Mittelalter und Romanik

Burgen und Schlösser in der Oberpfalz

Märchenhaft sind heute noch die Bauwerke aus Mittelalter und Romanik – viele Burgen und Schlösser zeugen in der Oberpfalz von dieser Epoche. Über 600 solcher ehemaligen Pracht- und Wehrbauten finden sich verstreut in der ganzen Region. Um einige dieser Bauwerke haben sich blutige Schlachten abgespielt (Flossenbürg, Burgtreswitz), in anderen soll es heute noch spuken (die Bierpanscher und die weiße Frau auf Burg Stockenfels bei Nittenau beispielsweise), wieder andere haben einen vollständigen Nutzungswechsel zum Luxushotel (Burg Wernberg) oder zur Musikakademie (Alteglofsheim) vollzogen. Aus anderen ehemaligen militärischen Befestigungsanlagen entstanden ganze Städte, wie in den Fällen von Nabburg und Regensburg (Castra Regina, ein ehemaliger Stützpunkt der römischen Armee, gegründet 179 v. Chr. unter Kaiser Marc Aurel).

Mehr Infos unter www.burgenseite.de


Klosterkirche Kastl

Über den Dächern der Ortschaft Kastl im Landkreis Amberg-Sulzbach thront seit 900 Jahren die imposante Anlage der Kastler Klosterburg (bis 1556 Benediktinerabtei). Die ehemalige Klosterkirche der Klosterburg Kastl stammt aus dem 12. Jahrhundert und zählt zu den bedeutendsten romanisch-frühgotischen Baudenkmälern in ganz Bayern.

Die an Kunstschätzen reiche romanische Klosterkirche hinterläßt aufgrund ihrer geschichtlichen Vergangenheit bei jedem Besucher einen unvergesslichen Eindruck. Sehenswert in der Klosterkirche ist das vierjochige Tonnengewölbe des Mittelschiffes, ebenso der Stützenwechsel von abwechselnden Säulen und Pfeilern. Weitere Sehenswürdigkeiten sind die Glocken, das Stifterdenkmal neben dem Eingang zur Vorkirche und die "Kastler Madonna" – ein auf Holz gemaltes Bild, das 1590 in dem Stift und Kloster zu Kastl gefunden wurde.

Seit 1958 befindet sich in ihren Mauern das einzige "Ungarische Gymnasium" (heute auch Europäisches Gymnasium), der westlichen Welt.


Stadtbefestigung mit Toren und "Stadtbrille"

Die älteste Befestigung der Stadt Amberg dürfte in das 12. Jahrhundert zurückreichen. 1326 wurde mit der Anlage der spätmittelalterlichen Stadtbefestigung begonnen. Dabei entstand die unverwechselbare Ovalform, von den Ambergern liebevoll "Ei" genannt.

Die fünf Tore, Nabburger, Ziegel-, Vils-, Georgen- und Wingershofer Tor, lassen sich bereits im 14. Jahrhundert nachweisen. Das Wingershofer Tor wurde durch den burgartigen Ausbau des Schlosses im 15. Jahrhundert verlegt, das Georgentor im 17. Jahrhundert durch das weiter südlich gelegene Neutor ersetzt, das 1870 abgebrochen wurde.

Der im Volksmund "Stadtbrille" bezeichnete Wassertorbau, der mit einer Länge von 46 Metern die Vils überspannt, ist 1454 als "Gang über die Vils" erstmals nachweisbar. Er dürfte sich damals bereits als eingeschossige Anlage mit Türmen über den beiden Mittelpfeilern präsentiert haben. Im Zuge eines Umbaus, der unter der Leitung des Trierer Hofbaumeisters Hans Hauck 1580 erfolgte, wurde der linke und der rechte Bogen des Wassertorbaus um je ein Geschoss erhöht, der mittlere um zwei Geschosse, die von zwei Turmaufbauten "bekrönt" waren.

Mit der Beseitigung der beiden Türmchen und des dritten Geschosses über dem mittleren Joch sowie einer damit einhergehenden einheitlichen Bedachung erhielt die Anlage 1698 ihr heutiges Aussehen, abgesehen vom westlichen Bogen, der vor 1600 aufgefüllt und erst vor einigen Jahren wieder geöffnet wurde.

 

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