst fór dér čechišn Špráche" organisierte das Regionalmarketing Oberpfalz in Kooperation mit den Landkreisen Neustadt und Tirschenreuth sowie der Stadt Weiden bereits die zweite Veranstaltung im Rahmen der Initiative „Oberpfalz lernt Tschechisch". Ziel der Initiative ist es, in Zusammenarbeit mit zahlreichen Institutionen und Kooperationspartnern die Akzeptanz der tschechischen Sprachen zu steigern und zum verstärkten Tschechischunterricht an Schulen zu motivieren. Mehr als 80 interessierte Teilnehmer waren sich einig und brachten klar zum Ausdruck: Das Beherrschen der tschechischen Sprache wird in der Oberpfalz immer wichtiger.
„In den letzten Jahren konnte ein spürbar wachsendes Interesse an tschechischer Sprachkompetenz in der Oberpfalz durch Wirtschaft, Wissenschaft und Bildung, Kultur- und Jugendarbeit festgestellt werden", konstatierte einführend Dr. Wilhelm Weidinger, 1. Vorsitzender des Regionalmarketing Oberpfalz. Nach den Grußworten der Landräte Simon Wittmann und Wolfgang Lippert sowie des Oberbürgermeisters Kurt Seggewiß konnten die Teilnehmer eine tschechische Sprachanimation live erleben und sich davon überzeugen, dass man beim Erlernen der Nachbarsprache auch viel Spaß haben kann. „Lust und gleichzeitig Neugierde auf die Sprache zu wecken sowie Schüler zum Tschechischlernen zu motivieren sind zwei wichtige Ziele dieser spielerischen Methode", fasste Hana Bejlková zusammen, eine von Tandem, dem Koordinierungszentrum Deutsch-Tschechischer Jugendaustausch, ausgebildete Sprachanimateurin.
Harald Ehm, Geschäftsführer der Euregio Egrensis Arbeitsgemeinschaft Bayern e.V., stellte in seinem Vortrag die Sprachoffensive der Euregio Egrensis vor und ging auf die Vorteile der interkulturellen Kompetenz ein: „Sprachkenntnisse Tschechisch mit Kenntnissen über Land und Leute - Stichwort „interkulturelle Kompetenz" - werden für die zukünftige Generation in unserem Nachbarschaftsraum weitere Chancen auf dem Arbeitsmarkt eröffnen." Für diese Zusatzqualifikation entstehe eine neue Nische, die auf bayerischer Seite derzeit noch zu wenig erkannt werde, setzte Ehm fort. Die Notwendigkeit tschechischer Sprachkenntnisse für grenzüberschreitend tätige Firmen war das Thema des Vortrags von Thomas Wirth, Vorstandsmitglied der Raiffeisenbank im Stiftland eG., die bereits seit 1995 auch in Tschechien aktiv ist. Wirth hob hervor: „Bei der Einstellung von Auszubildenden werden bei uns unter anderem Tschechischkenntnisse berücksichtigt, weil sie in unserer Region ein wichtiges Qualifikationsmerkmal darstellen und einer grenzüberschreitend tätigen Firma viel Zeit und Kosten sparen können." Rainer Christoph, Rektor der Grundschule Altenstadt a. d. Waldnaab, vertrat den Standpunkt, dass man mit dem Tschechischunterricht am besten im Kindergarten anfangen sollte - wie es in Altenstadt seit dem letzten Schuljahr der Fall ist. Gleichzeitig betonte Christoph: „Tschechisch ist nicht irgendeine Fremdsprache, sie ist die Sprache unserer Nachbarn." Wenn der bayerische Staat bereit sei, Mittel für das Erlernen der Sprache an unseren Schulen einzusetzen, signalisiere er nicht nur Interesse an Land und Leuten diesseits und jenseits des ehemaligen Eisernen Vorhangs, er stärke damit auch die Landkreise von Passau bis Hof, so der Schulleiter weiter. Über Tschechisch als Wahlfach an Realschulen referierten Ludwig Meier, Ministerialbeauftragter für die Realschulen in der Oberpfalz, und Edeltraud Fischer, Rektorin der Staatlichen Realschulen für Knaben in Waldsassen. Für die Realschulen fasste Meier zusammen: „Ich bin schon stolz darauf, dass wir - auch durch den Anschub vom Regionalmarketing Oberpfalz - mittlerweile an 13 Realschulen in der Oberpfalz Wahlunterricht in Tschechisch anbieten, der von ca. 350 Schülerinnen und Schülern besucht wird."
Die Veranstaltung wurde mit einer Diskussionsrunde zum Thema „Ausweitung des Tschechischunterrichts an Schulen in den Landkreisen Neustadt und Tirschenreuth sowie der Stadt Weiden" abgeschlossen, die von Nicole Niedermeier, Geschäftsführerin des Regionalmarketing Oberpfalz, moderiert wurde. Niedermeier freute sich über die große Resonanz seitens der Schulen und zeigte sich zuversichtlich: „Wenn wir alle an einem Strang ziehen, wird es uns bestimmt gelingen, nicht nur die Schulen in der Grenzregion, sondern auch die breite Öffentlichkeit und nicht zuletzt die Mandatsträger davon zu überzeugen, dass Tschechisch einen festen Platz in Oberpfälzer Stundenplänen haben sollte." Es sei sehr erfreulich, so Niedermeier weiter, dass die Anwesenden nicht darüber diskutierten, ob Tschechischunterricht wichtig ist, sondern sich konkrete Gedanken machten, wie man den Tschechischunterricht ausweiten könnte. Als nächster Schritt - da waren sich alle Teilnehmer einig - wäre ein konkreter Appell an die Politik notwendig, sich für mehr Tschechisch an Schulen einzusetzen und die Schulen in Sachen Lehrpläne, Lehrbücher und Zertifizierung zu unterstützen.
Weitere Informationen und Downloads
Weitere Informationen unter www.oberpfalz-lernt-tschechisch.de
Bild 1: Tschechisch ist einfach und macht Spaß: Renata Sirota-Frohnauer (Bohemicum Regensburg-Passau), Kurt Seggewiß (Oberbürgermeister Weiden i. d. Oberpfalz), Wolfgang Lippert (Landrat Tirschenreuth), Johannes Paetzolt (Lobkowitz-Realschule Neustadt a. d. Waldnaab), Nicole Niedermeier (Geschäftsführerin des Regionalmarketing Oberpfalz), Lucie Klárová (Lehrkraft für Tschechisch) und Gabriela Havlíková (Jugendbildungsstätte Waldmünchen) konnten sich bei einer Sprachanimation selbst überzeugen (v.l.).
Ihre Ansprechpartnerin
Hana Bejlková
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Tel: 0941 5680-160
Fax: 0941 5680-399
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