Von der Glashütte zum weltweit führenden Autospiegelhersteller
Flabeg aus Furth im Wald ist Botschafter für Qualitätsprodukte aus der Oberpfalz
„Nur durch die ständige Anpassung an den internationalen Markt durch Automatisierung sowie kontinuierliche Verbesserungsprozesse, eine vorausschauende Entwicklungsarbeit und die überdurchschnittliche Einsatzbereitschaft unserer Mitarbeiter konnten wir vor kurzem das nicht alltägliche 125. Firmenjubiläum feiern“, betont Franz Reimer, Werkleiter der Flabeg GmbH & Co. KG in Furth im Wald. Die einstige Glashütte entwickelte sich seit der Gründung im Jahr 1882 durch die Brüder Alois und Eduard Kupfer und deren Schwager Sigmund Glaser zum Weltmarktführer bei der Herstellung von Autospiegeln. Heute ist die Oberpfälzer Firma in der internationalen Glasbranche ein Begriff und gehört mit einem Jahresumsatz von rund 200 Millionen Euro zu den Großen der glasveredelnden Industrie. Weltweit beschäftigt Flabeg 1.900 Mitarbeiter, 510 davon im Werk Furth im Wald. Als ein konzernunabhängiges Unternehmen mit mehreren Standorten ist Flabeg neben Deutschland in Tschechien, Ungarn, Großbritannien, USA, Brasilien, China, Frankreich und Italien vertreten. „Das Werk Furth im Wald versorgt alle internationalen Märkte mit Autospiegeln. Insgesamt werden rund 80 Millionen Autospiegel pro Jahr produziert“, informiert Reimer. Namhafte Automobilhersteller wie zum Beispiel Audi, VW, BMW, Mercedes oder Opel werden mit Spiegelgläsern der Firma Flabeg beliefert.
Bei den Autospiegeln hat Flabeg die Entwicklung der letzten 30 Jahre wesentlich mitgeprägt. Die Herstellung von asphärischen Spiegeln zur Vermeidung des toten Winkels und von Blautonspiegeln mit reduzierter Blendung sind nur zwei Beispiele, die das Oberpfälzer Unternehmen weltweit bekannt machten. „In keinem Teil der Welt fährt heute ein Fahrzeug, ohne Autospiegel von Flabeg“, erklärt Nicole Stelzle, Geschäftsführerin des Regionalmarketing Oberpfalz. Der Auto- spiegelhersteller sei ein hervorragender Botschafter für die Qualitätsprodukte, die in der Oberpfalz entwickelt und produziert werden, so Stelzle. „Unsere Forschungs- und Entwicklungsgruppe ist täglich damit beschäftigt, die Produkte weiterzuentwickeln und andere Einsatzgebiete für gebogenes und beschichtetes Glas zu finden“, verrät Reimer. So arbeitet die Gruppe derzeit zum Beispiel an leitfähig beschichteten Spiegeln mit verstellbarer Reflexion. „Das Bestreben, immer Neues zu entwickeln, hat sich für das Unternehmen und die Region ausgezahlt“, lobte Nicole Stelzle den wichtigsten Arbeitgeber der Stadt Furth im Wald. Aufgrund der beispielhaften Entwicklungsgeschichte vom traditionellen Glashersteller zum weltweit führenden Autospiegel- hersteller wird Flabeg vom Regionalmarketing Oberpfalz als „Unternehmen des Monats Oktober“ ausgezeichnet.
Umstrukturierung auf Nischenprodukte trägt Früchte
Bis 1953 erzeugte Flabeg das Glas noch selbst. Wegen des zu hohen Konkurrenzdruckes und der problematischen Rohstofflieferungen aus Tschechien und Sachsen musste die Glasherstellung aufgegeben werden und der Betrieb wurde auf Glasveredelung umgestellt. „Die Umstrukturierung war mit einem enormen Investitionsaufwand verbunden“, betont Reimer. Dafür konnte sich das Unternehmen hervorragend in der modernen Spiegelfertigung positionieren. So wurde zum Beispiel das europaweit erste kontinuierlich arbeitende Belegeband für Silberspiegel im Werk Furth im Wald in Betrieb genommen. Sehr schnell investierte Flabeg auch in die Technologien des Biegens und der Hochvakuumbeschichtung, welche heute neben der nasschemischen Versilberung die Schwerpunkte der Produktion im Werk Furth im Wald darstellen.
Präzisionsarbeit, wo andere längst passen müssen
Auf einer Produktionsfläche mit der Größe von viereinhalb Fußballfeldern fertigt die Firma neben Autospiegeln auch technische Gläser für die Fernsehindustrie und Solarreflektoren. Insbesondere die Biegetechnologie hat das Unternehmen zur Präzision gebracht. Derzeit laufen sechs Biegelinien, auf denen jährlich etwa acht Millionen Halbfabrikate für Autospiegel in verschiedenen Radien und Abmessungen gefertigt werden sowie vier Biegeanlagen für Solarreflektoren. „Wir haben unsere Spezialanlagen, die wir für die Präzisionsarbeit benötigen, zum Teil in eigener Entwicklungsarbeit erdacht und konstruiert. Damit ist es uns möglich, Glas in einer Präzision und Vielfältigkeit zu verarbeiten, wo andere längst passen müssen“, berichtet Reimer stolz.
Teamhütte bringt frischen Wind
Einer der wesentlichen Erfolgsfaktoren der Firmengeschichte ist sicher auch die Einbindung der Mitarbeiter. Seit 1998 gibt es bei der Flabeg – zusätzlich zum Verbesserungsvorschlagswesen - die sogenannte Teamhütte. „Die Mitarbeiter arbeiten dazu regelmäßig in Gruppen zusammen, um Rationalisierungspotentiale aufzudecken, Arbeits- abläufe und –prozesse zu optimieren und somit Verschwendung zu reduzieren und Kosten zu sparen“, erklärt Reimer. Die Vorteile der Mitarbeitereinbindung liegen auf der Hand: Kreativität, Motivation, Engagement, und Teamgeist der Mitarbeiter werden gefördert. Gute Vorschläge werden sogar prämiert. Viele Tausende von Euros konnten dadurch an Einsparungen jährlich erreicht werden. Darüberhinaus hat das Werk Furth im Wald schon seit vielen Jahren eine erfolgsabhängige Entlohnung, die monatlich berechnet und ausbezahlt wird. Qualität, Fertigungszeitanteil und Anwesenheitsquote sind hier die Parameter.
Mit Fachkräften aus der Region neue Märkte erschließen
Bei der Ausbildung setzt Flabeg auf Eigeninitiative. Seit vielen Jahren bildet das Werk Furth im Wald junge Menschen aus der Region in verschiedenen Berufen aus. In den letzten Jahren wurde dieses Engagement nochmals verstärkt. „Angesichts des drohenden Fachkräftemangels ist die Ausbildung im Unternehmen ein wesentliches Mittel, um auch zukünftig ausreichende und gut qualifizierte Mitarbeiter zu haben“, ist Reimer überzeugt. Ausbildung ist für die Flabeg aber nicht nur Eigennutz. „Wir bilden auch über Bedarf aus und stellen uns damit den gesellschaftlichen Pflichten als Unternehmen für unsere Region“, erklärt Reimer. Diese gut qualifizierten Mitarbeiter braucht der Werksleiter, um seine Ziele erreichen zu können. Vor allem der Bereich Solarreflektoren verspricht für die Zukunft ein großes Wachstum für Flabeg, da regenerative Energiequellen immer mehr an Bedeutung gewinnen. Das Unternehmen hat bereits rund drei Millionen Quadratmeter Solarreflektoren gefertigt und produziert Spitzenqualität. Die Spiegel von Flabeg sind so exakt gebogen, dass 99 Prozent der reflektierenden Strahlung einen Absorber mit nur 70 mm Durchmesser treffen. „Die Qualität unserer Spiegel steigert den Wirkungsgrad enorm. Bei einem 50 Megawatt Kraftwerk bedeutet ein Prozent mehr Strahlung jährlich fünf Millionen Kilowattstunden mehr an Strom“, rechnet Reimer vor.

Ihr Ansprechpartner
FLABEG GmbH & Co. KG
Glaserstraße 1
93437 Furth im Wald
E-Mail:
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www.flabeg.com
