10 verblüffende Fakten über Amberg

Hättest Du gewusst, dass der Erfinder des "Mensch ärgere Dich nicht"-Spiels ein gebürtiger Amberger ist? Oder dass hier das kleinste Hotel der Welt steht? Außerdem weht in der Vilsstadt ein ganz besonderes Lüftchen. Wir haben zehn verblüffende Fakten über Amberg herausgefunden. 

Fast 45.000: So viele Menschen leben in Amberg. Die kreisfreie Stadt im Westen der Oberpfalz liegt an der Vils und erstreckt sich über gut 5.000 Hektar oder etwa 6.000 Fußballfelder. Das Stadtgebiet befindet sich zwischen Frankenalb und dem Oberpfälzer Wald.

 

Amberg war einmal die Hauptstadt der Oberpfalz. Unter der Herrschaft der pfälzischen Linie der Wittelsbacher wurde die Vilsstadt zur Hauptstadt der Oberen Pfalz ernannt. Dort residierte als Vertreter des Kurfürsten ein Statthalter - meist der erstgeborene Sohn, bevor er die Amtsgeschäfte in Heidelberg übernommen hat. Deshalb zeugen noch heute einige Gebäude, die die Pfälzer Fürsten nach und nach zu Verwaltungs- und Repräsentationszwecken errichten ließen, von der glanzvollen Zeit Ambergs. Während des Dreißigjährigen Krieges fiel die Stadt wieder zurück an Bayern, erst 1820 wurde der Regierungssitz nach Regensburg verlegt. 

Das "Amberger Ei" begrenzt die "festeste Fürstenstadt". Der Stadtgraben, äußere und innere Stadtmauer mit 97 Türen und Toren machten die Stadt über Jahrhunderte uneinnehmbar. Die Befestigungsanlage ist knapp drei Kilometer lang und heute noch fast vollständig erhalten. Sie ist damit eine der besterhaltenen mittelalterlichen Stadtbefestigungen Europas. Außerdem hat die Ringmauer eine unverwechselbare ovale Form, die von den Ambergern liebevoll "Ei" genannt wird. 

 

Emailware hat Amberg weltbekannt gemacht. Die Firma der Gebrüder Baumann gehörte zu den bedeutendsten Emailwarenfabriken Deutschlands und exportierte in die ganze Welt. 1908 war das Unternehmen mit fast 3.000 Beschäftigten der größte private Arbeitgeber der Oberpfalz. Bis zum 1. Weltkrieg blieben die Amberger in Sachen Emaille Weltmarktführer.

Die legendäre Amberger Hochzeit ist in die Geschichtsbücher eingegangen. 1474 heiratete Kurprinz Philipp seine Margarete, die Tochter des Herzogs Ludwig IX. von Bayern-Landshut. Von diesem Ereignis sprach man im ganzen Reich - nicht nur wegen der erlauchten Gäste, sondern auch wegen der schieren Masse an Essen und Getränken, die hier aufgetischt wurden. Vor der Landshuter Hochzeit, die nur ein Jahr später stattfand, braucht man sich in Amberg also nicht zu verstecken ...

Amberg ist eine Bierstadt. Obwohl hier früher sogar einmal Wein angebaut wurde, ist der Gerstensaft das liebste Getränke der Amberger. Die Tradition des Bierbrauens geht bis in das 15. Jahrhundert zurück. 1860 gab es in der Vilsstadt insgesamt 40 Brauereien. Heute stellen immerhin noch fünf Privatbrauereien im Stadtgebiet ein süffiges Bier her. 

Das kleinste Hotel der Welt steht in Amberg. Das Eh'häusl bietet gerade einmal Platz für zwei Personen. Ein zweieinhalb Meter breites Zimmerchen macht es zugleich zum schmalsten Quartier überhaupt. Der Name leitet sich von dem frühneuhochdeutschen Wort "Ehalten" ab und wurde später zu "Ehehäuschen" umgedeutet. Um die Geburtenrate zu senken, durften in Amberg vom 14. bis ins 18. Jahrhundert nur Paare mit einem "schuldenfreien Haus- und Grundbesitz" heiraten. Deshalb griff ein schlauer Amberger zu einem Trick: 1728 soll er das Eh'häusl gebaut haben, um unvermögenden Paaren die Heirat zu ermöglichen. Nach den Flitterwochen wurde das Haus an das nächste Brautpaar weiterverkauft.

Der Erfinder des "Mensch argere Dich nicht"-Spiels ist ein Amberger. 1907 erfand der Viktualienmarkt-Händler Joseph Friedrich Schmidt im Armeleuteviertel der Münchner Au das beliebte Brettspiel. Aber was kaum einer weiß: Der Spielefabrikant wurde am 24. November 1871 in Amberg geboren. Seit Sommer 2017 sind die Vilsstädter deshalb auch Weltrekordhalter im "Mensch Ärgere dich nicht"-Spielen: 1.692 Menschen haben zeitgleich auf dem Marktplatz gespielt.

Amberg ist seit 2009 Luftkunstort. Das Thema "Luft" spielt in der Vilsstadt eine herausragende Rolle. Seit 2006 gibt es hier das einzigartige Luftmuseum. Alle zwei Jahre verwandelt sich die Altstadt bei der Luftnacht in einen Ort der (Luft-)Kunst. Bei der Luftklangmeile bringen Blasmusiker den Stadtgraben zum Klingen. Beim Luftboottreffen schippern zahlreiche aufblasbare Wasserfahrgeräte über die Vils. Und das ist noch längst nicht alles: In Amberg wird Luft in all ihren Facetten sichtbar, spürbar und erlebbar.  

 

Das Amberger Bergfest ist die größte Bergwallfahrt der Oberpfalz - und den Einheimischen heilig. Jedes Jahr um den 2. Juli pilgern tausende Menschen auf den Mariahilfberg. Denn hier verbindet sich Glaube mit Essen, Trinken und Feiern. Während der Festwoche werden täglich Gottesdienste abgehalten - traditionell unter freiem Himmel. Die Bierzelte der Brauereien aus Amberg und der Umgebung, sowie zahlreichen Grillbuden und Essensstände sind auf dem Nebenplatz der Kirche aufgebaut. Neben Bratwürsten, Steaks und Sauerkraut gibt es auch noch verschiedene Käsesorten und Bäckerwaren zu kaufen. Ein Teil des Erlöses geht an das Franziskaner-Kloster. Nicht nur für die Amberger in Nah und Fern ist mindestens ein Besuch "auf'm Berg" deshalb ein Muss.