Kultur im Amberg-Sulzbacher Land

Der Landkreis Amberg-Sulzbach hat kulturell einiges zu bieten. Stellvertretend für das abwechslungsreiche Angebot haben wir uns drei Highlights herausgepickt, die wir Dir etwas näher vorstellen wollen: Das Literaturarchiv Sulzbach-Rosenberg mit dem Literaturhaus Oberpfalz, die Kulturscheune Elbart und die Bergbautradition. Viel Spaß beim Entdecken!

Das Literaturarchiv Sulzbach-Rosenberg

1977 eröffnete Walter Höllerer das Literaturarchiv Sulzbach-Rosenberg. Der Autor und Mitglied der Gruppe 47 entschied als gebürtiger Sulzbacher, seine Sammlungen der Heimatstadt als Schenkung zu übergeben. Dies war die Geburtsstunde des Archivs.

Als zentraler literarischer Veranstaltungsort für die Oberpfalz bringt das Literaturarchiv seit über 30 Jahren Autoren und Leser zusammen und schafft damit literarische Öffentlichkeit. Seit März 2010 führt das Haus offiziell den Namenszusatz "Literaturhaus Oberpfalz". Das ganze Jahr über finden Autorenlesungen und -gespräche zu aktuellen Büchern und literarischen Themen statt.

Zu den Aufgaben gehören neben der Förderung und Vermittlung von Literatur der Gegenwart insbesondere die Sammlung, Archivierung und Aufarbeitung von Materialien zur deutschsprachigen Literatur seit 1945. Zu den Beständen des Archivs zählt unter anderem das einzig erhaltene Originalmanuskript der Erstfassung der Blechtrommel von Günter Grass.

Das Archiv und die Dauerausstellung eröffnen vielseitige Blicke auf die deutschsprachige Nachkriegs- und Gegenwartsliteratur. Umfangreiche Autorenkorrespondenzen verdeutlichen, wie sich der Literaturbetrieb nach 1945, allen voran die "Gruppe 47" etablierte. Zu nennen sind hier beispielsweise Briefe von Ingeborg Bachmann, Paul Celan, Heinrich Böll, Günter Eich, Thomas Mann, Peter Weiss und vielen anderen.

Kulturscheune Elbarth

Mitten in dem kleinen Ort Elbart bei Freihung haben einmal im Monat Kunst und Kultur das Sagen. Dann veranstaltet das Ehepaar Anna und Günter Preuß in ihrer Kulturscheune kleine, aber feine Events. Mit viel Liebe zum Detail haben die Beiden ein altes Anwesen von 1706 renoviert und zum Veranstaltungsort umgebaut. Mit der Vision, Menschen fernab der Großstädte mit kulturellen und kulinarischen Angeboten zu verwöhnen.

Ehemalige Futterkammer, Saustall, Holzlege und Kuhstall sind jetzt Küche, Gastraum und Bühne. Die technische Ausstattung ist modern, aber unsichtbar. Nette Leute treffen, plaudern, dazu eine Kleinigkeit essen und regionales Bier vom Fass trinken. Das kannst Du in der Kulturscheune Elbart.

Oder auch einen der in der eigenen Brennerei hergestellten Obstbrände verkosten. Das Schnapsbrennen ist eine Leidenschaft von Günter Preuß geworden, der alte Obstsorten wie Apfel, Birne, Mirabelle oder Schlehe zu feinen Bränden destilliert. Zum Wohl!

Bergbautradition - "das Ruhrgebiet des Mittelalters"

Der Erzbergbau im Amberg-Sulzbacher Land ist das Ergebnis der heimatlichen Erdgeschichte. Die Gewinnung, Verhüttung und der Handel mit dem Eisenerz sowie die Bedeutung des Landkreises als "Ruhrgebiet des Mittelalters" ist nur noch Geschichte. Trotzdem hat sie die Region geprägt und ihre Spuren überall hinterlassen: Es sind zum einen die Hammerherrenschlösser wie in Theuern oder Schmidmühlen, die alten Erzgruben der Maffeischächte bei Auerbach oder die Maxhütte in Sulzbach-Rosenberg.

Bergbau- und Industriemuseum Ostbayern

Das Hammerherrenschloss Theuern ist das Kernstück des Bergbau- und Industriemuseums Ostbayern. Besucher können sich hier über die Geschichte des Bergbaus in der Region informieren, zum Beispiel über das Leben der Berg- und Hüttenmänner, die Industrialisierung Ostbayerns oder über Glas und Keramik. Ein Eisenhammerwerk, ein Glasschleif- und Polierwerk sowie eine Schachtanlage gehören zu den Außenanlagen.

Bergbaumuseum Maffeischächte Auerbach

Die Schachtanlage Grube Maffei bei Auerbach war eine der bedeutendsten Eisenerzbergwerke Bayerns. Seit 2005 wurde dort durch den Fördervereinn Maffeispiele e. V. eine Erlebnisschaustollenanlage geschaffen. Dabei kann der Museumsbesucher selbst aktiv werden und zum Beispiel mit dem Bohrhammer zum Bohren der Sprenglöcher ansetzen. Auch ein Alarm unter Tage wird bei den Führungen simuliert.