Kerafol – Energiesparen mit Hightechprodukten aus der Oberpfalz
Ideen aus Eschenbach revolutionieren die Umwelttechnik
„In unserem Unternehmen werden am laufenden Band neue Produkte und Verfahren entwickelt. Zusammen mit dem Kunden entwickeln wir maßgeschneiderte Problemlösungen. Das ist unser Erfolgsrezept “, erklärt der Firmengründer der Kerafol Keramische Folien GmbH Franz Koppe, der zusammen mir seiner Tochter Isabell das Familienunternehmen leitet. Kerafol stellt innovative Folien und Filter aus Keramik her. Die Anwendungsgebiete liegen in der Mikroelektronik, im Thermal Management, in der Filtration, Sensorik und in der Brennstoffzellentechnik. In diesem Jahr übernimmt das Unternehmen das Fertigungs-Know-how für die Herstellung keramischer MEAs (Membrane Electrode Assembly) für Brennstoffzellen des Fraunhofer- Instituts für Keramische Technologien und Systeme in Dresden.
MEAs bilden das Kernstück von Hochtemperatur- brennstoffzellen. Diese sind wichtig für die effizientere Stromproduktion aus fossilen und nachwachsenden Energieträgern. Das Regionalmarketing Oberpfalz hält innovative technische Entwicklungen, die zur Einsparung von Energie führen, für zukunftsweisend. „Kerafol wird für sein Engagement im Bereich Umwelttechnik zum Unternehmen des Monats Februar gekürt“, begründet die Geschäftsführerin des Regionalmarketing, Nicole Stelzle, die Wahl.
Bis sich Kerafol zum weltweiten Spezialisten für keramische Folien und zum Vorreiter in der Umwelt- technik entwickeln konnte, vergingen über 20 Jahre. 1985 gründete der Ingenieur für Lüftungs- und Klimatechnik in Eschenbach sein Unternehmen. Von der Idee, aus den unterschiedlichsten Materialien dünne Schichten als keramische Folien zu produzieren bis zur Umsetzung, war es ein weiter Weg, von dem sich der Unternehmensgründer jedoch nie abbringen lies. Da es die notwendigen Anlagen, Maschinen und Verfahren nicht zu kaufen gab, konstruierte und baute sich Franz Koppe diese, gemeinsam mit seinen Mitarbeitern, selbst. Ende der 80er Jahre war der Durchbruch geschafft. Anfangs produzierte Kerafol hauptsächlich für die Forschungs- und Entwicklungsabteilungen großer Firmen. „Dies macht heute nur noch 30 % des Umsatzes aus“, berichtet der Firmeninhaber. Inzwischen hat Kerafol knapp 200 Mitarbeiter und ein internationales Vertreternetz in Europa, USA, Kanada, Brasilien, Japan, Süd Korea, China und Taiwan. Das Unternehmen generiert einen Jahresumsatz von 20 Millionen Euro. Seit dem Jahr 2000 wurden mehr als acht Millionen Euro in den weiteren Ausbau des Betriebs investiert.
Neues Folienherstellungsverfahren für effiziente Stromgewinnung
Hochtemperaturbrennstoffzellen haben eine entschei- dende Bedeutung im zukünftigen Energiemix, gerade angesichts der aktuellen Bewegungen am Energiemarkt. Kerafol wendet modernste Verfahren bei der Herstellung für die Hochtemperaturbrennstoffzelle an. Dadurch wird es möglich, den Elektrolytwiderstand um 42 % zu senken. Dies hat zur Folge, dass eine sehr hohe Stromdichte der MEAs aufgrund einer nahezu verdoppelten Ionenleitfähigkeit erreicht wird. „So wird ein effektiver Betrieb der Brennstoffzellen bereits bei vergleichsweise niedrigen Temperaturen von 750 Grad möglich, was immens Energie spart“, erläutert Franz Koppe. Normalerweise seien Temperaturen bis zu 950 Grad Standard.
Badewasserqualität dank Membranfilter von Kerafol
Die neuen keramischen Filterscheiben von Kerafol reduzieren die Keimbelastung in Gewässern so stark, dass die EU-Richtlinien für Badegewässer erfüllt werden. Im letzten Jahr stattete Kerafol gemeinsam mit dem Fraunhoferinstitut für Grenzflächen- und Biover- fahrenstechnik in Stuttgart eine dezentrale Kläranlage in Heidelberg mit keramischen Filtern aus. Es handelt sich dabei um die erst semi-dezentrale Membrankläranlage, die über eine Membranvorfiltration und eine biologische Stickstoffentfernung verfügt. Herzstück der Membrantrennstufen sind Rotationsscheibenfilter aus Keramik. Während Feststoffe und Mikroorganismen die Poren des Filters nicht passieren können, dringt Wasser durch die Poren hindurch. Das gereinigte Wasser sammelt sich im Inneren der Scheibe und wird über eine Hohlwelle abgeführt. Das Abwasser konnte nach der Klärung durch die Filterscheibe von Kerafol bedenkenlos in den nahe gelegenen Fluß eingeleitet werden. Die neuesten Produkte des Unternehmens im Bereich Filtration und Separation wie zum Beispiel der Membranfilter können auf der „Filtech“, der europaweit größten Messe in diesem Segment vom 27. Februar bis 1. März in Wiesbaden bestaunt werden.
Wärmeleitfolien sind anderen Stoffen weit überlegen
Ein weiteres wichtiges Geschäftsfeld von Kerafol sind Wärmeleitfolien, die mit verschiedensten keramischen Stoffen gefüllt sind. Sie haben neben einer hohen Wärmeleitfähigkeit eine gut elektrische Isolierung und können im Gegensatz zu Scheiben aus Glimmer, Aluminium oder Kunststoff ohne Wärmeleitpasten eingesetzt werden. „Somit werden ein Verschmieren oder Bestückungsfehler vermieden“, klärt Franz Koppe auf. Da die Packungsdichte in Transistorchips, die zum Beispiel in PCs Verwendung finden, immer weiter noch oben getrieben wird, ist das Thema „Thermal Management“ immer wichtiger geworden. Im sehr spezialisierten Produktprogramm werden die Materialien im Bedarfsfall nach mechanischen und elektrischen Eigenschaften, Druckfestigkeit, Wärmeleitfähigkeit und thermischen Widerstand ausgewählt. In den Firmenlabors von Kerafol werden nicht nur umfangreiche Qualitätsprüfungen durchgeführt, sondern auch Dauerstandstests unter praxisnahen Bedingungen.
Keraflex – multifunktionale hochelastische Porzellanfolie
Porzellanfolien, die neueste Erfindung der Firma, werden unter dem Markennamen Keraflex angeboten. Aufgrund der hohen Flexibilität und der enthaltenen Binderkomponenten der Folie ergeben sich neue Möglichkeiten in der keramischen Formgebung und Bearbeitung. Stanzen, Prägen, Schneiden, Falten, Biegen, Laminieren und Glasieren ist mit der neuen Porzellanfolie problemlos möglich. Im künstlerischen Bereich sowie im Design regt Keraflex aufgrund seiner flexiblen Eigenschaften die Kreativität an. Genutzt wird es dort für Schmuck, Beleuchtungselemente, Möbelbauteile und darstellende Kunst. Auch im technischen Bereich kann die Porzellanfolie eingesetzt werden, zum Beispiel als elektrischer Isolator oder Wärmeleiter.
Die Heimat in der Oberpfalz als Chance genutzt
Der Erfolg von Kerafol zeigt, dass man Geschäftsideen gut dort umsetzen kann, wo sie geboren werden und dass Vertrauen in die Kreativität der Menschen aus der Region entscheidend zum Gelingen der Neuentwicklungen beitragen. „Insbesondere unseren Mitarbeitern haben wir den Erfolg zu verdanken“, betont Geschäftsführerin Isabell Koppe. Im Unternehmen werde deshalb versucht, den Angestellten so viele Freiräume wie möglich zu lassen, um genügend Raum für die Entfaltung von Kreativität zu geben. Diese Firmenphilosophie vertritt auch der Firmengründer von Kerafol. „Franz Koppe ist eine Persönlichkeit, die heimatverbunden und immer entschlossen gewesen ist, in der Oberpfalz sein Glück zu finden. Wenn man die Geschichte vom Ofenbauer zu Kerafol zurückverfolgt, zeigt sich, dass der fast unbändige Wille, Ideen vehement durchzukämpfen und sich durchzusetzen, schließlich auch erfolgreich ist", lobte Landrat Simon Wittmann den Unternehmer vor kurzem bei der Auszeichnung mit der Bürgermedaille des Landkreises Neustadt a. d. Waldnaab. „Es sind nicht die Großen, die das Fundament unserer Wirtschaft aufstellen, sondern die Mittelständler, die ausbilden und Arbeitsplätze schaffen", so der Landrat weiter. Die Firma Kerafol ist hierfür ein herausragendes Beispiel. Im letzten Jahr hat das Unternehmen 60 neue Arbeitsplätze geschaffen.
Ihr Ansprechpartner
KERAFOL GmbH
Stegenthumbach 4-6
92676 Eschenbach i.d.Opf.
E-Mail:
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www.kerafol.de
