„Die sind doch nicht von Pappe.“
Liebensteiner Kartonagenwerk Gmbh ist Unternehmen des Monats März
Doch! Und genau das ist die Stärke der Verpackungen des "Liebensteiner Kartonagenwerks" aus Plößberg. Aus dem gewöhnlichen Alltagsprodukt entsteht hier ein Verpackungsmaterial mit außergewöhnlichen Qualitäten und nahezu unbeschränkten Möglichkeiten. Ob hochwertiges und sensibles Porzellan, High-Tech-Produkte der Elektronikbranche oder gewichtige Schwerlastgüter, Herr Bernhard Schön, Besitzer und Geschäftsführer der alteingessenen Firma in der nördlichen Oberpfalz, verpackt alles.
Fast 60 Jahre liegen die Anfänge der Firma in Liebenstein nunmehr zurück, als der Großvater von Herrn Schön ein kleines Holzwollewerk in Liebenstein – heute ein Ortsteil der Gemeinde Plößberg im Landkreis Tirschenreuth – kaufte, das bis 1968 von seinem Vater weitergeführt wurde. Dieser stellte die entscheidenden Weichen für das heutige Unternehmen mit der Umstellung des Betriebes auf Wellpappe. Schon seit 1978 liegen die Geschicke des mittelständischen Unternehmens bei Herrn Bernhard Schön. In seine Zeit fallen erhebliche Vergrößerungen und Investitionen, so dass das Liebensteiner Kartonagenwerk mittlerweile zu den "größten Verarbeitern Deutschlands gehört", was Frau Elfriede Schön, ebenfalls Geschäftsführerin, mit berechtigtem Stolz betont. Vor allem in den letzten 15 Jahren wurde kräftig investiert und mit einem Investitionsaufwand von 27 Millionen Euro die Produktionshalle, das Verwaltungsgebäude die Versandhalle und ein riesiges Hochregallager gebaut und erweitert. Die Dimensionen sind gewaltig. 13 Fußballfelder umfasst das gesamte Firmengelände, eineinhalb Fußballfelder benötigt allein die Lagerhalle für Fertigware und von der Handfertigung bis zum Hochregallager ist man fast einen halben Kilometer weit unterwegs.
Die Stärke der "Liebensteiner" liegt in ihrer Rund-um-Kundenbetreuung. Neben der Herstellung individueller Verpackungen für jeden Zweck bieten sie kompletten Service von der Konzeption bis zur Distribution der fertigen Verpackung. CAD-gesteuerte Plotter lassen innerhalb von Minuten Prototypen entstehen, die der Kunde prüfen und optimieren kann. In der Produktion werden unterschiedlichste Verpackungen, von der Transportverpackung bis zum Verkaufsdisplay, millimetergenau gestanzt, geschnitten, bedruckt und verschlossen. Damit ist das Ende der Fahnenstange beim Kundenservice aber noch lange nicht erreicht. Optimales Flow-Management garantiert Liefersicherheit und Termintreue bei hoher Produktqualität. Die Auslagerung wird dabei so gesteuert, dass die Paletten auftragsgerecht in einer optimierten Abladereihenfolge sortiert – also tourengerecht – auf die firmeneigenen 14 LKW’s verladen werden können. Eine Herausforderung an die Logistik! 500 bis 600 Paletten Fertigware verlassen auf diese Weise jeden Tag das Firmengelände. Just-in-time Belieferung wird über das Herzstück des Betriebes – das Hochregallager – gewährleistet. Und das hat es in sich. 21.000 Paletten finden hier Platz. Jede einzelne wird mit Barcode und Scanner registriert; per Computer ist es möglich, jederzeit Lagerplatz und Menge der benötigten Verpackungseinheit abzurufen und bei maximaler Auslastung bis zu 1.400 Paletten täglich ein- und auszulagern. Die dadurch erreichte Flexibilität ermöglicht es, dass auch kleine Bestellmengen nach Bedarf bedient werden können.
Die positiven ökologischen Eigenschaften der Wellpappe – Wellpappenpapier wird aus rasch nachwachsenden und minderen Holzqualitäten und zu über 70 % aus Altpapier erzeugt – sind Auftrag für das im Betrieb gelebte Umweltbewusstsein. Die Altpapierpresse sorgt dafür, dass der angefallene Verschnitt kompakt in die Papierfabrik zurücktransportiert werden und wieder verwendet werden kann. Wellpappe, könnte man sagen, wird auf diese Weise zur Verpackung mit Rückfahrschein. Wasser aus dem Verarbeitungsprozess wird aufbereitet. Die verwendeten Farben sind wasserlöslich.
Keine Frage, dass der Betrieb mittlerweile auch nach ISO 9001 zertifiziert ist. Alles zusammen trägt dazu bei, dass 172 Mitarbeitern ein Arbeitsplatz zur Verfügung steht, wobei sich die Mitarbeiterzufriedenheit in der Verweildauer widerspiegelt. Jeder zweite Mitarbeiter weist eine Betriebszugehörigkeit von mehr als zehn Jahren auf. Ein erstaunlicher Wert angesichts der dynamischen Entwicklung des Betriebs in den letzten Jahren. 40 neue Arbeitsplätze wurden allein in den beiden letzten Jahren geschaffen. Das ist wahrlich nicht von Pappe – mit Ausnahme der produzierten Verpackungen – und angesichts dieser Oberpfälzer Erfolgsgeschichte wird sich daran auch so schnell nichts ändern.
Ihr Ansprechpartner
Liebensteiner Kartonagenwerk GmbH
Liebenstein 15
95703 Plößberg
