
Architektur
Zu den bedeutendsten Zeugnissen einer erfüllten Vergangenheit gehören Gebäude und Bauwerke, die noch heute vom Glanz vergangener Zeiten zeugen. Zahlreiche steinerne Zeitzeugen wie Burgen, Schlösser und prachtvolle sakrale Bauten zeugen auch in der Oberpfalz von Reichtum und architektonischem und handwerklichem Können der Oberpfälzer und spiegeln so die Bedeutung der Region in der Geschichte wider.
Doch nicht nur die Vergangenheit, auch die Gegenwart brachte bereits viele architektonische Glanzleistungen hervor. Hier stellen wir Ihnen an einigen ausgewählten Beispielen die Geschichte der Architektur in der Region vor.
Mittelalter und Romanik
Burgen und Schlösser in der Oberpfalz
Märchenhaft sind heute noch die Bauwerke aus Mittelalter und Romanik – viele Burgen und Schlösser zeugen in der Oberpfalz von dieser Epoche. Über 600 solcher ehemaligen Pracht- und Wehrbauten finden sich verstreut in der ganzen Region. Um einige dieser Bauwerke haben sich blutige Schlachten abgespielt (Flossenbürg, Burgtreswitz), in anderen soll es heute noch spuken (die Bierpanscher und die weiße Frau auf Burg Stockenfels bei Nittenau beispielsweise), wieder andere haben einen vollständigen Nutzungswechsel zum Luxushotel (Burg Wernberg) oder zur Musikakademie (Alteglofsheim) vollzogen. Aus anderen ehemaligen militärischen Befestigungsanlagen entstanden ganze Städte, wie in den Fällen von Nabburg und Regensburg (Castra Regina, ein ehemaliger Stützpunkt der römischen Armee, gegründet 179 v. Chr. unter Kaiser Marc Aurel).
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Klosterkirche Kastl
Über den Dächern der Ortschaft Kastl im Landkreis Amberg-Sulzbach thront seit 900 Jahren die imposante Anlage der Kastler Klosterburg (bis 1556 Benediktinerabtei). Die ehemalige Klosterkirche der Klosterburg Kastl stammt aus dem 12. Jahrhundert und zählt zu den bedeutendsten romanisch-frühgotischen Baudenkmälern in ganz Bayern.
Die an Kunstschätzen reiche romanische Klosterkirche hinterläßt aufgrund ihrer geschichtlichen Vergangenheit bei jedem Besucher einen unvergesslichen Eindruck. Sehenswert in der Klosterkirche ist das vierjochige Tonnengewölbe des Mittelschiffes, ebenso der Stützenwechsel von abwechselnden Säulen und Pfeilern. Weitere Sehenswürdigkeiten sind die Glocken, das Stifterdenkmal neben dem Eingang zur Vorkirche und die "Kastler Madonna" – ein auf Holz gemaltes Bild, das 1590 in dem Stift und Kloster zu Kastl gefunden wurde.
Seit 1958 befindet sich in ihren Mauern das einzige "Ungarische Gymnasium" (heute auch Europäisches Gymnasium), der westlichen Welt.
Stadtbefestigung mit Toren und "Stadtbrille"
Die älteste Befestigung der Stadt Amberg dürfte in das 12. Jahrhundert zurückreichen. 1326 wurde mit der Anlage der spätmittelalterlichen Stadtbefestigung begonnen. Dabei entstand die unverwechselbare Ovalform, von den Ambergern liebevoll "Ei" genannt.Die fünf Tore, Nabburger, Ziegel-, Vils-, Georgen- und Wingershofer Tor, lassen sich bereits im 14. Jahrhundert nachweisen. Das Wingershofer Tor wurde durch den burgartigen Ausbau des Schlosses im 15. Jahrhundert verlegt, das Georgentor im 17. Jahrhundert durch das weiter südlich gelegene Neutor ersetzt, das 1870 abgebrochen wurde.
Der im Volksmund "Stadtbrille" bezeichnete Wassertorbau, der mit einer Länge von 46 Metern die Vils überspannt, ist 1454 als "Gang über die Vils" erstmals nachweisbar. Er dürfte sich damals bereits als eingeschossige Anlage mit Türmen über den beiden Mittelpfeilern präsentiert haben. Im Zuge eines Umbaus, der unter der Leitung des Trierer Hofbaumeisters Hans Hauck 1580 erfolgte, wurde der linke und der rechte Bogen des Wassertorbaus um je ein Geschoss erhöht, der mittlere um zwei Geschosse, die von zwei Turmaufbauten "bekrönt" waren.
Mit der Beseitigung der beiden Türmchen und des dritten Geschosses über dem mittleren Joch sowie einer damit einhergehenden einheitlichen Bedachung erhielt die Anlage 1698 ihr heutiges Aussehen, abgesehen vom westlichen Bogen, der vor 1600 aufgefüllt und erst vor einigen Jahren wieder geöffnet wurde.
Gotik
Altes Rathaus Regensburg
Das aus drei Gebäudeteilen bestehende Regensburger Rathaus entstand vom 13. bis zum 18. Jahrhundert. Vor dem Rathaus stehend befindet sich links der sogenannte Reichssaalbau, in der Mitte das Alte Rathaus mit Turm und Rathaushof und zur Rechten das Barocke oder Neue Rathaus. Das Alte Rathaus ist eines der schönsten Beispiele gotischer Profanarchitektur.Die Anlage des Reichssaalbaues geht bis auf das 11. Jahrhundert zurück. Der Festsaal (Reichssaal) im 1. Stock wurde nach dem Brand um 1360 errichtet. Ab 1594 fanden in diesem Saal die vom Kaiser einberufenen Reichstage statt und später, von 1663 bis 1806 (dem Ende des Alten Reiches), tagte hier der "Immerwährende Reichstag". An diesem Platz wurden also die Geschicke des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation mitbestimmt und gelenkt. Heute wird in Regensburg nichts mehr "auf die lange Bank geschoben" (also möglichst lange hinausgezögert), jedoch entstand hier diese Redewendung. Auf der langen Bank im Reichssaal wurden Akten zu Abstimmungspunkten gelagert und dort lagen sie zum Teil so zahlreich und so lange, dass sie irgendwann hinten hinunterfielen.
Chammünster
Nicht umsonst trägt der Landkreis Cham diese Kirche in seinem Wappen: Chammünster war nicht nur die Mutterkirche des mittleren Bayerischen Waldes, sie war auch Sitz eines Erzdekans und eine der am meisten angesehendsten Pfarreien im Bistum Regensburg.739 gründeten Benediktinermönche aus dem Regensburger Kloster St. Emmeram in Chammünster eine Niederlassung. Von hier aus aus sollten der Bayerische Wald und vor allem Böhmen missioniert werden. 973 jedoch schied Böhmen aus dem Bistum Regensburg aus. Prag wurde ein selbständiges Bistum. Das Münster blieb Sitz eines Dekans und wurde zur Urpfarrei von 35 Gemeinden.
Die eigentliche romanische Urkirche wurde im 15. Jahrhundert umgebaut, und es entstand die jetzige gotische Pfarrkirche "Maria Himmelfahrt". Sie präsentiert sich als Basilika mit Doppeltürmen und romanischen Bauteilen. Die Innenausstattung der Pfarrkirche stammt bis auf zwei bemerkenswerte Taufbecken weitestgehend aus den Jahren 1760-70. Unmittelbar neben der Pfarrkirche und dem Karner (12. Jhd.) liegt die gotische St.-Anna-Kapelle, die seit ihrer Renovierung anlässlich der 1250-Jahrfeier zum Bestehen der Pfarrei als Stationskirche und gleichzeitig als Museum für sakrale Kunst dient. Neben der Kirche steht außerdem ein Beinhaus, das über 1.000 Totenschädel enthält.
St. Johannis Baptist
Die Nabburger Pfarrkirche im Landkreis Schwandorf ist eine der künstlerisch bedeutendsten gotischen Bauten der Oberpfalz und – mit Ausnahme der Regensburger Bauten – der bedeutendste des 14. Jahrhunderts. Das Imposante des Äußeren der Kirche kommt besonders gut vom gegenüberliegenden Ufer der Naab aus zur Geltung. Auf dem Scheitelpunkt des Hügels, auf dem Nabburg erbaut ist, gelegen, beherrscht die hochragende, gut gegliederte Kirche in souveräner Weise das Stadtbild. Auch das Innere des Baus ist von einer großen Wirkung: Das sehr hohe (16,20 Meter), lichte und weite Mittelschiff steht in gutem Kontrast zu den fast um die Hälfte niedrigeren und dunkleren Seitenschiffe.
Die Inneneinrichtung ist größtenteils aus neuerer Zeit. Der frühere Altar – einer von damals elf Altären – in der Sebastianskapelle mit seinen Säulen und den großen Figuren des Hl. Sebastian, Florian und Wendelin stammte aus der Zeit um 1730. Heute sind nur noch die Figuren zu sehen. In der nördlichen Kapelle befindet sich ein halbkugelförmiger Taufstein aus Granit mit der Jahreszahl 1492, der jetzt als Weihwasserbehälter dient.
Dom St. Peter
Der Dom St. Peter ist zu Stein gewordener Glaube, der über Jahrhunderte das Leben der Menschen prägt. Er ist der weit sichtbare Mittelpunkt der Stadt Regensburg und gleichzeitig eines der Oberpfälzer Wahrzeichen. Darüber hinaus ist der Dom St. Peter ein überragendes Zeugnis der Gotik – er gilt als das bedeutendste gotische Bauwerk in Süddeutschland und ist neben dem Kölner Dom in seiner Architektur einzigartig in ganz Deutschland. Nach mehreren Vorgängerbauten dürfte der gotische Dom bald nach 1260 begonnen worden sein – ein vorläufiger Abschluss ist im Jahr 1520 anzusetzen.
Beim Rundgang durch den Dom fallen besonders die fünf gotischen Ziboriumsaltäre auf, die sich als Besonderheit erhalten haben. Vor dem Hochchor geht der Blick nach vorne zum prunkvollen silbernen Hochaltar, der von Augsburger Künstlern stammt und im Laufe von knapp 100 Jahren zwischen 1695 und 1785 zusammengewachsen ist. Erwähnenswert sind auch die wertvollen Farbfenster, die zwischen 1220 und 1370 entstanden sind. Unter den vielen Steinfiguren des Doms sind besonders die Verkündigungsmadonna und der "Lachende Engel" an den westlichen Vierungspfeilern (entstanden um 1280) berühmt, im Chorraum verdienen die Steinfigur des Schmerzensmannes und der gegenüber aufgestellten Maria Magdalena Beachtung.
Gotisches Rathaus Amberg
Das Rathaus findet sich erstmals 1348 schriftlich erwähnt. Sein heutiger Kern, die als gotisches Zimmer bezeichnete ehemalige Ratskapelle und der später als Großer Saal bezeichnete Raum entstanden in der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts. Tiefgreifende Umbauten erfuhr das Rathaus in der ersten, eine beträchtliche Erweiterung in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts.
Im letzten Drittel des 19. Jahrhunderts wurde die Westfassade tief greifend umgestaltet. Dabei wurde nicht nur das zweite Geschoss des Altans abgerissen, sondern auch der fünfte, nördlichste Bogen durch einen Wendelstein ersetzt. Damals wurde auch die Fassade mit zwei Statuen, die eine Handel und Gewerbe, die andere die Mildtätigkeit darstellend, geschmückt. Die jüngste Sanierung des Gesamtkomplexes Rathaus wurde 1989 zum Abschluss gebracht.
Steinerne Brücke
Ein weiteres Wahrzeichen der Stadt Regensburg ist die Steinerne Brücke. Die bekannteste Regensburger Sage dreht sich um eine Wette: Was ist schneller fertig, die Steinerne Brücke oder der Dom? Der Legende nach lieferten sich der Dombaumeister und der Brückenbaumeister einen Wettstreit, wer mit seinem Wettstreit zuerst fertig sein würde. Nachdem der Dombau wesentlich schneller vonstatten ging, schloss der Brückenbaumeister einen Pakt mit dem Teufel. Wenn der Teufel die ersten drei Seelen bekäme, welche über die Brücke gingen, würde er ihm zur Seite stehen. Von nun an ging der Brückenbau sehr schnell voran, sodass die Brücke zuerst fertiggestellt werden konnte. Der Teufel forderte nun seinen Lohn, weshalb der Brückenbaumeister bei der Eröffnung erst einen Hahn, eine Henne und einen Hund über die Brücke jagen ließ. Aus Wut darüber versuchte der Teufel die Brücke zu zerstören, was ihm allerdings nicht gelang. Deshalb, so die Sage, hat die Brücke einen Buckel. Tatsächlich war die Brücke jedoch schon lange fertiggestellt, als 1273 mit dem Bau des Domes begonnen wurde.
Die Steinerne Brücke wurde 1146 fertig gestellt und galt über lange Zeit als "Weltwunder": 330 Meter lang und der einzige gemauerte Donauübergang des Mittelalters. Später war sie Grenzpunkt zwischen der freien Reichsstadt und Bayern. Sie ist die älteste, ausschließlich aus Stein erbaute und noch heute voll funktionsfähige Brücke Deutschlands.
Renaissance
Friedrichsburg Vohenstrauß
Als imposantes Landschloss der Renaissance ist die 1586 bis 1592 erbaute Friedrichsburg Wahrzeichen der Stadt Vohenstrauß und der pfälzischen Wittelsbacher: Pfalzgraf Friedrich von Vohenstrauß ließ den stattlichen Schlossbau mit seinen runden Eckbastionen Ende des 16. Jahrhunderts errichten.
Das Renaissanceschloss gehört zu den bemerkenswertesten und malerischsten Schlossbauten der Oberpfalz. Es besteht aus einem massigen dreigeschossigen Kastenbau mit steilem Satteldach, umstellt von fünf Rundtürmen mit Spitzhelmen und ist als ein "fortifikatorischer Bau im Typ des Landschlosses" zu sehen. Tiefe Gewölbe gehören zum Schloss, des weiteren ein kreuzgratgewölbtes Erdgeschoss mit granitenen Monolitmittelsäulen, eine mit Schiffskehlenprofilen ornamentierte Bohlenbalkendecke im ersten Obergeschoss, Reste barocker Rahmenstuckdecken und ein gewaltiger Dachstuhl sind ebenfalls erwähnenswert.
Kurfürstliche Regierungskanzlei
Zur Trennung von Hofhaltung und Verwaltung errichtete Kurfürst Friedrich II. in den Jahren von 1544 bis 1547 die kurfürstliche Regierungskanzlei, mit der die Renaissance in Amberg Einzug hielt. Der dreigeschossige Giebelbau wurde in Sandsteinquadern ausgeführt. In dem über dem Hauptportal der östlichen Längsseite ausspringenden prächtigen Erker fanden die Porträts Kurfürst Friedrichs II., seiner Gemahlin Dorothea von Dänemark und der Väter des fürstlichen Paares Aufnahme sowie die Wappen der Kurpfalz und des Königreichs Dänemark. Das Gebäude, in dessen Innenhof Kurfürst Friedrich IV. 1601 einen polygonen Treppenturm anfügte, wurde in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts durch einen Erweiterungsbau ergänzt. Heute birgt das Gebäude das Landgericht.
Rokoko
Schulkirche
Der heute als "Schulkirche" bezeichnete und dem Heiligen Augustinus geweihte Sakralbau entstand in den Jahren 1697 bis 1699 als Klosterkirche der Salesianerinnen, die kurz zuvor nach Amberg gekommen waren. Die Pläne dazu stammten von Wolfgang Dientzenhofer, bei dem auch die Bauleitung lag. Das von diesem geschaffene "Rundell" (Wiltmaister) erfuhr 1758 eine völlige Umgestaltung, mit der der Rokokostil in Amberg Einzug hielt. Während die Innenausstattung in der Hand Amberger Meister lag, so übernahm Franz Joachim Schlott die Bildhauer- und Schreinerarbeiten, konnte die damalige Superiorin Angela Viktoria von Orban den Hofmaler Gottfried Bernhard Götz für die Freskierung gewinnen. Nach der Säkularisation des Klosters der Salesianerinnen ging dieses mit der Kirche an die bis zum heutigen Tage Namensgebende "Deutsche Schulstiftung" über. Später wurde sie zur "Kirche der Armen Schulschwestern von Unserer lieben Frau".
Fenzl-Haus
1772 erwarb der Regierungsadvokat Johann Kaspar Wolf das Anwesen von dem kurfürstlichen Kämmerer Franz Gustav Freiherr von Gobel auf Hofgiebing und ließ es im Stile des Rokoko neu aufführen. Seinen heutigen Namen verdankt das Haus dem Buchhändler Josef Fenzl, in dessen Besitz es 1908 kam. Besonders der Erker der reich stukkierten Fassade sorgt für bewundernde Blicke.
Barock
Schloss St. Emmeram
Zu den berühmtesten Schlössern bundesweit gehört der Stammsitz derer von Thurn und Taxis. Schloss Emmeram in Regensburg hat mehr Zimmer als der Buckingham Palace, und nicht nur die Geschichte, sondern auch die Ausstattung des Wohnsitzes von Fürstin Gloria von Thurn und Taxis machen das Areal fast mitten im Zentrum der Oberpfälzer Metropole zu einem "Märchenschloss".
Die Fürsten von Thurn und Taxis hatten im Deutschen Reich seit 1615 das Erbgeneralpostmeisteramt inne, d. h. sie besaßen das Monopol im Bereich des Postwesens. 1748 verlegten sie ihre Residenz von Frankfurt am Main nach Regensburg und seit 1812 haben die Fürsten von Thurn und Taxis ihre Residenz im Schloss Emmeram, das vorher ein Teil des Klosters St. Emmeram war.
Schloss Emmeram umfasst mehrere Gebäudekomplexe aus verschiedenen Bauzeiten und liegt zwischen der Emmeramskirche und der Stadtmauer. Der Kreuzgang des Schlosses ist gotisch, im Kreuzgang liegt die neugotische Gruftkapelle derer von Thurn und Taxis, erbaut 1836-43. Die Räumlichkeiten um den Kreuzgang gliedern sich in den "Alten Konventbau" und den "Neuen Konventbau".
Der Südflügel der ehemaligen äußeren Klosteranlage wurde 1883-88 durch einen Schlossbau im Neurenaissancestil ersetzt. An der Südwestecke des Schlosses befindet sich der dreigeschossige, quadratische Torturm des Emmeramtores aus dem 13. Jahrhundert. An der Stelle des ehemaligen Klostergartens von St. Emmeram befindet sich das fürstliche Marstallgebäude, errichtet 1828-31, heute ein Museum. Im 1998 eröffneten Schlossmuseum bekommt man einen Überblick über das Leben im 17. bis 19. Jahrhundert. Besonders sehenswert ist der 190 Quadratmeter große vom fürstlichen Architekten Max Schultze gestaltete Ballsaal. Ein Highlight des Museums ist der Asamsaal (Bibliothekssaal) mit dem Deckenfresko von Cosmas Damian Asam aus dem Jahre 1737. Die Bibliothek umfasst ca. 12.000 bibliophile Bände aus der fürstlichen Hofbibliothek.
St. Georg
Die romanische Anlage der 1094 erstmals schriftlich erwähnten Pfarrkirche Ambergs, deren äußeres Erscheinungsbild das älteste Amberger Stadtsiegel überliefert, wurde durch den 1359 begonnenen Bau der gotischen Basilika ersetzt, der mit Ausnahme des Turms zu Beginn des 15. Jahrhunderts vollendet war. Nach dem Übergang St. Georgs als Kollegkirche an die Jesuiten 1629 wurde die Kirche in der Folgezeit barockisiert. 1652 erfolgte ihre Ausgestaltung in "erlesenem Weiß" durch den italienischen Baumeister Francesco Garbanini, ab 1718 die Gesamtstuckierung und Schaffung von zwölf Stuckplastiken der Apostel durch Johann Baptist Zimmermann.
Stiftsbasilika Waldsassen
Im Jahre 1133, also bereits im Frühmittelalter, stiftete Markgraf Diepold III. von Vohburg-Cham die Abtei in Waldsassen. Aus dem Gründungsjahr stammte auch der erste bescheidene Kirchenbau, der bald durch eine größere romanische Basilika ersetzt wurde. Im Laufe der Jahrhunderte war das Gebäude wiederholt zerstörerischen Einflüssen ausgesetzt, zuletzt durch den Dreißigjährigen Krieg, so dass man sich im ausgehenden 17. Jahrhundert zu einem umfassenden Neubau entschloss. In der Folge schufen bedeutende Baumeister dieser Zeit wie Abraham Leuthner und die Brüder Georg und Christoph Dienzenhofer in den Jahren von 1681-1704 eine der großartigsten Barockkirchen Bayerns und ein Kunstwerk von europäischem Rang.
Der langgestreckte Bau wird beherrscht von einer monumentalen Doppelturmfassade. Elegante Zwiebelhauben mit Laternen krönen die beiden Türme. Im Inneren empfängt ein imposanter, hoher Kirchenraum von mehr als 80 Meter Länge bei einer Breite von nur knapp 23 Meter die Besucher mit farbenfrohen Decken- und Wandfresken, üppigen Stukkaturen und aufwendigen Schnitzereien an Kirchen- und Chorgestühl. Aus dem Jahr 1696 stammt der prächtige Hochaltar, der im Hauptbild die Kreuzigungsszene zeigt. Eine Seltenheit im bayerischen Raum ist der von einer Verkündigungsgruppe aus weißem Marmor umschlossene Kugeltabernakel von 1690, eine Arbeit des Waldsassener Bildhauers Karl Stilp. Das Querhaus und die sechs Kapellennischen des Langhauses beherbergen die acht aufwendig gestalteten Seitenaltäre mit kunstvoll verzierten Reliquienschreinen, in denen die Gebeine von Märtyrern ruhen. Unter der Basilika befindet sich die größte Kirchen- und Klostergruft Deutschlands.
Neoklassizismus
Walhalla
Die Walhalla ist das wohl monumentalste Bauwerk im Landkreis Regensburg. Die mächtigen Säulen und Treppen des riesigen Gebäudes sind schon von weitem sichtbar. Ihren Ursprung hat die Walhalla im Jahr 1807, als der damalige Kronprinz Ludwig von Bayern beschloss, den "großen Deutschen" ein unvergängliches Denkmal zu setzen. Am 18.10.1830, dem Gedenktag der Völkerschlacht bei Leipzig, legt König Ludwig I. den Grundstein. Leo von Klenze, der Architekt des Königs, setzt das Vorhaben in die Tat um. In der Kunst besann man sich in dieser Zeit auf die klassischen Werte der Antike und war der Überschwänglichkeit des Rokoko überdrüssig. Nach zwölf Jahren Bauzeit ist der "Ruhmestempel der Teutschen" und die "Wallfahrtsstätte der Nation" fertiggestellt. Im Nordgiebel der Walhalla kann der Besucher die Darstellung der Schlacht im Teutoburger Wald bewundern, im Südgiebel befindet sich ein Standbild der Germania, zu der Krieger schreiten.
Im Inneren des beliebten Ausflugsziels finden sich Büsten und Steintafeln, mit denen Künstlern, Wissenschaftlern, Menschenrechtlern und Politikern gedacht wird, die sich um Deutschland verdient gemacht haben. Zuletzt wurde eine Büste der Widerstandskämpferin Sophie Scholl in die Walhalla aufgenommen.
Moderne Architektur
Die "Glaskathedrale" von Walter Gropius
Das letzte Werk des Bauhausgründers Walter Gropius ist die als "Glaskathedrale" bezeichnete Glashütte in Amberg, die dieser für die Firma Rosenthal entworfen hatte. Dieser bemerkenswerte Industriebau erfüllt bei aller architektonischer Brillanz die notwendigen funktionalen Anforderungen und passt sich darüber hinaus in ganz besonderer Weise in das Gelände ein. Das Problem der riesigen freiwerdenden Wärmemengen, die besonders im Sommer schnellstmöglich nach außen abgeführt werden müssen, wurde hier ohne Lüftungsmechanik gelöst.
St. Peter Wenzenbach
Bevor die Architekten Brückner + Brückner aus Tirschenreuth im Jahre 2000 den Zuschlag für den Kirchenneubau in Wenzenbach (Landkreis Regensburg) bekamen, stand eigentlich nur der komplette Abriss des alten Gotteshauses zur Wahl. Die beiden Bau-Künstler fanden jedoch einen Weg, das Gebäude, dessen Wurzeln bis ins 7. Jhd. zurückreichen, zu renovieren und erweitern. Und zwar so, dass der Kirchenbau wieder als Leitaufgabe der Baukunst offenbar wird. Zweigeteilt zeigt sich St. Peter in Wenzenbach heute, das Alte trifft das Neue, das Grundgefühl kirchlicher Geborgenheit ist geblieben, wird vielleicht sogar verstärkt. Man möchte Peter Brückner Recht geben wenn er betont, dass Kirchenbau keinen intellektuellen Ansatz verträgt, sondern "aus dem Bauch heraus kommen muss". In Wenzenbach ist das beispielhaft gelungen.
