3. Energieforum

3. Energieforum Oberpfalz

Die Oberpfalz bietet viele Potentiale zur Energiegewinnung - Über 150 Besucher beim 3. Energieforum in Lauterhofen

Beim 3. Energieforum des Regionalmarketing Oberpfalz im Diözesanzentrum am Habsberg informierte Daniel Miller vom C.A.R.M.E.N e.V. über die Energieerzeugung aus Biomasse. „Durch den Import von fossilen Brennstoffen wie Ergas und Erdöl verliert die Oberpfalz rund 272 Millionen Euro an Wertschöpfung" rechnete Miller vor. Ein Teil der Energie könne jedoch vor Ort aus nachwachsenden Rohstoffen gewonnen werden. Auch Landrat Albert Löhner sprach der Energiegewinnung durch Biomasse starke Regionalisierungseffekte zu.

Ein sehr gutes Beispiel für die Energieversorgung mit dem in der Oberpfalz weitverbreiteten Rohstoff Holz sei die Hackschnitzelanlage in Engelsberg. „Die Anlage versorgt das 110-Einwohnerdorf komplett mit Energie. Außerdem verbleiben 36.000 Euro an zusätzlicher Wertschöpfung in Engelsberg", informierte Peter Braun, 1. Bürgermeister von Lauterhofen. Volkmar Schäfer, Geschäftsführer der eta-Energieberatung, zeigte anhand des Heizkraftwerks des Babynahrungsherstellers Hipp aus Pfaffenhofen, dass sich die Energieversorgung mit Biomasse bei anhaltend steigenden Erdöl- und Erdgaspreisen langfristig rechnet. „Der Betrieb spart jährlich zudem 7.800 Tonnen Kohlendioxid ein", erklärte Schäfer.

Einen Überblick über die Fördermöglichkeiten von er-neuerbaren Energien gab Gerold Eger, Abteilungsdirektor der Regierung der Oberpfalz. Der Freistaat Bayern subventioniert zum Beispiel neue Energietechnologien mit einem Zuschuss von 30 Prozent, in Ausnahmefällen sogar bis zu 50 Prozent. Auch das Erneuerbare Energien Gesetz des Bundes (EEG) bezuschusst Wasser- und Windkraft sowie die Energiegewinnung mit Photovoltaik, Geothermie und Biomasse. Antragsberechtigt sind Privatpersonen, Unternehmer, Gemeinden und Landkreise. „Die Höhe des Beitrags richtet sich nach der Anlagengröße und der Art der Energiegewinnung", informierte Eger. Die Mindestfördersätze bewegen sich zwischen sechs und 46 Cent pro Kilowattstunde erzeugten Stroms.

„Das Ziel des Energieforums ist es, die Oberpfalz als Energieregion mit Vorbildfunktion zu positionieren", betonte Nicole Stelzle, Geschäftsführerin des Regionalmarketing Oberpfalz. Mit der Veranstaltungsreihe „Energieforum Oberpfalz" baut das Regionalmarketing ein Netzwerk aus Energie-Akteuren in der Region auf. „Es gibt sehr viele Unternehmen in der Oberpfalz, die sich auf das Thema erneuerbare Energien spezialisiert und mit ihren Produkten und Dienstleistungen hervorra-gend am Markt positioniert haben", unterstrich Stelzle. Firmen aus der Region, wie das ATZ Entwicklungszentrum, Grammer Solar, Iliotech Solar, Ostwind, Schmack Biogas und Schott Rohrglas sind zum Beispiel weit über die Oberpfalz hinaus bekannt.

Der Regionalmarketingverein bündelt die Kräfte aller Unternehmer auf diesem Sektor und trägt dazu bei, den durch externe Energieversorgung verursachten Mittelab-fluss aus der Oberpfalz zu reduzieren. Gleichzeitig soll das Energieforum helfen, neue Potentiale der Region zu erschließen. „Heute haben viele Besucher vor Ort im Hackschnitzelheizwerk Engelsberg gesehen, wie ein Nahwärmenetz funktioniert und welche Vorteile sich durch den Bau eines eigenen Heizwerks für den Ort ergeben haben. Wir würden uns freuen, wenn die zahlreichen Interessenten unserer Veranstaltung Anregungen für die Energieversorgung in ihren Gemeinden mit nach Hause nehmen", so Dr. Wilhelm Weidinger, Vorsitzender des Regionalmarketing Oberpfalz.

 

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