
Welterbe Regensburg
Im Zweiten Weltkrieg weitgehend von Zerstörungen verschont, ist Regensburg heute die einzige erhaltene mittelalterliche Großstadt Deutschlands. Es gibt in Mitteleuropa keine Stadt, die wichtige politische, wirtschaftliche und religiöse Entwicklungen des hohen Mittelalters in ihrem noch vorhandenen Baubestand so exzeptionell und so dicht widerspiegelt wie Regensburg. Einfache Handwerkerhäuser, repräsentative Patrizierburgen, Kirchen und Klöster – insgesamt 984 Einzeldenkmäler – stehen hier noch in ihrem über Jahrhunderte gewachsenen städtebaulichen Zusammenhang.
Gründe für die Auszeichnung
Regensburgs Architektur spiegelt die Rolle der Stadt als mittelalterliches Handelszentrum und seinen Einfluss auf den Raum nördlich der Alpen wider. Regensburg war ein wichtiger Umschlagplatz auf den kontinentalen Handelsrouten nach Italien, Böhmen, Russland und Byzanz. Zudem hatte die Stadt vielfältige Verbindungen zu den interkontinentalen Seidenstraßen. Dies ermöglichte einen wichtigen Austausch kultureller und architektonischer Einflüsse, die das Stadtbild bis heute prägen. Die Regensburger Altstadt stellt ein außergewöhnliches Zeugnis kultureller Traditionen im Heiligen Römischen Reich dar. Im Hochmittelalter war Regensburg bevorzugter Tagungsort für Reichsversammlungen, aber auch zur jüngeren europäischen Geschichte leistete die Stadt als Sitz des Immerwährenden Reichstags von 1663 bis 1806 ihren Beitrag. Die Überreste zweier Kaiserpfalzen aus dem 9. Jahrhundert sowie die zahlreichen gut erhaltenen historischen Gebäude legen Zeugnis ab vom einstigen Reichtum und der politischen Bedeutung der Stadt. Die Altstadt von Regensburg ist ein herausragendes Beispiel für eine binneneuropäische mittelalterliche Handelsstadt, deren historische Entwicklungsstufen gut erhalten sind. Vor allem die Entwicklung des Handels vom 11. bis zum 14. Jahrhundert wird dadurch außergewöhnlich gut veranschaulicht.
Der Welterbetitel als Chance
Neben zusätzlichen Verpflichtungen zur Erhaltung der historischen Stadtlandschaft birgt das Prädikat UNESCO-Welterbe zahlreiche Chancen für Regensburg. So hat neben dem Medieninteresse und der internationalen Bekanntheit der Stadt an der Donau auch die Stärkung der kulturellen Identität der Regensburger Bürgerinnen und Bürger durch den Welterbetitel einen deutlichen Schub bekommen. Zahlreiche Veranstaltungen rund um das Thema Welterbe, wie zum Beispiel der Welterbetag im Juni, machen den Bürgern und Besuchern der Stadt Regensburg das Welterbe erlebbar. Wirtschaftsunternehmen der Region werben mit dem UNESCO-Welterbetitel als weichen Standortfaktor. Nicht zuletzt konnte sich Regensburg durch die Koordination des EU-Projektes HerO (Heritage as Opportunity) sowie durch die Vernetzung in nationalen und internationalen Vereinigungen, wie zum Beispiel der Organisation der Welterbestädte (OWHC) oder die Arbeitsgemeinschaft Historischer Städte, verstärkt profilieren.
Quelle / Fotos / Mehr Infos unter www.welterbe-regensburg.de
