Barock
Schloss St. Emmeram
Zu den berühmtesten Schlössern bundesweit gehört der Stammsitz derer von Thurn und Taxis. Schloss Emmeram in Regensburg hat mehr Zimmer als der Buckingham Palace, und nicht nur die Geschichte, sondern auch die Ausstattung des Wohnsitzes von Fürstin Gloria von Thurn und Taxis machen das Areal fast mitten im Zentrum der Oberpfälzer Metropole zu einem "Märchenschloss".
Die Fürsten von Thurn und Taxis hatten im Deutschen Reich seit 1615 das Erbgeneralpostmeisteramt inne, d. h. sie besaßen das Monopol im Bereich des Postwesens. 1748 verlegten sie ihre Residenz von Frankfurt am Main nach Regensburg und seit 1812 haben die Fürsten von Thurn und Taxis ihre Residenz im Schloss Emmeram, das vorher ein Teil des Klosters St. Emmeram war.
Schloss Emmeram umfasst mehrere Gebäudekomplexe aus verschiedenen Bauzeiten und liegt zwischen der Emmeramskirche und der Stadtmauer. Der Kreuzgang des Schlosses ist gotisch, im Kreuzgang liegt die neugotische Gruftkapelle derer von Thurn und Taxis, erbaut 1836-43. Die Räumlichkeiten um den Kreuzgang gliedern sich in den "Alten Konventbau" und den "Neuen Konventbau".
Der Südflügel der ehemaligen äußeren Klosteranlage wurde 1883-88 durch einen Schlossbau im Neurenaissancestil ersetzt. An der Südwestecke des Schlosses befindet sich der dreigeschossige, quadratische Torturm des Emmeramtores aus dem 13. Jahrhundert. An der Stelle des ehemaligen Klostergartens von St. Emmeram befindet sich das fürstliche Marstallgebäude, errichtet 1828-31, heute ein Museum. Im 1998 eröffneten Schlossmuseum bekommt man einen Überblick über das Leben im 17. bis 19. Jahrhundert. Besonders sehenswert ist der 190 Quadratmeter große vom fürstlichen Architekten Max Schultze gestaltete Ballsaal. Ein Highlight des Museums ist der Asamsaal (Bibliothekssaal) mit dem Deckenfresko von Cosmas Damian Asam aus dem Jahre 1737. Die Bibliothek umfasst ca. 12.000 bibliophile Bände aus der fürstlichen Hofbibliothek.
St. Georg
Die romanische Anlage der 1094 erstmals schriftlich erwähnten Pfarrkirche Ambergs, deren äußeres Erscheinungsbild das älteste Amberger Stadtsiegel überliefert, wurde durch den 1359 begonnenen Bau der gotischen Basilika ersetzt, der mit Ausnahme des Turms zu Beginn des 15. Jahrhunderts vollendet war. Nach dem Übergang St. Georgs als Kollegkirche an die Jesuiten 1629 wurde die Kirche in der Folgezeit barockisiert. 1652 erfolgte ihre Ausgestaltung in "erlesenem Weiß" durch den italienischen Baumeister Francesco Garbanini, ab 1718 die Gesamtstuckierung und Schaffung von zwölf Stuckplastiken der Apostel durch Johann Baptist Zimmermann.
Stiftsbasilika Waldsassen
Im Jahre 1133, also bereits im Frühmittelalter, stiftete Markgraf Diepold III. von Vohburg-Cham die Abtei in Waldsassen. Aus dem Gründungsjahr stammte auch der erste bescheidene Kirchenbau, der bald durch eine größere romanische Basilika ersetzt wurde. Im Laufe der Jahrhunderte war das Gebäude wiederholt zerstörerischen Einflüssen ausgesetzt, zuletzt durch den Dreißigjährigen Krieg, so dass man sich im ausgehenden 17. Jahrhundert zu einem umfassenden Neubau entschloss. In der Folge schufen bedeutende Baumeister dieser Zeit wie Abraham Leuthner und die Brüder Georg und Christoph Dienzenhofer in den Jahren von 1681-1704 eine der großartigsten Barockkirchen Bayerns und ein Kunstwerk von europäischem Rang.
Der langgestreckte Bau wird beherrscht von einer monumentalen Doppelturmfassade. Elegante Zwiebelhauben mit Laternen krönen die beiden Türme. Im Inneren empfängt ein imposanter, hoher Kirchenraum von mehr als 80 Meter Länge bei einer Breite von nur knapp 23 Meter die Besucher mit farbenfrohen Decken- und Wandfresken, üppigen Stukkaturen und aufwendigen Schnitzereien an Kirchen- und Chorgestühl. Aus dem Jahr 1696 stammt der prächtige Hochaltar, der im Hauptbild die Kreuzigungsszene zeigt. Eine Seltenheit im bayerischen Raum ist der von einer Verkündigungsgruppe aus weißem Marmor umschlossene Kugeltabernakel von 1690, eine Arbeit des Waldsassener Bildhauers Karl Stilp. Das Querhaus und die sechs Kapellennischen des Langhauses beherbergen die acht aufwendig gestalteten Seitenaltäre mit kunstvoll verzierten Reliquienschreinen, in denen die Gebeine von Märtyrern ruhen. Unter der Basilika befindet sich die größte Kirchen- und Klostergruft Deutschlands.
