Gotik
Altes Rathaus Regensburg
Das aus drei Gebäudeteilen bestehende Regensburger Rathaus entstand vom 13. bis zum 18. Jahrhundert. Vor dem Rathaus stehend befindet sich links der sogenannte Reichssaalbau, in der Mitte das Alte Rathaus mit Turm und Rathaushof und zur Rechten das Barocke oder Neue Rathaus. Das Alte Rathaus ist eines der schönsten Beispiele gotischer Profanarchitektur.Die Anlage des Reichssaalbaues geht bis auf das 11. Jahrhundert zurück. Der Festsaal (Reichssaal) im 1. Stock wurde nach dem Brand um 1360 errichtet. Ab 1594 fanden in diesem Saal die vom Kaiser einberufenen Reichstage statt und später, von 1663 bis 1806 (dem Ende des Alten Reiches), tagte hier der "Immerwährende Reichstag". An diesem Platz wurden also die Geschicke des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation mitbestimmt und gelenkt. Heute wird in Regensburg nichts mehr "auf die lange Bank geschoben" (also möglichst lange hinausgezögert), jedoch entstand hier diese Redewendung. Auf der langen Bank im Reichssaal wurden Akten zu Abstimmungspunkten gelagert und dort lagen sie zum Teil so zahlreich und so lange, dass sie irgendwann hinten hinunterfielen.
Chammünster
Nicht umsonst trägt der Landkreis Cham diese Kirche in seinem Wappen: Chammünster war nicht nur die Mutterkirche des mittleren Bayerischen Waldes, sie war auch Sitz eines Erzdekans und eine der am meisten angesehendsten Pfarreien im Bistum Regensburg.739 gründeten Benediktinermönche aus dem Regensburger Kloster St. Emmeram in Chammünster eine Niederlassung. Von hier aus aus sollten der Bayerische Wald und vor allem Böhmen missioniert werden. 973 jedoch schied Böhmen aus dem Bistum Regensburg aus. Prag wurde ein selbständiges Bistum. Das Münster blieb Sitz eines Dekans und wurde zur Urpfarrei von 35 Gemeinden.
Die eigentliche romanische Urkirche wurde im 15. Jahrhundert umgebaut, und es entstand die jetzige gotische Pfarrkirche "Maria Himmelfahrt". Sie präsentiert sich als Basilika mit Doppeltürmen und romanischen Bauteilen. Die Innenausstattung der Pfarrkirche stammt bis auf zwei bemerkenswerte Taufbecken weitestgehend aus den Jahren 1760-70. Unmittelbar neben der Pfarrkirche und dem Karner (12. Jhd.) liegt die gotische St.-Anna-Kapelle, die seit ihrer Renovierung anlässlich der 1250-Jahrfeier zum Bestehen der Pfarrei als Stationskirche und gleichzeitig als Museum für sakrale Kunst dient. Neben der Kirche steht außerdem ein Beinhaus, das über 1.000 Totenschädel enthält.
St. Johannis Baptist
Die Nabburger Pfarrkirche im Landkreis Schwandorf ist eine der künstlerisch bedeutendsten gotischen Bauten der Oberpfalz und – mit Ausnahme der Regensburger Bauten – der bedeutendste des 14. Jahrhunderts. Das Imposante des Äußeren der Kirche kommt besonders gut vom gegenüberliegenden Ufer der Naab aus zur Geltung. Auf dem Scheitelpunkt des Hügels, auf dem Nabburg erbaut ist, gelegen, beherrscht die hochragende, gut gegliederte Kirche in souveräner Weise das Stadtbild. Auch das Innere des Baus ist von einer großen Wirkung: Das sehr hohe (16,20 Meter), lichte und weite Mittelschiff steht in gutem Kontrast zu den fast um die Hälfte niedrigeren und dunkleren Seitenschiffe.
Die Inneneinrichtung ist größtenteils aus neuerer Zeit. Der frühere Altar – einer von damals elf Altären – in der Sebastianskapelle mit seinen Säulen und den großen Figuren des Hl. Sebastian, Florian und Wendelin stammte aus der Zeit um 1730. Heute sind nur noch die Figuren zu sehen. In der nördlichen Kapelle befindet sich ein halbkugelförmiger Taufstein aus Granit mit der Jahreszahl 1492, der jetzt als Weihwasserbehälter dient.
Dom St. Peter
Der Dom St. Peter ist zu Stein gewordener Glaube, der über Jahrhunderte das Leben der Menschen prägt. Er ist der weit sichtbare Mittelpunkt der Stadt Regensburg und gleichzeitig eines der Oberpfälzer Wahrzeichen. Darüber hinaus ist der Dom St. Peter ein überragendes Zeugnis der Gotik – er gilt als das bedeutendste gotische Bauwerk in Süddeutschland und ist neben dem Kölner Dom in seiner Architektur einzigartig in ganz Deutschland. Nach mehreren Vorgängerbauten dürfte der gotische Dom bald nach 1260 begonnen worden sein – ein vorläufiger Abschluss ist im Jahr 1520 anzusetzen.
Beim Rundgang durch den Dom fallen besonders die fünf gotischen Ziboriumsaltäre auf, die sich als Besonderheit erhalten haben. Vor dem Hochchor geht der Blick nach vorne zum prunkvollen silbernen Hochaltar, der von Augsburger Künstlern stammt und im Laufe von knapp 100 Jahren zwischen 1695 und 1785 zusammengewachsen ist. Erwähnenswert sind auch die wertvollen Farbfenster, die zwischen 1220 und 1370 entstanden sind. Unter den vielen Steinfiguren des Doms sind besonders die Verkündigungsmadonna und der "Lachende Engel" an den westlichen Vierungspfeilern (entstanden um 1280) berühmt, im Chorraum verdienen die Steinfigur des Schmerzensmannes und der gegenüber aufgestellten Maria Magdalena Beachtung.
Gotisches Rathaus Amberg
Das Rathaus findet sich erstmals 1348 schriftlich erwähnt. Sein heutiger Kern, die als gotisches Zimmer bezeichnete ehemalige Ratskapelle und der später als Großer Saal bezeichnete Raum entstanden in der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts. Tiefgreifende Umbauten erfuhr das Rathaus in der ersten, eine beträchtliche Erweiterung in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts.
Im letzten Drittel des 19. Jahrhunderts wurde die Westfassade tief greifend umgestaltet. Dabei wurde nicht nur das zweite Geschoss des Altans abgerissen, sondern auch der fünfte, nördlichste Bogen durch einen Wendelstein ersetzt. Damals wurde auch die Fassade mit zwei Statuen, die eine Handel und Gewerbe, die andere die Mildtätigkeit darstellend, geschmückt. Die jüngste Sanierung des Gesamtkomplexes Rathaus wurde 1989 zum Abschluss gebracht.
Steinerne Brücke
Ein weiteres Wahrzeichen der Stadt Regensburg ist die Steinerne Brücke. Die bekannteste Regensburger Sage dreht sich um eine Wette: Was ist schneller fertig, die Steinerne Brücke oder der Dom? Der Legende nach lieferten sich der Dombaumeister und der Brückenbaumeister einen Wettstreit, wer mit seinem Wettstreit zuerst fertig sein würde. Nachdem der Dombau wesentlich schneller vonstatten ging, schloss der Brückenbaumeister einen Pakt mit dem Teufel. Wenn der Teufel die ersten drei Seelen bekäme, welche über die Brücke gingen, würde er ihm zur Seite stehen. Von nun an ging der Brückenbau sehr schnell voran, sodass die Brücke zuerst fertiggestellt werden konnte. Der Teufel forderte nun seinen Lohn, weshalb der Brückenbaumeister bei der Eröffnung erst einen Hahn, eine Henne und einen Hund über die Brücke jagen ließ. Aus Wut darüber versuchte der Teufel die Brücke zu zerstören, was ihm allerdings nicht gelang. Deshalb, so die Sage, hat die Brücke einen Buckel. Tatsächlich war die Brücke jedoch schon lange fertiggestellt, als 1273 mit dem Bau des Domes begonnen wurde.
Die Steinerne Brücke wurde 1146 fertig gestellt und galt über lange Zeit als "Weltwunder": 330 Meter lang und der einzige gemauerte Donauübergang des Mittelalters. Später war sie Grenzpunkt zwischen der freien Reichsstadt und Bayern. Sie ist die älteste, ausschließlich aus Stein erbaute und noch heute voll funktionsfähige Brücke Deutschlands.
