5. Energieforum

5. Energieforum Oberpfalz

Das Energiepotential von Biomüll nutzen - Dezentrale Versorgung fördert die regionale Wertschöpfung

180 Besucher informierten sich beim 5. Energieforum bei der Firma BIOFerm in Waldmünchen über ganzheitliche Energiekonzepte. Nicole Stelzle, Geschäftsführerin des Regionalmarketing Oberpfalz plädierte dafür, die Nutzung der erneuerbaren Energien in der Region zu intensivieren. „Heimische regenerative Energien binden die Kaufkraft, schaffen Arbeitsplätze und sichern Unabhängigkeit vor Energieimporten", so Stelzle.

Der Landkreis Cham verfolge seit über einem Jahrzehnt den Aufbau von ganzheitlichen, auf erneuerbare Energien basierenden nachhaltigen Energiekonzepten, bekräftigte Landrat Theo Zellner. Es gebe bereits sechs Biomasseheizwerke und ein Biomasseheizkraftwerk mit einer Nennwärmeleistung von zusammen 19.400 Kilowatt. Darüber hinaus verfüge der Landkreis über 37 Biogasanlagen für die Verwertung von Pflanzenresten, Gülle und Energiepflanzen. „Im Jahr 2007 wurde durch die Nutzung erneuerbarer Energien im Landkreis Cham eine Strommenge von knapp 80 Millionen Kilowattstunden erzeugt. Damit können fast 20.000 Haushalte versorgt werden", erklärte Zellner. Die Stadt Waldmünchen beherbergt mit 13 Biogasanlagen fast die Hälfte aller Anlagen des Landkreises, betonte der 1. Bürgermeister Franz Löffler. 15 bis 20 Arbeitsplätze seien dadurch entstanden.

Das beste Beispiel für ein ganzheitliches Energiekonzept mit einer dezentralen Energieversorgung bietet das Bioenergiedorf Schäferei in der Gemeinde Waldmünchen. „Die Einsparung von Kohlendioxid pro Jahr durch die Biogasanlage liegt im Schnitt bei 3.500 Tonnen. Damit ersetzen wir umgerechnet etwa 400.000 Kilogramm Heizöl pro Jahr", informierte Josef Haller, Gründer des ersten bayerischen Energiedorfes und Geschäftsführer der BioEnergie GmbH & Co.KG. Das zweite Energiedorf in der Gemeinde Waldmünchen ist schon geplant: Die Firma BIOFerm beabsichtigt ein Nahwärmenetz in das nahegelegene Moosdorf zu realisieren.

Mit der Frage, wie sich aus Abfall Strom und Wärme erzeugen lässt, beschäftigte sich der Gründer der Firma BIOFerm Ludwig Schiedermeier. In einem einzigartigen Pilotverfahren führt die Firma auf der Kompostanlage in Moosdorf die Trockenvergärung von Biomasse durch. Im Bereich der Feststoffvergärung ist BIOFerm sogar Weltmarktführer, so Schiedermeier: „Was vor ein paar Jahren noch als teuerer Abfall bezeichnet wurde ist heute ein wertvoller Rohstoff." Bioabfall eigne sich aufgrund der verschiedenen Stoffe hervorragend für die Vergärung. Mit reinen Monokulturen wie Mais erreiche man hingegen eine wesentlich schlechtere Gasmischung und damit eine geringere Effizienz.

Professor Stefan Beer, Umwelttechnikexperte von der Hochschule Amberg-Weiden, referierte über die Feinstaubproblematik bei der Verbrennung von Biomasse. Kritiker bemängeln immer wieder, dass die Verbrennung schädlicher sei als die Heizölverfeuerung, so Professor Beer. Dieses Missverständnis müsse aufgeklärt werden. Feinstaub aus modernen geregelten Feuerungsanlagen sei fünf- bis siebenmal weniger gefährlich als Russpartikel aus Kraftfahrzeugen oder Ölheizungen, so der Experte.

Nicole Stelzle ist zuversichtlich, dass die 5. Veranstaltung des Energieforums Oberpfalz einen weiteren wichtigen Betrag zur Information über erneuerbare Energien in der Region geleistet hat. „Die 180 Besucher unseres 5. Energieforums zeigen, dass die Begeisterung für das Thema ungebrochen ist", betont Stelzle, die das große Interesse auf das praxisorientierte Konzept der Veranstaltungsreihe zurückführt: „Die Teilnehmer unserer Foren werden anhand konkreter Beispiele über die Nutzung von regenerativen Energien in der Oberpfalz informiert, können Anlagen wie das Bioenergiedorf Schäferei oder die Fermentierungsanlage von BIOFerm vor Ort besichtigen und persönliche Gespräche mit Energieexperten führen".

 

Veranstaltungskalender

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