Bernd Bayerköhler: Zu den eigenen Wurzeln stehen

Wer wie die Erlebnis Akademie AG aus Bad Kötzting in der Oberpfalz international erfolgreich sein will, muss zu seinen Wurzeln stehen – davon ist Vorstandssprecher Bernd Bayerköhler überzeugt. Mit der Firmenidee der Baumwipfelpfade geht es für sein Unternehmen im wahrsten Sinn des Wortes steil bergauf.  

Gäste empfängt Bernd Bayerköhler in der ehemaligen Küche seines zur Firmenzentrale umgebauten alten Bauernhofs. Durch das rasante Wachstum des Unternehmens aus Bad Kötzting dient diese mittlerweile als Besprechungsraum. Denn mit der Firmenidee der Baumwipfelpfade geht es im wahrsten Sinn des Wortes steil bergauf: Im Jahr 2009 konnte das Unternehmen gemeinsam mit dem Nationalpark Bayerischer Wald den ersten und immer noch weltweit größten Pfad bauen – das sogenannte „Baum-Ei“ in Neuschönau.

Aufstieg von der Bezirks- in die Bundesliga

Für das Unternehmen, das schon seit 2001 mit Hochseilgärten und Erlebnispädagogik erfolgreich ist, bedeutete dieser Schritt, so Bayerköhler, „den Aufstieg von der Bezirks- in die zweite Bundesliga“. Dadurch ergaben sich weitere Kontakte und Kooperationen: Inzwischen gibt es vier der imposanten Bauwerke aus Oberpfälzer Hand, unter anderem auf Rügen. In den nächsten Monaten sollen zwei weitere Anlagen folgen. Dadurch sei das Unternehmen in der Bundesliga angekommen, auch wenn Bayerköhler persönlich, so sagt er und schmunzelt, immer noch gerne etwas Luft nach oben habe. 

Mit dem Konzept der Baumwipfelpfade hat sein Unternehmen einen Nerv getroffen, ist sich Bayerköhler sicher. In Zeiten von Urbanisierung und Hektik können die Pfade Orte der Ruhe und Erholung sein. Barrierefreier Zugang ist dem Unternehmen dabei genauso wichtig wie die Vermittlung von Wissen zum Thema Umweltschutz und eine möglichst umweltverträgliche Errichtung der Anlagen. „Wir kämpfen um jeden Baum, den wir erhalten können. Das gehört zu unserer Glaubwürdigkeit“, sagt der Geschäftsführer.

Mitarbeiter kommen gerne wieder heim

Dass dieses Konzept aufgeht, zeigt allein schon die Zahl der Mitarbeiter. Mit eineinhalb Stellen gestartet, ist das Unternehmen im 15. Jahr auf über 60 Vollzeitstellen angewachsen. Bayerköhler selbst wurde schon 2002 von Firmenmitgründer Christoph Blaß von einem großen Telekommunikationsanbieter zurück in die Heimat geholt. Trotz des Wachstums stand der Firmensitz Bad Kötzting nie in Frage. „Wir arbeiten und leben hier in einem extrem positiven und sicheren Umfeld. Die Arbeitsumgebung ist wichtig und wir haben hier gute, motivierte Leute, die sich über Jobs in ihrer Region freuen.“

Marketing, Projektmanagement und weitere zentrale Aufgaben nehmen inzwischen den gesamten Platz des Bauernhofs ein. Das operative Geschäft findet vor Ort an den einzelnen Standorten statt. „Auch wenn wir viel unterwegs sind, kommt jeder wieder gerne heim. Eine Großstadt würde außerdem gar nicht zur Glaubwürdigkeit und Firmenphilosophie der Akademie passen“, berichtet der Vorstandssprecher. Trotz aller Zielstrebigkeit war auch Bayerköhler vom Ausmaß des Erfolgs überrascht: „Wenn man mir damals gesagt hätte, dass ich einmal Vorstand eines börsennotierten Unternehmens bin, hätte ich vermutlich zumindest mit der linken Augenbraue gezuckt“, gibt er lächelnd zu. Ihm geht es dabei vor allem um eines: sich bei dem, was man tut, wohlzufühlen. Und das kann man auf seinen Baumwipfelpfaden wohl genauso gut wie in der Arbeitsumgebung des alten Bauernhofs, aus dem ständig neue Ideen sprudeln.

Autor/in
Katrin Holzgartner