6. Energieforum Oberpfalz zum Thema Windkraft

6. Energieforum Oberpfalz

Viel ungenutztes Potenzial trotz guter Windstandorte in der Oberpfalz – 280 Teilnehmer: Liveübertragung in einen zusätzlichen Raum

Beim 6. Energieforum des Regionalmarketing Oberpfalz im Landgasthof Meier in Hilzhofen betonte Dr. Wilhelm Weidinger, 1. Vorsitzender des Regionalmarketing Oberpfalz, dass es besonders wichtig sei, gemeinsam mit den Bürgern in der Region Konzepte zur stärkeren Nutzung des Windes zu diskutieren. Dies solle jedoch unter Berücksichtigung der Landschaft in der Oberpfalz geschehen. Zum Energieforum wurden sowohl Befürworter als auch Kritiker der Windtechnologie eingeladen. Etwa 280 Besucher waren gekommen, um mit den Experten zu diskutieren. Aufgrund des großen Ansturms wurde die Runde von der Firma Snapshot live in einen zusätzlichen Raum übertragen.

"Wir wollen keine Anlagen gegen den Bürgerwillen unterstützen. Es ist jedoch sinnvoll zu prüfen, ob die Windkraft in der Oberpfalz nicht noch viel besser genutzt werden kann. Die langfristige Schaffung hochqualifizierter Arbeitsplätze in einer zukunftsträchtigen Branche kommt der Region zugute", gab Nicole Stelzle, Geschäftsführerin des Regionalmarketing Oberpfalz, den Kritikern zu bedenken. Durch die Windenergie seien in Deutschland 80.000 Arbeitsplätze entstanden, mindestens 5.000 davon in Bayern. "Die Veranstaltung dient dazu, Für und Wider gegeneinander abzuwägen", so Stelzle.

Der Neumarkter Landrat Albert Löhner unterstützt eine verstärkte Nutzung der eigenen Energieressourcen, um eine höhere Wertschöpfung für die Region zu erzielen. 1996 habe der Landkreis bereits das Leitbild "Energie und Umwelt" zusammen mit den Bürgern erarbeitet. Mittlerweilen gewinne man 156 Gigawatt aus regenerativer Energie im Landkreis. "15 Windkraftwerke stehen auf den Hochflächen des Jura. Die Windenergie ist mit sieben Prozent die zweitwichtigste erneuerbare Energie im Landkreis Neumarkt", erklärte Löhner.

Jörg Mayer, Geschäftsführer der Agentur für Erneuerbare Energien Berlin, informierte in seinem Vortrag, dass Bayern zwar insgesamt bei den erneuerbaren Energien den Spitzenplatz in Deutschland einnehme, dass jedoch der 12. Platz im Bereich Windenergie nicht dem großen Windpotenzial und dem Standort als Flächenstaat entspreche. "Niederösterreich, das ähnliche Windbedingungen vorweist, verfügte im Jahr 2007 über 527 Megawatt installierte Windleistung. Das viermal so große Bayern hatte zu diesem Zeitpunkt hingegen nur eine Windleistung von 387 Megawatt", so Mayer. Dabei biete die Windkraft gerade für Gemeinden Vorteile wie eine erhöhte Versorgungssicherheit, relativ geringe Investitionskosten und keine Umweltverschmutzung. Die Investitionshöhe liege etwa bei zwei Millionen Euro pro Megawatt installierter Leistung. "In Norddeutschland blieben den Gemeinden innerhalb von 20 Jahren 100.000 Euro Gewerbesteuer pro Megawatt installierter Leistung", betonte Mayer. Als weiteres Argument für die Windkraft in der Oberpfalz führte Mayer die erhebliche Verbesserung des Wirkungsgrads ins Feld: „In nur 20 Jahren wurde der Ertrag von Windenergieanlagen um das 100-fache gesteigert."

Die besten Beispiele für die Nutzung der Windkraft in der Oberpfalz bieten die beiden Windkraftwerke in Pilsach, die im Rahmen der Veranstaltung von den Besuchern besichtigt werden konnten. "Das Windkraftwerk Pilsach 2 ist mit einer Narbenhöhe von 109 Metern, einem Rotordurchmesser von 82 Metern und einer Nennwertleistung von 2.000 Kilowatt das größte Oberpfälzer Windkraftwerk", erklärte Adolf Wolf, 1. Bürgermeister der Gemeinde Pilsach. Durch die beiden 2004 und 2007 in Betrieb genommenen Windkraftwerke wandelte sich die Gemeinde vom Nettostromverbraucher zum Nettostromerzeuger. "Hoch- und Tiefdruckgebiete werden nicht an der Börse gehandelt. Durch die Windnutzung haben die Gemeinden die Chance, unabhängig von den multinationalen Energiekonzernen zu werden", appellierte Hans Lenz, Geschäftsführer der Windpower GmbH und Betreiber der beiden Windkraftwerke in Pilsach. Auch in der Oberpfalz gebe es im Steinwald, im Oberpfälzer und Bayerischen Wald sowie im Jura gute Windstandorte. "Derzeit haben wir in der Oberpfalz nur 30 Windkraftwerke mit einer Gesamtleistung von 22 Megawatt. Bis zum Jahr 2020 wäre eine Steigerung auf 260 Megawatt möglich", betonte Lenz.

 

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