Ein Stück Afrika in der Oberpfalz
Seidl Confiserie GmbH in Laaber steht für Einfallsreichtum aus der Oberpfalz
„Wer meint, etwas zu sein, der hat aufgehört, etwas zu werden“, ist Hans Seidl, Geschäftsführer der Seidl Confiserie GmbH aus Laaber, überzeugt und dieser Grundsatz zieht sich konsequent durch sein Arbeitsleben. Der ehemalige Bankkaufmann beschloss Ende der 80-er Jahre, den von ihm als eher eintönig empfundenen Beruf an den Nagel zu hängen, und wandte sich mit der Gründung einer Pralinenfirma den in seinen Augen „kreativeren und süßen Seiten des Lebens“ zu. Der Erfolg ließ nicht lange auf sich warten, und so machten sich Seidls Leckereien vor allem im höher segmentierten Hotellerie- und Gastronomiebereich einen Namen. Von der Pralinen- und Trüffelherstellung über eine weit reichende Auswahl an diversen Schokoladenkreationen bis hin zur Verarbeitung und Veredelung der seltenen Macadamianuss reicht inzwischen das Angebot der Confiserie. Der anfängliche Ein-Mann-Betrieb expandierte innerhalb der vergangenen knapp zwanzig Jahren zu einem attraktiven mittelständischen Unternehmen mit nunmehr 65 Angestellten. Mit einem jährlichen Umsatz von rund fünf Millionen Euro etablierte sich die Oberpfälzer Confiserie unter den erfolgreichsten in ihrer Sparte und zählt heute zu den bekanntesten Pralinenmachern in Deutschland.
Durch den geschickten Ausbau seiner Beziehungen zu den Großen der Gastronomiebranche, gelang es der Confiserie, seit 1991 kontinuierlich die Kunden der First und Business Class der Lufthansa mit ihren schokoladigen Kreationen zu erfreuen. Über den Multiplikator Lufthansa erweiterte sich der exklusive Kundenkreis und inzwischen finden sich auf der Referenzliste neben der bekannten Fluggesellschaft Schriftzüge von namhaften Unternehmen wie Vodafone, Deutsche Bahn, Audi und Daimler. Auch auf verschiedenen Bällen wie dem Bundespresseball oder dem Wiener Opernball liegen immer wieder erlesene Köstlichkeiten aus dem Hause Seidl zur Verkostung bereit. Sogar bis in die Vereinigten Arabischen Emirate knüpfte Hans Seidl Kontakte. So bekam er 2004 vom Emirates Palace Hotel in Abu Dhabi den Auftrag, seine innovative Idee, die 60 Meter hohe goldene Kuppel des Luxus-Hotels als Pralinenschachtel darzustellen, umzusetzen. Seitdem heißen die außergewöhnlichen Präsentboxen, befüllt mit den hochwertigen Pralinenkreationen aus der Oberpfalz, Gäste im Nahen Osten als „Betthupferl“ willkommen. „Seine Kreativität und sein Geschäftssinn verhalfen Herrn Seidl zu einer wahren Erfolgsgeschichte – made in der Oberpfalz“, lobt Nicole Stelzle, Geschäftsführerin des Regionalmarketing Oberpfalz. Seidl sei ein gutes Beispiel dafür, dass man mit individuellen Produkten gegen die großen Konkurrenten punkten könne, ergänzt sie. „Die feinen kulinarischen Spezialitäten tragen außerdem ihren Teil dazu bei, die Oberpfalz als Region von besonderem Charakter überregional bekannt zu machen“, unterstreicht Stelzle die nicht zu unterschätzende Bedeutung der Confiserie als Imageträger nach außen. Deshalb wird die Firma Seidl vom Regionalmarketing Oberpfalz als Unternehmen des Monats November ausgezeichnet.
Von der Milchkanne zum Luxushotel
Die Gründungsgeschichte der, mittlerweile über die Oberpfalz hinaus bekannten, Confiserie ist auf eine spontane Idee im Skiurlaub zurückzuführen. „Mich störte schon seit langem, dass mir beim Kaffeetrinken regelmäßig die Milch aus der Aludose auf die Hose spritzte“, so der jetzige Firmeninhaber. Im Hotel wurde die Milch zum Kaffee damals in einem Schokoladentopf serviert, worin er die Lösung seines Problems sah. Und damit war seine Idee, die Herstellung eines Milchkännchens aus Schokolade, geboren. Das richtige Gespür für diese Marktlücke und ein glückliches Händchen halfen ihm, seine Erfindung auf dem Markt zu platzieren. Und schnell schaffte Seidl es, sein Produkt auf den Bestelllisten renommierter Restaurants und Hotels wie z.B. dem Maritim Hotel zu platzieren.
Die „Königin der Nüsse“ in ihrer ganzen Vielfalt
Eine weitere Nische wurde von Hans Seidl mit der Spezialisierung auf die, bis dato in Europa relativ unbekannte, Macadamianuss besetzt. „Diese Nuss zählt zu den teuersten ihrer Art, da ihr Anbau relativ schwierig ist und sich die Weiterverarbeitung mitunter sehr kompliziert gestaltet“, erzählt Seidl. Angebaut wird sie heute hauptsächlich in Australien sowie auf Hawaii, in Südamerika und in Kenia, dem Land, aus dem Seidl das wertvolle Gut importiert. Überzogen mit Schokolade, geröstet, gesalzen und als exklusive Macadamiatrüffel oder –splitter verkauft Seidl die veredelte Nuss in breiter Auswahl. „Was mir nicht schmeckt, kommt nicht zum Kunden“, verrät der Geschäftsführer das Geheimnis der anhaltend hohen geschmacklichen Qualität seiner Produkte. Doch Seidl stellt mittlerweile nicht nur den Geschmackssinn seiner Kunden zufrieden. Mit der Erweiterung seines Sortiments um eine eigene Körperpflegelinie aus dem Öl der Macadamianuss hat er auf das vorhandene Potential und den bestehenden Bedarf an gesunden Naturprodukten im Kosmetikbereich reagiert.
Ein Spontanbesuch im Kenia-Laden
„Beschnuppern, probieren und staunen“, lautet der Grundsatz eines jeden Genießers und dies ist auch ausdrücklich erwünscht in Seidls Erlebnisladen in Laaber, der direkt neben der Confiserie im Frühjahr dieses Jahres neu gestaltet wurde. Die gute Lage, direkt an der Autobahn A3, verführt so manchen Spontanbesucher zum Pralineneinkauf, wobei der Laden an sich schon eine Reise wert ist. In detaillierter Feinarbeit ist ein kleines Paradies entstanden, das an einen kenianischen Dschungel erinnert. Ein lebensgroßer Elefant, ein Babyelefant, ein sprechender Kakaobaum, in dem ein Tukan sitzt, sowie eine Dschungel-Band mit Löwe, Affe und Zebra versetzen nicht nur Kinder in eine andere Welt. „Mit der Wahl eines afrikanischen Ambientes wollte ich einen bewussten Bezugspunkt zu Kenia und der Macadamianuss setzen“, verrät Hans Seidl. Zur Erweiterung seines Sortiments und für die bessere Präsentation ließ er zusätzlich eine Bärenhöhle bauen, in der Gummibärenspezialitäten aus den verschiedensten Ländern angeboten werden. Sehr realitätsgetreu spaziert der Besucher an einer Goldader und Stalaktiten vorbei.
Delikatessen mit Durchblick
Die wohl außergewöhnlichste Besonderheit ist Hans Seidl mit der Erfindung seiner Bild-Schokolade gelungen. Mit Hilfe der so genannten Lithophanietechnik hatte der kreative Geschäftsmann die Idee, eine Methode, die bisher nur in der Porzellanveredelung angewandt wurde, auf seine Schokoladenkreationen zu übertragen. Weiße Schokoladentäfelchen, in die bildliche Darstellungen reliefartig eingepresst wurden, lassen unter direktem Lichteinfall z.B. das Motiv von Papst Benedikt XVI, Wolfgang Amadeus Mozart oder Gerd Müller erkennen. Der Unternehmer will sein Angebot ausbauen und die Erweiterung der Sammlung seiner „weltweiten Berühmtheiten“ fortsetzen. „Wir sind die einzige Firma in Deutschland, die das beherrscht“, sagt Seidl, nicht ohne Stolz – und schon hat sich eine weitere Marktlücke für die Confiserie aufgetan.
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Ihr Ansprechpartner
Seidl Confiserie GmbH
Reiserweg 2
93164 Laaber
E-Mail:
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www.seidl-confiserie.de
